Mittwochabendspiel in Niederwenigern? Da dauert die Anreise aus Moers für gute 50 Kilometer bis in den Hattinger Ortsteil gern mal 90 Autominuten. Die Landesliga-Fußballer des SV Scherpenberg waren zwar trotz Stau-Stress pünktlich bei den gastgebenden Sportfreunden versammelt. Doch von Beginn an wurde man das Gefühl nicht los, dass der Aufstiegsanwärter nicht wirklich bei der Sache war. Die Diskrepanz zu einem spielstarken, bissigen, schnellen Gegner äußerte sich letztlich krass im Resultat. Die Mannen um Trainer Sven Schützek kassierten eine verdiente 1:5 (0:3)-Packung. Was dem Aufstiegskampf wieder zusätzliche Spannung verleiht.

SV Scherpenberg startet mit der Hamborner Formation

Die Gäste starteten in der Hamborn-Formation, hatten von Beginn an zwar die Ballhoheit. Doch wirklich viel mochte offensiv gegen das 5-3-2 der einsatzfreudigen und bissigen Gastgebern nicht gelingen. Alles wirkte etwas zu statisch, ohne die zündende Idee, eher rückwärts statt vorwärts. Auf der anderen Seite spielte sich das Team des scheidenden Dauer-Trainers Marcel Kraushaar immer wieder im Direktpass in die Vorwärtsposition. Gern auch nach Scherpenberger Ballverlusten im Spielaufbau.

Rheinberg / Moers: Fußball-Landesliga SV Budberg – SV Scherpenberg
Traf für den SV Scherpenberg am Mittwochabend in Niederwenigern zum 1:3: Außenstürmer Marcel Kretschmer (in Grau).© FUNKE Foto Services | Karl Banski

So wirkten die Gegentreffer in Halbzeit eins irgendwie allesamt ähnlich. Erst war Scherpenbergs rechte Abwehrseite im Sauseschritt überspielt. Moreno Mandel vollstreckte freistehend im Strafraum (9.). Nur acht Minuten später der nächste Schnellangriff. Diesmal lahmte die linke Defensivseite der Gäste. Es war überraschend, dass ausgerechnet der eher schmächtige Außenstürmer Marcel Kretschmer im Strafraum plötzlich gegen den bulligen 2:0-Schützen Frederik Loch in einer Eins-gegen-eins-Situation die Kohlen aus dem Feuer holen sollte.

Torjäger des SV Scherpenberg sind offensiv zugedeckt

Komplett ausgehebelt war Scherpenberg dann beim 0:3. Folarin Williams entschied sich im 2-1-Konter der Sportfreunde falsch, so dass Sekvan Rascho von der rechten Seite aus nahezu unbedrängt auf Keeper Gian-Luca Reck zusteuern durfte (33.). Reck rettete dazu gleich dreimal gegen Lach. Auf der Gegenseite gab es allenfalls Halbchancen, die aber Kretschmer sowie die gut zugedeckten Torjäger Vedad Music und Baha Arslanboga eher halbherzig vergaben.

SV Scherpenberg wechselt in der Halbzeit dreimal

Trainer Sven Schützek schickte zeitig seine Ersatzspieler hinter das Tor warmlaufen. In der Halbzeit wurde dreimal getauscht. Mit Ömer Akbel vorn, Emirhan Karaca vorgezogen, Baha Arslanboga als Linksaußen, Nils Werner auf der Sechs und Conner Wastian als Linksverteidiger schien etwas mehr Feuer in die Aktionen zu kommen. Marcel Kretschmers schöne Direktabnahme zum 1:3 nach Flanke von Arslanboga schien eine Wende in den Bereich den Möglichen zu rücken (49.).

Fußball-Landesliga, SV Scherpenberg - DJK Katernberg
Torhüter Gian-Luca Reck vom SV Scherpenberg hatte in Niederwenigern einen schweren Mittwochabend.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Doch wirklich gute Chancen zum 2:3 blieben Mangelware. Niederwenigern war im Konter deutlich gefährlicher. Frederik Lach war mit einer Vielzahl an Möglichkeiten kaum zu bremsen. Letztlich schlug aber noch zweimal „Büffel“ Moreno Mandel zu. Einmal nach Stellungsfehler von Folarin Williams (76.), dann nach einem Patzer von Conner Wastian (78.). Letzterer hatte in der 53. Minute Glück, nicht die Rote Karte gesehen zu haben. Nach einem hohen Bein ins Gesicht von Robin Duesmann, der mit Platzwunde und Kopfverband ausgewechselt werden wurde, beließ es Referee Philipp Langer (SVH Mülheim) bei Gelb.

Trainer Sven Schützek: Machen die Niederlage nicht größer, als sie ist

Trainer Sven Schützek war naturgemäß enttäuscht: „Die Niederlage geht völlig in Ordnung, auch wenn ich nach dem 1:3 das Gefühl hatte, wir können noch einmal zurückkommen. Wir machen die Sache aber nicht größer, als sie ist. Schließlich haben wir nicht den letzten Spieltag und mit der Niederlage den Aufstieg verspielt.“ Das 1:5 war erst die zweite Pflichtspielpleite seit dem Trainerwechsel im September von Christian Mikolajczak zu Sven Schützek.

SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga (46. Wastian), Saiti, Williams, Kapuscinski - Karaca, K. Terzi (83. Kücükarslan) - Derikx (46. Werner), Ba. Arslanboga (90.+1 Fuhrmann), Kretschmer - Music (46. Akbel).