Neues Jahr, neue Chancen. So viel Zuversicht darf schon erlaubt sein nach dem Jahreswechsel, auch wenn die Handballfrauen des Zweitligisten TuS Lintfort die offensichtliche sportliche Krise kaum über Silvester aus den Kleidern geschüttelt haben dürften. Vor dem schweren Auswärtsmatch am Samstag (18.30 Uhr) in Bayern beim ESV Regensburg empfahl Cheftrainerin Bettina Grenz-Klein ihren Spielerinnen durchaus den Blick in den Spiegel: „Jede sollte für sich selbst die eigene Vorstellung reflektieren und auch Selbstkritik üben.“

TuS Lintfort enttäuscht gegen Leverkusen auch in der Leistung

Das 22:33-Debakel gegen das bisherige Schlusslicht Bayer 04 Leverkusen war nicht nur im Ergebnis schwer verdaulich. Sondern auch in der gezeigten Leistung. „Da gab es wirklich nichts schön zu reden“, bekräftigt Bettina Grenz-Klein. Die blickt allerdings zügig nach vorn. Der befürchtete Abstiegskampf wird für den TuS ab Samstag ohnehin ein Dauerbegleiter in 2026 sein. In der kleinen, lauten Halle in Regensburg gegen einen gut eingespielten Gegner mit Leistungsträgerin Franziska Peter im rechten Rückraum vornweg dürfte wohl niemand von den Lintforterinnen eine Sensation erwarten.

Handball, 2. Bundesliga, Frauen: TuS Lintfort - VfL Waiblingen
Konnte beim TuS Lintfort einige der wenigen Akzente in der Offensive setzen: Leonie Udaw (am Ball).© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Doch einen klaren Auftrag wird Trainerin Bettina Grenz-Klein ihrer Mannschaft nach drei Trainingseinheiten rund um Silvester sicher mit auf den 580 Kilometer langen Weg geben, der wieder in Neunsitzer-Kleinbussen bewältigt wird: „Wir wollen eine Leistung bringen, die uns mitspielen und näher am Gegner dran sein lässt.“ Vor allem die Defensivarbeit steht hier im Fokus beziehungsweise auch in der Kritik. Ob Eins-gegen-eins-Situationen, gegnerische Anspiele an den Kreis zu Annika Ingenpaß (neun Tore) oder auch ein probates Mittel gegen Leverkusens wurfstarken Youngster Jessy-Marlonne Souza (sieben Tore): Kaum etwas wusste der TuS gegen Bayer 04 zu unterbinden. Grenz-Klein: „In der Abwehr muss etwas passieren. Ohne eine bessere Deckung kann der Angriff das Spiel nicht ausgleichen.“ Zumal es vorn ohnehin oft an der rechten Durchschlagskraft mangelt.

Nächstes Heimspiel gegen HC Rödertal

Auf das Gastspiel am kommenden Samstag beim ESV Regensburg folgt am 10. Januar sogleich wieder ein Heimspiel. Um 17.30 Uhr begrüßt der TuS Lintfort in der Sporthalle an der Eyller Straße den HC Rödertal. Der Tabellenvierte aus dem sächsischen Großröhrsdorf bei Bautzen nahe der polnischen Grenze hat in elf Punktspielen in dieser Saison bereits achtmal gewonnen.

TuS Lintfort: Pluspunkte für Neuzugang Leonie Udaw

Torjägerin Svenja Rottwinkel kam gegen Leverkusen nicht so richtig in Schwung. Neuzugang Vakare Damuleviciute vom Bergischen HC offenbarte zwar in Halbzeit eins ihr Potenzial. Die stämmige Nationalspielerin Litauens ging dann nach dem Wechsel aber auch mit unter. Den einzigen Pluspunkt des vergangenen Sonntags heimste sich Leonie Udaw ein. Der Youngster von der Turnerschaft St. Tönis traute sich aus dem Rückraum wenigstens mal etwas zu gegen die hart zupackende Werkselfen-Abwehr. Und hatte auch Erfolg.

TuS Lintfort - FSV Mainz 05
Musste erkältet beim TuS Lintfort zuletzt etwas kürzer treten: die Niederländerin Yara Vlaswinkel (am Ball).© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

In Regensburg wird einzig Lynn Broders fehlen. Die Kreisläuferin wird aufgrund ihrer Schulterverletzung vor einem halben Jahr wohl noch bis Mitte Januar brauchen, um wieder einzusteigen. Die Niederländerin Yara Vlaswinkel musste gegen Leverkusen stark erkältet kürzer treten, könnte aber am Samstag wieder eine größere Rolle im Rückraum und in der Deckung einnehmen.

TuS Lintfort: Freigabe für Kleijkers noch fraglich

Offen ist noch, ob der TuS Lintfort seinen zweiten Neuzugang aus der Weihnachtszeit im Rückraum einsetzen kann. Die niederländische Mittelangreiferin Femke Kleijkers vom Erstligisten Geleen trainiert zwar schon seit einiger Zeit an der Eyller Straße mit. Gegen Leverkusen fehlte allerdings noch die benötigte internationale Spielgenehmigung für die 19-jährige Rückraumspielerin.