Schon am Tag vor dem Heimspiel gegen den zuletzt in starker Form aufspielenden VfB Speldorf hatte Meik Bodden eine gewisse Zuversicht ausgestrahlt. Die Spielidee, wie der Favoritenschreck der Fußball-Landesliga ausgebremst werden kann, setzte der 1. FC Lintfort schließlich nach dringlicher Empfehlung seines Trainers dann auch gut um. Ein wenig Glück brauchte es am Ende zwar, um die Mülheimer Gäste mit 2:1 (1:0) zu besiegen. Insgesamt ging der Heimerfolg nach einer couragierten Leistung wegen der Chancenmehrzahl in Ordnung.

1. FC Lintfort: Carlos Pin muss angeschlagen passen

Mittelstürmer Carlos Pin verbrachte seinen 25. Geburtstag als Zuschauer. „Mein Knie hat gegen Rellinghausen etwas abbekommen. Ich muss mich noch schonen“, erklärte der Lintfortern Torjäger. Auch Außenverteidiger Jonas Haub (Infekt) musste erneut passen, Routinier Thorsten Kogel fehlte gelb-gesperrt. Vorn kam der A-Jugendliche Taycan Köksel (18) erstmals von Beginn an zum Einsatz und bildete mit Andre Rieger und Abdoulaye Sall die offensive Dreierreihe, die im 3-4-3 gegen den Speldorfer Ballbesitz einige Male erfolgreichen Druck ausübte.

Fußball-Landesliga: 1. FC Lintfort - VfB Speldorf
Foul an Princely Ngangjoh vom 1. FC Lintfort, da muss Speldorfs Torwart Sebastian Speen mit Referee Malte Kalinowski kurz drüber sprechen.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Aus einer solchen Situation heraus gelang ein schnelles Führungstor. Ein Risikopass von VfB-Keeper Sebastian Speen brachte Außenstürmer Rieger ins Solo, das nur durch ein Notfoul gebremst werden konnte. Speldorf hatte Glück, dass es nicht hier schon eine Rote Karte gab. Den fälligen 22-Meter-Freistoß schoss Rieger dann per Flatterball bildschön in die rechte Torecke (12.). Danach fiel den Mülheimer Gästen im Vorwärtsgang zunächst nicht allzu viel ein.

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Princeley Ngangjoh verpasst zweimal das Lintforter 2:0

Auf der Gegenseite war zweimal die Chance aufs 2:0 gegeben. Abdoulaye Salls Kopfball lenkte Keeper Speen zur Ecke (16.), in einer Eins-gegen-eins-Situation parierte der Torsteher gegen Princeley Ngangjoh (31.). Speldorf hatte dagegen nur einen Freistoß von Torjäger Calvin Küper zu bieten. Der zielte aber aus 20 Metern knapp links neben den Lintforter Pfosten (36.).

Fußball-Landesliga: 1. FC Lintfort - VfB Speldorf
Für den VfB Speldorf kam in der Endphase auch Maximilian Fritzsche (21) nicht mehr zum Ausgleichstreffer.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Eine schnelle Rote Karte nach der Pause, als Carl Paul gegen Andre Rieger die Notbremse bediente, spielte den Gastgebern jedoch nicht gerade in die Karten. Speldorf erarbeitete sich in Unterzahl gegen eine bisweilen etwas ungeordnete Lintforter Defensive einige Chancen. Ausgehebelt war die FCL-Abwehr dann vor dem 1:1 durch Torjäger Calvin Küper. Dessen Solo hatte der eingewechselte Janis Timm mit einem starken Zuspiel aus der eigenen Hälfte eingeleitet.

Ouassim El Abdouni macht für den 1. FC Lintfort das Siegtor

Als Speldorf sich entschloss, die Partie nun vollends aus den Angeln zu heben, kamen die Gastgeber doch noch zum zweiten Treffer. Eine weite Linksflanke von Simon Schwarz legte Abdoulaye Sall auf den einschussbereiten Ouassim El Abdouni (79.). Wenig später musste dann Keeper Jan-Philip Roolfs seine Klasse unter Beweis stellen, als er gegen einen Kopfball aus kurzer Distanz nach einer von acht VfB-Ecken eine Glanzparade hinlegte.

„Wir haben insgesamt eine gute Leistung geboten und auch verdient gewonnen“, lobte Coach Meik Bodden. Der musste kurz nach der Pause seinen zentralen Innenverteidiger Lars Hoffmeister, bis dahin wie schon in Werden-Heidhausen (4:3) zuletzt gut im Spiel, vorsichtshalber wegen Knieproblemen rausnehmen. Ob Hoffmeister bis zur nächsten Aufgabe am Gründonnerstag (18.30 Uhr, Ruhrstadion) beim Mülheimer FC wieder einsatzbereit ist, wird sich zeigen.

1. FC Lintfort: Roolfs - Louma, Hoffmeister (56. Ziebell), Vizuete Mora - Schwarz (87. Riad), Baydar, Ngangjoh (90. Klement), El Abdouni - Rieger (68. M. Goretzki), Sall, Köksel (56. van Radecke).