Es wurde laut am Krausen Bäumchen. Die Sportanlage des ESC Rellinghausen im Essener Südosten war fest in der Hand der Anhänger des SV Budberg. Sie hatten die Fahrt ins Ruhrgebiet angetreten in der Hoffnung, am Ende etwas zum Feiern zu haben, und sie wurden von ihrer Mannschaft nicht enttäuscht. Der Spitzenreiter der Fußball-Landesliga, vor einer Woche noch beim 0:1 gegen Abstiegskandidat PSV Lackhausen böse ausgerutscht, zeigte nun ein ganz anderes Gesicht und gewann das Topspiel beim unmittelbaren Verfolger unter dem Strich hochverdient mit 3:0 (2:0).
Die Frage, ob er enttäuscht sei, verwunderte Tim Wilke ein wenig. Worüber wohl, wollte der Trainer des SVB wissen – und lachte ob der Aufklärung. Beim Stand von 3:0 lag nämlich sogar die Möglichkeit in der Luft, den direkten Vergleich nach der 1:5-Heimklatsche in der Hinrunde zu egalisieren. „Daran habe ich tatsächlich nicht eine Sekunde gedacht“, meinte Wilke, der aber dann zumindest gern die Wiedergutmachung besprach: „Nach der schlechtesten Saisonleistung im Hinspiel haben wir heute unsere beste Saisonleistung gezeigt.“
Nach der schlechtesten Saisonleistung im Hinspiel haben wir heute unsere beste Saisonleistung gezeigt.
Tim Wilke, SVB-Trainer
Kommt so hin. Wer die Partie der Vorwoche verfolgt hatte, nahm nun verwundert zur Kenntnis, wie der SVB sich offenbar am Gegner steigerte und in der coolen Manier der fast kompletten bisherigen Rückserie auch in Rellinghausen die Fäden über weite Strecken in der Hand hielt. Das ließ sich vielleicht nicht immer am Ballbesitz festmachen, aber an der Art und Weise, wie die Gäste ihr Spiel organisierten. Das lag sicherlich auch an der Rückkehr von Felix Weyhofen in die Startelf nach seinem Muskelfaserriss; zudem stand die Innenverteidigung mit Laurin Severith und Tim Beerenberg überaus sicher.

Aus Sicht der eindeutig in der Überzahl befindlichen Budberger Fans ging das Ganze ab der zwölften Minute in die richtige Richtung. Der SVB setzte sich in der Hälfte der Gastgeber fest und brachte Felix Weyhofen in gute Position. Seinen Schuss fälschte dann der einlaufende Fynn Eckhardt aus zehn Metern unhaltbar für Keeper Fabrice Halle ins Netz ab. In der Folge versuchten sich die Essener zu sortieren und kamen dann auch gefährlicher vor den Kasten der Schwarz-Weißen, den Marc Anders aber sauber hielt. Ein Konter brachte dann das 2:0, als Felix Weyhofen aus 17 Metern Entfernung mit links abzog und überaus sehenswert in den Winkel traf.
In der Phase unmittelbar vor dem Wechsel musste Tim Wilke dann einige Male mit seiner Mannschaft schimpfen, weil sie nicht ganz so agierte, wie er sich das vorstellte. Mit Beginn des zweiten Durchgangs sah das aber wieder deutlich besser aus, unmittelbare Chancen erspielte sich der ESC nicht mehr. Auf der Gegenseite hätte Budberg die Partie schon früher entscheiden können, scheiterte aber mit einigen aussichtsreichen Aktionen wie beispielsweise der allein aufs Tor zulaufende Alessandro Hochbaum (55.). Unmittelbar im Gegenzug drohte gleich zweimal Unheil, als zunächst Laurin Severith einen Essener gerade noch vor dem Strafraum auf Kosten einer gelben Karte stoppen konnte und der fällige Freistoß nicht den Weg ins Tor fand. „Das war eine spielentscheidende Szene“, fand Tim Wilke.
Wirklich entschieden war die Partie dann in der 73. Minute. Nach einem langen Schlag aus der eigenen Hälfte ging Moritz Paul allein auf das ESC-Tor zu und überwand Haller zum 3:0. Den Hausherren war danach anzumerken, dass sie nicht mehr an eine Wende zum Besseren glaubten, wodurch der SVB den Sieg locker nach Hause bringen konnte.
SVB: Anders – Eckhardt, Beerenberg, Laurin Severith, Ueberfeld (61. Mordt) – Hahn (88. Warnke), Felix Weyhofen (90. Jansen), Hochbaum – Nowak, Paul, Egging (85. Vana).


