Als ob die ganze Situation nicht schon bedrückend genug wäre. Nun breitet sich neben der sportlichen Misere das Verletzungspech auch noch aus. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort müssen mit einer niederschmetternden Hiobsbotschaft leben: Insa Weisz ist verletzt. Die nimmermüde Leistungsträgerin hat sich am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen die Rödertal-Bienen einen Finger der linken Wurfhand gebrochen. Eine Operation ist unumgänglich. Insa Weisz, die nicht nur im rechten Rückraum viel Verantwortung zu tragen hat, verrichtet bekanntlich auch in der Defensive regelmäßig Schwerstarbeit, gibt in den Zweikämpfen immer alles. Die Zwangspause kann sechs bis acht Wochen andauern.

Insa Weisz wird nach ihrer Operation sechs bis acht Wochen ausfallen

Die Mannschaft muss diesen Schock erst einmal verdauen, hat aber überhaupt keine Zeit, um Trübsal zu blasen. Die nächste, derzeit wohl schwerste Aufgabe wartet bereits. Der TuS Lintfort tritt am kommenden Sonntag um 16 Uhr beim verlustpunktfreien Tabellenführer und somit Top-Aufstiegskandidat Nummer eins, HC Leipzig, an.

2. Handball-Bundesliga, Frauen: TuS Lintfort - Bayer Leverkusen
Scheut beim TuS Lintfort keinen Zweikampf: Insa Weisz (im Vordergrund), links schaut ihre Kapitänin Jana Willing zu.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

„Der Ausfall von Insa trifft uns besonders hart“, betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein: „Insa ist nicht zu ersetzen – ob als einzige Linkshänderin im Rückraum oder in der Verteidigung auf der Halbposition. Wir müssen uns nun neu aufstellen, die Aufgaben umschichten und anders verteilen. Das wird nicht einfach.“

Bettina Grenz-Klein: „Wir müssen uns nun neu aufstellen, die Aufgaben umschichten und anders verteilen“.

Gleichwohl: Die Aussichten des TuS Lintfort, in Sachsen etwas Zählbares zu ergattern, sind äußerst gering. Leipzig stellt ein relativ junges Team, ist allerdings mit zahlreichen qualitativ hochwertigen Spielerinnen bestückt. Das Paradestück der Mannschaft ist die überragende Verteidigung – kein Verein der 2. Bundesliga hat weniger Gegentore kassiert. Zusätzliche Stabilität kommt von der Torhüterposition. Nele Kurzke (35 Jahre) nimmt aufgrund ihrer großen Erfahrung stets Einfluss auf die Deckungsarbeit ihrer Mitspielerinnen und ist selbst ein überragender Rückhalt zwischen den Posten.

2. Handball-Bundesliga, Frauen: TuS Lintfort - Bayer Leverkusen
Beim TuS Lintfort hofft man auf ihren Einsatz: Rückraumspielerin Leonie Udaw.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

„Für meine Spielerinnen wird es extrem schwer, sich gegen dieses Bollwerk durchzusetzen“, weiß Bettina Grenz-Klein: „Von daher heißt es: Wir benötigen von der ersten Minute an unbedingt eine positive Energie – eine erhöhte Laufbereitschaft, ein sicheres Passspiel und entschlossenen Torabschlüsse.“

TuS Lintfort bangt noch um Einsatz von Leonie Udaw

Spannend ist dabei, mit welcher Formation der TuS Lintfort aufläuft. Denn einige Einsätze wackeln noch. Werden Leonie Udaw nach ihrer Sprunggelenksverletzung, Eva Manthei nach ihrem grippalen Infekt oder Anita Polackova nach ihrer Gehirnerschütterung noch rechtzeitig fit? Alea Mattig, die jüngst wegen einer Fußblessur passen musste, kehrt aller Voraussicht nach ins Aufgebot zurück. Lynn Broders, die gegen Rödertal nach langer Verletzungspause ihr Comeback feierte, ist wieder dabei.