Das war ein Drama mit schwarz-gelbem Happy Ende: In einem mitreißenden Match der Abstiegsrunde in der Eishockey-Regionalliga West siegte der GSC Moers am Donnerstagabend mit 7:3 (0:0, 2:2, 5:1) über den Neusser EV und machte nicht nur die 1:10-Auftaktpleite vergessen. Die Black Tigers sicherten im vorletzten Spiel der Relegationsrunde den lang ersehnten Klassenerhalt. Trotz drei Rückständen, Verletzungspech und teils strittiger Zeitstrafen zeigten die Gastgeber eine beeindruckende Moral und hatten das letzte Wort. Im Schlussdrittel gelangen dem GSC schließlich fünf Tore in zehn Minuten.
GSC Moers gerät dreimal in Rückstand, Patrick Klein verletzt sich
Die richtungsweisende Partie war von Beginn an hart umkämpft, die Gäste aus Neuss erwischten den etwas besseren Start. Vor allem über die rechte Seite wurde der NEV durch Luca Werner immer wieder gefährlich, GSC-Torwart Patrick Klein zeigte sich jedoch stets auf dem Posten. Auch die Black Tigers hatten einige aussichtsreiche Kontersituationen, doch der Offensive unterliefen zu viele Stockfehler im letzten Spieldrittel. So ging es torlos in die erste Drittelpause.

Das sollte sich dann aber schnell ändern. Nicht einmal eine Minute war im zweiten Drittel gespielt, als Thimo Dietrich einen Moerser Puckverlust trotz GSC-Überzahl eiskalt zum 1:0 bestrafte. Die Schwarz-Gelben zeigten jedoch eine gute Reaktion auf den Rückschlag. Jan Theuerkauf und Tobias Esch kombinierten sich in der 24. Spielminute gut durch die Mitte, Lars Ehrich veredelte den Angriff mit starkem Dribbling und Beinschuss gegen NEV-Torhüter Max Drücker zum Ausgleich.
GSC Moers: Tatjana Pfeifer ersetzt verletzten Patrick Klein gut
Nur 15 Sekunden nach dem 1:1 bescherte Thimo Dietrich seiner Mannschaft dann die erneute Führung. Aber auch auf diesen Dämpfer hatten die Grafschafter eine schnelle Antwort parat. Das Team von Max Eberlein musste zwischenzeitlich drei Zeitstrafen auf einmal hinnehmen, kam durch Tristan Pfeifer nach 27 Minuten aber trotzdem zum erneuten Ausgleich. Kurz darauf verletzte sich GSC-Goalie Patrick Klein und konnte nicht weiterspielen. Die eingewechselte Tatjana Pfeifer machte ihren Job gut, so dass es mit dem Stand von 2:2 in das letzte Drittel ging.
Ich glaube, die Situation um Patrick Klein hat uns nochmal zusammengeschweißt und nach vorn geschickt.
Max Eberlein, Trainer des Eishockey-Regionalligisten GSC Moers
GSC Moers spielt sich am Ende in einen Torrausch
Auch im letzten Drittel eröffneten die Rot-Weißen das Torfestival. In der 44. Minute war es erneut Thimo Dietrich, der den Puck in Unterzahl zum 3:2 durch die Beine von Pfeifer schob. In der Folge drückte Moers auf den Ausgleich und belohnte sich für einen kämpferischen Auftritt. Jan Theuerkauf bescherte seinem Team zehn Minuten vor Schluss mit einem starken Distanzschuss das erlösende 3:3.

Damit war der Knoten bei den Black Tigers gelöst. Nicolas Lesch, Tristan Pfeifer, Christian Robens und Neuzugang Christian Preiss schraubten das Ergebnis innerhalb kürzester Zeit auf 7:3 in die Höhe. Nach Abpfiff gab es bei den 130 Zuschauern in der Enni-Eiswelt dann kein Halten mehr. Der Moerser Anhang feierte mit der Mannschaft ausgiebig den Klassenerhalt.
„Es war über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte GSC-Cheftrainer Max Eberlein trotz des deutlichen Ergebnisses. „Ich glaube, die Situation um Patrick Klein hat uns nochmal zusammengeschweißt und nach vorn geschickt“, erklärte Eberlein sich das furiose Auftreten seiner Mannen im letzten Abschnitt. Am Sonntag (18.15 Uhr, Enni-Eiswelt) gegen Rivale Grefrather EG können die Black Tigers im Saisonschlussmatch befreit aufspielen.


