Die gut 30 mitgereisten Fans des Moerser SC sorgten auf der minimalistisch aufgebauten Tribüne der Dreifachturnhalle des Kölner Georg-Büchner-Gymnasiums durchaus für aufbauende Stimmung. Und die Zweitliga-Volleyballer legten beim Mitaufsteiger MLK Volleys dazu auch einen starken Fight auf das Parkett. Am Ende allerdings überwog der Frust über eine neuerliche Niederlage. „Zu viele Fehlentscheidungen“ hatte Coach Martin Schattenberg ausgemacht, die einen Hoffnungsschimmer für den Tabellenletzten gründlich wegwischten. Nach dem durchaus vermeidbaren 1:3 (21:25, 25:19, 20:25, 22:25) im Kölner Südwesten kann nur noch ein sportliches Wunder die Adler vor dem Abstieg retten.
Moerser SC führt im vierten Satz schon mit 18:13 und verliert noch
„Die Mannschaft hat das Herz heute auf dem Platz gelassen. Deshalb tun mir meine Jungs nach solch einem Ausgang auch wirklich leid“, gestand Trainer Schattenberg mit Blick auf seine geknickt in die Umkleidekabine schlurfenden Spieler. Schattenbergs Aussage war vor allem mit Blick auf die Schlüsselszenen im vierten Satz gerichtet. Der MSC führte da schon eigentlich sicher mit 18:13, schien die nun immer fehlerhafter in den Abschlüssen wirkenden Junkersdorfer tatsächlich in die Knie zu zwingen.
Moerser SC scheitert im vierten Satz an starker Kölner Block-Abwehr
Doch plötzlich rasselte es bei den Moersern Fahrkarten, die das Momentum unverhofft wieder auf die gegnerische Seite schoben. Das lag vor allem daran, dass sich die Gastgeber bisweilen exzellent und letztlich gewinnbringend im Blockspiel erwiesen. Und gerade durch die Mitte kam Moers eher wenig zum Zug. Ex-WM-Starter Tim Broshog wusste oftmals nicht durchschlagend genug die Bälle zu platzieren.

Selbst zwei MSC-Auszeiten inmitten der Kölner Aufholjagd bremsten die Spielwende nicht mehr. Statt fünfter Satz hieß es binnen weniger Minuten aus Gäste-Sicht: 1:3 verloren, wieder null Punkte und eine tiefe Enttäuschung im Nacken. Vor allem auch auf Punktegarant Jakub Petras hatten sich die Domstädter recht gut eingestellt. Der Slowake wurde in der Endphase des dritten und auch des vierten Satzes effektiv geblockt. Weil daneben nur Außenangreifer Lukas Schattenberg, bester MSC-Spieler in Köln am Samstag, verlässlich zu punkten wusste, schien der Moerser Angriff in den entscheidenden Phasen schlicht zu oft lahmgelegt.
Aber ab Montag geht es darum, sich auf Neustrelitz zu fokussieren. Es bleibt uns ja nichts anderes übrig.
Martin Schattenberg, Cheftrainer des Volleyball-Zweitligisten Moerser SC
MLK Volleys Köln sind in der Block-Abwehr einfach effektiver
Auch Enrico Scarpi, zuletzt beim 2:3 im Heimspiel gegen den FC Schüttorf 09 noch gut in der Spur, brachte lange kaum einen Ball ins Ziel, wurde aber auch von Zuspieler Nico Haug nicht allzu häufig mit Vorlagen bedacht. „Am Ende war Köln schlicht in der Block-Abwehr effektiver. Na klar sind jetzt alle enttäuscht. Aber ab Montag geht es darum, sich auf Neustrelitz zu fokussieren. Es bleibt uns ja nichts anderes übrig, wenn wir noch irgendwie im Spiel bleiben wollen“, betont Trainer Martin Schattenberg.
Moerser SC erwartet am kommenden Samstag den PSV Neustrelitz
Am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Enni-Sportpark) könnte bei einer neuerlichen Niederlage gegen den mitgefährdeten PSV Neustrelitz der sportliche Abstieg aus der 2. Bundesliga schon besiegelt sein, sollten die Konkurrenten aus Moerser Sicht ungünstig spielen. Ob die Schattenberg-Mannen bis dahin den Kölner Nackenschlag aus dem rot-schwarzen Trikot schütteln können, wird sich zeigen.
MSC-Start-Sechs: Scarpi, Haug, L. Schattenberg, Petras, Bartsch, Broshog; Libero: Illmer – eingewechselt: Bartsch.


