Eine dicke Überraschung gab es am Samstagabend in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord der Männer: Mit 3:0 setzte sich ein abstiegsgefährdetes Team gegen eine Mannschaft aus dem Topbereich der Tabelle durch. Alle Fans des Moerser SC, die gehofft haben, damit sei ihr Team gemeint, dürften enttäuscht sein: Vielmehr war es der bisherige Drittletzte, der TSV Neustrelitz, der mit dem Erfolg gegen den vor dem Spieltag auf Platz zwei stehenden VV Humann Essen wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt holte. Dem Aufsteiger von der linken Rheinseite blieb dies einmal mehr verwehrt: Beim TuS Mondorf kassierte der MSC eine 0:3 (19:25, 13:25, 24:26)-Niederlage und ist jetzt noch ein Stück weiter vom rettenden Ufer entfernt.

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Für Martin Schattenberg, den derzeitigen Interimstrainer beim MSC nach der Trennung von Henrik Rieskamp, war die Partie in Niederkassel zuvor „das erste von acht Endspielen“ um den Klassenerhalt gewesen. Dass seine Mannschaft diese Botschaft vernommen hatte, war in der Anfangsphase zu erkennen. Die Gäste kamen gut ins Spiel, erspielten sich eine 11:6-Führung. Auch beim Stand von 14:9 sah es noch so aus, als könnten die Moerser sich an diesem Abend stark in Szene setzen. Dann kämpften sich die Hausherren jedoch Punkt um Punkt heran, glichen zum 15:15 aus, lagen dann ihrerseits mit 18:15 und schließlich vorentscheidend 22:16 vorn. Beim Stand von 18:24 aus Gästesicht konnte der erste Satzball noch abgewehrt werden, den folgenden Aufschlag setzte aber Lukas Schattenberg ins Netz.

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Im zweiten Satz war den Rot-Schwarzen der Frust über den misslungenen Auftakt anzumerken. Nun wollte gar nichts mehr funktionieren. 2:8, 3:10, 4:14 – die Aussicht auf einen Satzgewinn flog davon. Am Ende konnte das Schattenberg-Team zwar die Einstelligkeit abwenden, doch mit 14:24 wurde dieser Durchgang eine deutliche Angelegenheit.

Das sah dann in Satz drei auf einmal wieder ganz anders aus. Nun wollten die Moerser ganz offensichtlich noch einmal ihre Chance nutzen. Wieder lagen sie zunächst mit 9:6 in Führung, ließen Mondorf aber erneut herankommen. Insgesamt blieb es aber eng, keine Mannschaft konnte sich auf mehr als zwei Punkte absetzen. Eine knappe 20:19-Führung gab der MSC wiederum aus der Hand, stattdessen verbuchte der TuS beim Stand von 24:23 den ersten Matchball, der jedoch stark abgewehrt wurde. Der zweite folgte jedoch auf dem Fuß und wurde auch genutzt. Es folgte das in dieser Saison nur zu bekannte Bild: Der Gegner führt Freudentänze auf, beim MSC herrscht die große Enttäuschung vor.

„Stark angefangen, stark nachgelassen, danach wieder gut gefangen“, so fasste Martin Schattenberg den Auftritt an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zusammen. Aufschlag und Annahme, so der Coach, seien letztlich die entscheidenden Faktoren gewesen. Darauf soll im Training in dieser Woche der Fokus gelegt werden. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) steht in Rheinkamp die nächste schwere Aufgabe gegen Spitzenreiter FC Schüttorf auf dem Programm.