Überschaubare Emotionalität sowie ein insgesamt gesehen schwaches Niveau: Das Handball-Verbandsliga-Lokalduell zwischen dem gastgebenden TV Issum und seinem Kontrahenten SV Neukirchen war alles andere als ein Hingucker. Schade für die zahlreich erschienenen Fans, die zum Jahresabschluss ein qualitativ hochwertigeres Kräftemessen verdient gehabt hätten. Der TV Issum wurde in eigener Halle seiner Favoritenstellung gerecht und gewann mit 25:17 (11:5).
Das Derby der alten Rivalen hatte wenig Höhepunkte zu bieten
Beide Vereine mussten auf etliche Stammkräfte verzichten: Issum trat beispielsweise ohne Andre Schmetter, Andreas van Stephaudt oder Johannes Teuwsen an, Neukirchen ohne den kurzzeitig erkrankten Haupttorschützen Luca Böckel sowie Mathias von Zabiensky und Leon Berner.

Es entwickelte sich ein von Beginn an zähes Lokalderby, rar an Höhepunkten. Die Spieler begegneten sich eher auf einer freundschaftlichen Basis, anstatt einer hitzigen oder kampfbetonten Gangart zu folgen. Insbesondere die Vorträge der jeweiligen Angriffe gestaltete sich mühsam und schwerfällig. Es fehlte überwiegend die Geschwindigkeit, der Funke sprang nicht über.
So geht es in der Verbandsliga 2026 weiter
Der erste Spieltag der Handball-Verbandsliga im neuen Jahr 2026 wird vom 9. bis zum 11. Januar ausgetragen. Der TV Kapellen erwartet am 11. Januar um 11.30 Uhr den SV Neukirchen zum Duell. Am gleichen Tag ist der TV Schwafheim um 15.30 Uhr beim Tabellenführer Turnerbund Oberhausen zu Gast. Der TV Issum trifft am 10. Januar um 18.45 Uhr gegen den Rangzweiten Rot-Weiß Oberhausen an. Der TuS Lintfort hat spielfrei und ist erst am 17. Januar um 19.30 Uhr gegen den TB Oberhausen wieder aktiv.
Offensive des SV Neukirchen bekommt nicht viel auf die Kette
Gerade der Auftritt der Gäste in Hälfte eins war ziemlich grausig. Ohne Luca Böckel lag die Durchschlagskraft in der Offensive total brach. Der SV Neukirchen bekam so gut wie nichts auf die Kette – magere fünf Tore bis zum Halbzeitpfiff waren blamabel. „Wir haben die Bälle reihenweise weggeworfen oder sind erst gar nicht zum Abschluss gekommen“, bemängelte SVN-Coach Björn Baar. Und die Blau-Gelben mussten in der Partie weitere Nackenschläge hinnehmen: Torwart Michael Biskup fiel schon in der 15. Minute mit einer Leistenzerrung aus; Kreisläufer Marcus Bryja verabschiedete sich frühzeitig (39.) mit einer Bauchmuskelverletzung.
Der SV Neukirchen muss noch während des Spiels auf Michael Biskup und Marcus Bryja verzichten
Issum dominierte die Partie, ohne jedoch zu glänzen. „Uns fehlte das Tempo, weshalb der so wichtige Spielfluss nur selten aufkam“, betonte TVI-Coach Christian Ginters. „Deshalb blieb vieles Stückwerk. Es war mit Sicherheit nicht schön anzuschauen.“

Auch nach dem Seitenwechsel kam nie mehr Spannung auf. Issum nutzte die Möglichkeit und wechselte viel durch. So kamen unter anderem die beiden Youngster Bastian Basmer und Paul Schön zum Einsatz. „Wir hatten immer alles unter Kontrolle“, ergänzt Christian Ginters. Neukirchen versuchte nach dem Seitenwechsel ein anderes, positives Bild abzugeben. Dies gelang zwar in Teilen, mehr aber auch nicht. „Ich werde nicht den Stab über meine Mannschaft brechen. Es war ein komisches Derby, irgendwie ohne die richtige Emotionalität“, beschließt Björn Baar. „Wir haben uns in den zweiten 30 Minuten deutlich besser verkauft als zuvor.“
TVI: Hagmans 5, Leenings 4/1, Zadraschil 4, Sakulenski 3, Zell 3, Ernst 2, Schön 1, Cocco 1, Höhner 1, Krahl 1.
SVN: Körschen 5/1, Bartnik 3, Kaplanek 2, Casper 2, Feltgen 2, Bryja 2, Drymalla 1.
Zwei weitere Spiele in der Verbandsliga: TuS Lintfort holt den ersten Punkt – Yannick Schatull verletzt sich am Knie. TV Kapellen verliert
TuS Lintfort - TSG Kirchhellen 28:28 (16:13). Jubel, aber auch ein wenig Niedergeschlagenheit. Der TuS Lintfort hat in diesem Kellerduell alles „rausgehauen“, was geht. Die Einstellung stimmte von Minute eins an. Und auch sonst machte die Mannschaft vieles richtig. Als Belohnung gab es den ersten Punkt überhaupt in der Saison. Und TuS-Kapitän Sebastian Küpper spricht deshalb nach dem Abpfiff ganz klar von einem „Punktgewinn“. Aber die Stimmung wurde auch getrübt: Zum einen, weil der TuS Lintfort praktisch mit der Schlusssirene den bitteren Ausgleich schlucken musste. Zum anderen, weil sich Yannick Schatull bereits in der zweiten Minute wohl schwerer am Knie verletzt hat. „Es hat sehr vieles gepasst, was uns positiv ins neue Jahr blicken lässt“, ergänzt Küpper.
TuS: Nederkorn 10, König 9/2, Richardt 3, Hellwig 2, Klanten 2, te Morsche 1, Lessmann 1.

HC TV Rhede - TV Kapellen 34:27 (20:13). „Ich bin trotz der Niederlage nicht enttäuscht“, sagt TVK-Trainer Martin Gräfen: „Wir haben in einem Spiel mit extrem hohem Tempo im Bereich unserer Möglichkeiten überzeugt.“ Stammspieler Nils Deinert fehlte dem TVK allerdings sehr. Dafür hat Tim Kirschbaum nach langer Verletzungspause ein tolles Comeback hingelegt.
TVK: Peters 11, Kirschbaum 6/1, Hericks 3, Brunotte 2, Lenz 2, Blondin 1, Tischer 1, Kohn 1.


