Der Rahmen beim Topspiel der Fußball-Landesliga war am Freitagabend prächtig. Rund 700 Zuschauer verfolgten ein hektisches Match zwischen dem SV Budberg und dem SV Scherpenberg, das einen durchaus unerwarteten Verlauf nahm. Die Gäste entpuppten sich als defensivstark und letztlich auch torgefährlicher. Der sehenswert und eiskalt herausgespielte Treffer des Abends durch Baha Arslanboga auf Vorlage von Kapitän Stefan Kapuscinski in der 54. Minute entschied das Match letztlich verdient mit 1:0 (0:0) für die eigentlich nicht favorisierten Moerser.

Im Topspiel kochen nach dem Schlusspfiff die Emotionen hoch

Dass die Emotionen nach dem Match auf dem Feld etwas hochkochten, war dem Spiel sicher nicht angemessen. Wer wem nach fast acht Nachspielminuten eine unliebsame Beleidigung ins Gehör geschickt hatte, ließ sich dann im Getümmel kaum zweifelsfrei rekonstruieren. Die beiden Cheftrainer jedenfalls, Tim Wilke für Budberg wie auch Sven Schützek, konnten sich am Ende auf einen Grundsatz einigen: „Beleidigungen gehören sich nicht.“

Zweimal rettet SV Budbergs Torhüter Marc Anders in höchster Not

Im Derby selbst ging es erst in der Endphase rustikaler zur Sache. In der Startphase versuchte es Budberg zügig mit Angriffsdruck, holte in zwölf Minuten sechs Ecken raus. Die einzige wirklich gute Torchance hatte Ole Egging in der 15. Minute im Scherpenberger Strafraum. Auf der Gegenseite war Keeper Marc Anders gegen SVS-Mittelstürmer Vedad Music (7.) und Baha Arslanboga (20.) jeweils in Eins-gegen-eins-Situationen gefordert, hielt aber seinen Kasten sauber. Der schnelle Wechsel auf der Außenbahn vom muskelgezerrten Felix Weyhofen zu Florian Mordt nach nur acht Spielminuten nahm keinen negativen Einfluss auf die SVB-Bemühungen.

Rheinberg / Moers: Fußball-Landesliga SV Budberg – SV Scherpenberg
Für den SV Budberg hatte Ole Egging (rechts), hier gegen Kaan Terzi, zwei gute Einschussmöglichkeiten.© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Auch nach der Pause wirkte Scherpenberg entschlossener, in den Zweikämpfen stets bissig und nach vorn auch zielstrebiger. Was sich dann im erwähnten Führungstor durch Baha Arslanboga widerspiegelte. Linksaußen Gabriel Derikx verpasste wenig später nach etwas zu scharfer Rechtsflanke von Marcel Kretschmer nach mögliche 2:0 (61.).

SV Budberg hat es offensiv gegen den SV Scherpenberg schwer

Budberg brauchte bis in die Schlussviertelstunde hinein, um die Partie noch irgendwie in den Vorwärtsgang zu bekommen. Doch eine wirklich klare Ausgleichschance gab es nicht. Einmal verstolperte Oliver Nowak frei an der Strafraumgrenze die Kugel (76.), dann kam erneut Ole Egging im SVS-Strafraum zum Schuss: wieder drüber (84.).

Rheinberg / Moers: Fußball-Landesliga SV Budberg – SV Scherpenberg
Zeigte beim SV Scherpenberg vor großer Kulisse eine gute Partie im defensiven Mittelfeld: Nils Werner (links), hier gegen Budbergs Alessandro Hochbaum.© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Am Ende feierten die Scherpenberger lautstark im Mittelkreis, angefeuert vom gelb-gesperrten Emirhan Karaca. „Wir haben alles sehr gut wegverteidigt. Und wir hatten auch mehr Torchancen. Die gesamte Mannschaft hat sich ein Lob verdient“, befand Gäste-Trainer Sven Schützek. Sein Kollege Tim Wilke meinte: „Wir haben nicht auf unserem möglichen Peak gespielt, waren weitgehend auch nicht im roten Bereich. Nur in den letzten zwanzig Minuten war eine gewisse Dynamik da.“ Der verpasste Sprung an die Tabellenspitze beschäftigte Wilke nur wenig: „Ich kann die Niederlage gut aushalten.“

SV Budberg: Anders – Eckhardt, La. Severith (71. Warnke), Terfloth, Ueberfeld – F. Weyhofen (8. Mordt, 77. Berg), Hochbaum, Egging, Nowak (85. Jansen) – Paul, Hahn.

SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga (78. Wastian), Saiti, Williams, Kapuscinski - Werner, K. Terzi (90.+5 A. Terzi) - Derikx (84. Grillemeier), Ba. Arslanboga, Kretschmer (65. Kücükarslan) - Music (90.+1 Redam).