Passend zum Gastspiel des Tabellenführers war am Sonntagnachmittag beim Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort großer Sponsorentag. Rund 40 Gönner überzeugten sich bei Speis und Trank live davon, wie das Team von Trainer Meik Bodden aktuell in der Spur ist. Was gegen den ESC Rellinghausen nach einer Halbzeit mit reichlich Spielglück noch günstig aussah, endete jedoch im Frust. Ein verschossener Foulelfmeter von Carlos Pin war gegen abgezockte Essener letztlich die verpasste Spielwende, die es in der zweiten Halbzeit gebraucht hätte. Mit dem 1:3 (1:0) liest sich die Lintforter Rückrundenbilanz bei nur einem Sieg und vier Niederlagen in sechs Matches ziemlich dürftig.

Beim 1. FC Lintfort startet Luke Winter im Tor

Coach Bodden kehrte mit der Startelf zum bewährten 4-2-3-1 zurück. Und dies mit Luke Winter im Tor. Der junge Winterzugang aus St. Tönis ersetzte den privat verhinderten Jan-Philip Roolfs. Halbzeit eins verlief aus Lintforter Sicht durchaus ideal. Die Gäste hatten meist die Ballhoheit, versuchten gegen die neu gestaffelte Abwehrkette Druck aufzubauen. Keeper Winter fischte alles weg, was auf seinen Kasten kam. Einmal hatte der 20-Jährige aber auch ziemliches Glück. Ein Innenpfostentreffer von Tristan Richter flog dem Torsteher genau in die Arme (33.).

Fußball-Landesliga: 1. FC Lintfort - ESC Rellinghausen
Hatte offensiv nicht allzu viele gute Aktionen: Linksaußen Abdoulaye Sall (links), hier gegen Rellinghausens 2:1-Torschütze Simon Neuse.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Fünf Minuten später jubelten dann die Lintforter. Ein Zauberpass über die Essener Abwehrkette hinweg von Innenverteidiger Jan Ziebell, der insgesamt einen guten Eindruck hinterließ, nahm Mittelstürmer Carlos Pin auf und versenkte per Flachschuss. Wenig später wäre sogar ein 2:0 drin gewesen. Doch da scheiterte Pin nach schönem Zusammenspiel mit Abdoulaye Sall freistehend an Rellinghausens Torsteher Fabrice Haller.

ESC Rellinghausen trifft zweimal innerhalb von drei Minuten

Das Lintforter Spielglück sollte im zweiten Durchgang aber nicht halten. Was die Gastgeber auch zu einem guten Teil selbst verschuldeten. Beide Gegentore waren schlicht schlecht verteidigt. Vor dem 1:1 ließen die Lintforter den Flankengeber auf Direkttorschütze Niklas Piljic gewähren (49.). Drei Minuten später entstand aus einem Fehlpass im Spielaufbau die Gäste-Führung durch Simon Neuse. Hier schien die komplette FCL-Abwehr im Strafraum unsortiert.

Fußball-Landesliga: 1. FC Lintfort - ESC Rellinghausen
Spielte im defensiven Mittelfeld des 1. FC Lintfort mit Marcel Goretzki: Winterzugang Thorsten Kogel (rechts), hier gegen Can Funke vom ESC Rellinghausen.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Trotzdem hätte die Niederlage nicht sein müssen. Zügig gab es einen an Carlos Pin verschuldeten Foulelfmeter. Doch der offensive Alleinaktivposten platzierte die Kugel nicht genau genug in der linken Torecke. Für ein mögliches Nachschusstor kam Ouassim El Abdouni zu spät. Nicht nur in dieser Szene wirkten die Rellinghauser spritziger und wacher.

In der ersten Halbzeit haben wir aus wenig viel gemacht. Danach haben wir dann mit Fehlern dafür gesorgt, dass sich das Spielglück gewendet hat.

Meik Bodden, Cheftrainer des Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort

Mangels Torgefährlichkeit brachte die Schlussoffensive der Gastgeber kaum nennenswerte Aktionen. In der vierten Nachspielminute bekamen die Gäste dann nach Konter noch einen Foulelfmeter. Mit der letzten Ballberührung der Partie verwandelte Bünyamin Sahin zum 3:1-Endstand.

Beim 1. FC Lintfort gibt Furkan Baydar sein Comeback

Trainer Meik Bodden war naturgemäß zerknirscht: „In der ersten Halbzeit haben wir aus wenig viel gemacht. Danach haben wir dann mit Fehlern dafür gesorgt, dass sich das Spielglück gewendet hat.“ Nach fünfwöchiger Verletzungspause feierte Furkan Baydar als Linksverteidiger sein Comeback. Der 21-Jährige hatte gegen den starken Aaron Oteng-Appiah, der in der neuen Saison für Oberligist Schwarz-Weiß Essen stürmen wird, allerdings einen schweren Stand.

1. FC Lintfort: Winter - Baydar, Hoffmeister (76. Owuka), Ziebell, Haub - M. Goretzki (61. Ngangjoh), Kogel - Sall (82. van Radecke), Riad (68. Köksel), El Abdouni (68. Schwarz) - Pin.