Es war zweifellos ein Samstagabend der Abschiede beim Volleyball-Zweitligisten Moerser SC im Enni-Sportpark. Der Abschied vom eigenen Publikum aus einer unerquicklichen Saison. Der sportliche Abschied aus dem Bundesliga-Unterhaus. Der Abschied von Zuspieler Fabio Bertea (Studiengründe), Mittelblocker Tim Ihde (hört auf) und Außenangreifer Luca Wagner (beruflicher Wechsel). Das Trio, das am Ende den gut 400 Zuschauern am Mikrofon für die Unterstützung der Adler dankte, war den mühsamen Weg nach dem freiwilligen Zweitliga-Ausstieg im Frühjahr 2022 von der Regionalliga über die 3. Liga bis zurück in die 2. Bundesliga bravourös mitgegangen.
Abschlussmatch für Moerser SC am 21. März bei Humann Essen
Trainer Martin Schattenberg wurde nicht ans Hallenmikrofon gebeten. Hier ist der Abschied erst einmal aufgeschoben. Der seit Mitte Januar coachende Gymnasiallehrer hat seine finale Entscheidung noch nicht getroffen. Die Saison ist mit dem verdienten 3:0 (25:23, 28:26, 25:19) im Heimspiel vom Samstagabend gegen den Kieler TV freilich auch noch nicht zu Ende. Am 21. März (19.30 Uhr) wartet zum Abschluss noch das Gastspiel bei lokalen Ligarivalen VV Humann Essen. Die engsten MSC-Fans werden sich dann sicher noch einmal in die Halle des Gymnasiums an der Wolfskuhle aufmachen und anfeuern. Auch wenn die Essener in dieser Saison neun Heimspiele in Serie gewonnen haben.
Die Jungs haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie in der Liga doch richtig sind. Schade, dass die Saison in zwei Wochen vorbei ist.
Martin Schattenberg, Cheftrainer des Volleyball-Zweitligisten Moerser SC
Auch die Münster Volleys sind nun sportlich aus der 2. Bundesliga abgestiegen
Eine gewisse Restspannung bleibt ohnehin. Durch die 1:3-Niederlage der nun sportlich ebenfalls abgestiegenen Münster Volleys gegen den PSV Neustrelitz hat sich der MSC erstmals seit dem 16. November wieder auf den elften Tabellenplatz geschoben. Der spielt allerdings im Endklassement nur dann eine Rolle, wenn ein aktueller Zweitligist widererwartend seine Lizenz zurückgeben sollte. Vor dem Mikrofon nach dem Kiel-Match verzichtete allerdings Klubchef Guido Lohmann, vermutlich sogar bewusst, darauf, den Anhängern ein Wiedersehen in der 3. Liga zu wünschen. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

Trainer Martin Schattenberg durfte mit seinen Mannen am Samstagabend strahlen. Okay, das Spiel gegen Kiel war beidseitig bisweilen ziemlich fehlerlastig. Gleichwohl ging der Moerser Sieg nach einer kämpferisch guten Leistung zweifelsohne in Ordnung. „Die Jungs haben Charakter bewiesen und sich erhobenen Hauptes von den Fans verabschiedet“, befand Martin Schattenberg und versprach: „In Essen in zwei Wochen wollen wir uns auch noch einmal ins Zeug legen.“
Moerser SC wehrt im zweiten Satz mit etwas Glück zwei Satzbälle ab
Im streckenweise nervösen ersten Satz war Jakub Petras mit neun Punkten ein Faktor. Es gab allerdings auch fünf Aufschlagfehler und einige Versteller von Zuspieler Nico Haug. Der steigerte sich in der Folgezeit. Das galt auch für das Blockspiel, wo Tim Broshog und auch Petras im zweiten Satz einige Aktionen hatten. Nach 21:17 wäre der Satz allerdings fast noch in die Binsen gegangen. Nach einer Moerser Fehlersalve hatte Kiel zwei Satzbälle, die der MSC aber mit etwas Glück entschärfte. Um dann selber mit einem Kieler Ausball noch 28:26 zu gewinnen.

Nach der Zehn-Minuten-Pause schien Kiel fahrig, machte eine Menge Fehler. Doch der MSC brauchte bis zum 18:16 durch den gut aufgelegten Lukas Schattenberg, um sich entscheidend abzusetzen. Der Mittelblock mit Gold-Gewinner Broshog und Luis Bartsch holte dann den Matchball raus. „Die Jungs haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie in der Liga doch richtig sind. Schade, dass die Saison in zwei Wochen vorbei ist“, beschloss Coach Schattenberg den Volleyballabend.
In der 3. Liga West wohl gegen Topfavorit Eintracht Spontent aus Düsseldorf
Nach Lage der Dinge wird es der MSC dann in der 3. Liga West mit dem vermeintlichen Topfavoriten Eintracht Spontent aus Düsseldorf zu tun bekommen, dessen Jahresetat sich, so jedenfalls Spekulationen in der Volleyballbranche, über 300.000 Euro bewegen soll. Für Drittliga-Verhältnisse ziemlich üppig.
MSC-Start-Sechs: Scarpi, Bartsch, Haug, L. Schattenberg, Petras, Broshog; Libero: Illmer – eingewechselt: Ihde.


