Als der K.-o.-Schlag gegen die Landesliga-Fußballer des 1. FC Lintfort am Donnerstagabend im Mülheimer Ruhrstadion vollstreckt wurde, waren noch genau fünf Sekunden der regulären Spielzeit auf der Uhr übrig. Das letztlich frustrierende 1:2 (1:0) beim MFC durch Torjäger Oben Robert Molango hatten sich die Gäste allerdings selbst zuzuschreiben. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit abkochen und auch sonst viel vermissen lassen“, befand Trainer Meik Bodden. Der wollte den Frust, den beispielsweise Torhüter Jan-Philip Roolfs nach dem Match zur Schau stellte, nicht zu hoch hängen: „Das war keine gute Leistung, wir waren aber personell auch sehr eingeschränkt.“

1. FC Lintfort holt den knieverletzten Tim Ulrich aus Schonnebeck

Vor dem Match hatten die Lintforter in Tim Ulrich einen neuen Offensivspieler an Land gezogen. Der 22-Jährige hatte in dieser Saison für Oberligist Spielvereinigung Schonnebeck allerdings nur wenige Einsatzminuten im Niederrheinpokal. In einem Kreisliga-A-Spiel der Essener Zweiten zog sich Ulrich im September 2025 einen Kreuzbandriss zu und ist seitdem außer Gefecht. Schon vor dem Trainingsstart in Lintfort wird der ehemalige Homberger, der für den VfB in der Oberliga immerhin 59 Oberligaspiele bei 14 Treffer bestritt, auf sein Comeback hinarbeiten.

Landesliga in Essen
Kommt zum 1. FC Lintfort: Tim Ulrich (rechts), in der vergangenen Saison noch für den SV Budberg in der Landesliga aktiv.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

In Mülheim am Mittwochabend war Abdoulaye Sall als zentraler Offensivspieler in der Startelf aufgeboten. Und der staubte nach 19 Minuten einen gut von Robin van Radecke im Mülheimer Strafraum erkämpfte Ball zum in Halbzeit eins verdienten 1:0 für die Lintforter ab. Coach Bodden musste in Innenverteidiger Lars Hoffmeister und Linksaußen Andre Rieger kurzfristig wegen Verletzung zwei Spieler aus der Startelf streichen.

Mülheimer FC startet mit Ava Kader vom GSV Moers als Mittelstürmer

Die neu formierte Fünferkette mit Routinier Thorsten Kogel in der Zentrale ließ gegen die ganz in Rot gedressten Mülheimer keine echte Torchance zu. Bei den Gastgebern startete Ava Kader, ehemals GSV Moers, für Torjäger Oben Robert Molango in vorderster Linie, hatte es aber schwer, sich in Szene zu setzen.

Fußball-Landesliga: 1. FC Lintfort - VfB Speldorf
Brachte den 1. FC Lintfort am Donnerstagabend im Mülheimer Ruhrstadion per Abstauber in Führung: Abdoulaye Sall (vorn). © FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Das Bild setzte sich in der zweiten Halbzeit allerdings nicht fort. Die Gastgeber gingen in einem beidseitig mäßigen Match nun bissiger zur Sache. Lintfort wurde in allen Belangen immer fahriger, vorn wie hinten. Neun Minuten nach der Pause packte die Abwehr im Strafraum nicht recht zu. Ava Kader war zentral freistehend der Nutznießer. Wenig später hatte Lintfort Glück, dass ein Mülheimer Kopfballtreffer nicht zählte: Abseits (67.).

In der zweiten Halbzeit enttäuscht 1. FC Lintfort auf der ganzen Linie

Auf der Gegenseite war ein Distanzschuss von Furkan Baydar die einzige wirklich gute Torchance (69.). Die Offensive war eher ein laues Lüftchen. Sämtliche Standardsituation waren schwach ausgeführt. Dazu entpuppten sich alle möglichen Steilpässen in die vorderste Linie als viel zu ungenau. Coach Bodden: „Die Mängelliste war leider zu lang.“

Yassine Riad wechselt vom 1. FC Lintfort zum FC Neukirchen-Vluyn

Dass am Ende auch noch das Siegtor für die ebenfalls nicht überzeugenden Gastgeber viel, war ärgerlich. Wieder schien die Abwehr nicht im Bilde. Das nutzte der eingewechselte Oben Robert Molango zum umjubelten Siegtor aus. „Aufgrund der ersten Halbzeit wäre ein 1:1 schon verdient gewesen“, beschloss Coach Bodden einen ärgerlichen Fußballabend im Ruhrstadion.

Übrigens: Yassine Riad, einer von sieben Abgängen im Lintforter Landesliga-Team, hat für die neue Saison einen Verein gefunden. Der Mittelfeldspieler geht zum Bezirksligisten FC Neukirchen-Vluyn zurück.

1. FC Lintfort: Roolfs - Ziebell, Louma, Kogel, Vizuete Mora, El Abdouni - Baydar, Ngangjoh (86. Riad) - Schwarz (75. Köksel), Sall, van Radecke (59, Haub).