Als am Freitagmittag gegen 13 Uhr der erste Lauf der Pro-MX2-Klasse am Eyller Berg startete, gab es an vielen Stellen auf den Naturtribünen des Landschaftsschutzgebietes keinen Platz mehr in den ersten Reihen. Mit Campingtischen und -stühlen bepackt, sicherten sich die Motocross-Fans in Kamp-Lintfort schon am Vormittag die besten Plätze. Besonders beliebt: die Flächen mit bestem Blick auf die Teile der Strecke, wo die Fahrer auf ihren Gefährten durch die Luft fliegen. Und wo man den Benzingeruch und die ein oder andere Staubwolke aus nächster Nähe wahrnehmen konnte.
73. ADAC Motocross in Kamp-Lintfort: Familien machen es sich gemütlich
Auch Michael Kloster hat zusammen mit Frau Carolina und Sohn Elias den Maifeiertag genutzt, um einen Familientag beim Motocross zu verbringen – und das nicht zum ersten Mal. Bereits in den vergangenen Jahren haben sie den Fahrern bei ihren Sprüngen und Drifts auf der Offroad-Strecke zugeschaut. Aus ihren Erfahrungen der letzten Jahre haben sie jedoch gelernt. Während sie sich bei den vorherigen Malen noch mit einer kleinen Schippe kleine Kulen in den Hang schlugen und dann auf einer Decke die Rennen verfolgten, nahm die campingerprobte Familie in diesem Jahr eine kleine gepolsterte Bank mit. Nicht nur aufgrund des besseren Komforts fand der elfjährige Elias das Event in diesem Jahr besser. Auch der strahlende Sonnenschein und die angenehmen Temperaturen im Schatten trugen ihr Übriges dazu bei. Und natürlich stand auch der Sport bei den dreien im Fokus. „Ich finde die Beiwagen am besten“, sagt Carolina Kloster. Michael Kloster fand alle Kategorien klasse – „Hauptsache Action“, erklärt der Familienvater.

Auch Helmut Schlee kennt das Event gut. In den vergangenen Jahren hat er mit seinen beiden Kindern und der Familie die Rennen besucht – in diesem Jahr war er alleine an der Strecke. Besonders ist für ihn vor allem der Rundkurs, auf dem die Motorsportler ihre Runden drehen. „Das Gelände hier ist ideal, weil sich die Leute über die ganze Strecke verteilen können“, sagt er. Einen bestimmten Fahrer unterstütze er nicht, das Fahren allgemein interessiere ihn sehr. „Diese vielen Sprünge machen es sehr interessant“, erklärt er. Aber auch die unterschiedlichen Herangehensweisen der Fahrer auf den verschiedenen Streckenabschnitten interessieren ihn sehr. „Das ist schon cool, wie die fahren – besonders die Unterschiede, wenn man den ersten und den letzten vergleicht“, sagt er.
Über 3000 Zuschauer sind in Kamp-Lintfort an der Strecke
Nicht nur die geschätzt mehr als 3000 Besucher hatten bei der diesjährigen Austragung des Motocross-Events viel Spaß. Auch der Motorclub Kamp-Lintfort als Veranstalter zeigt sich zufrieden. „Es war genauso gut wie im vergangenen Jahr auch“, erklärt Sprecher Roland Beyer. Auch wenn es Luft nach oben gebe: „Wir wünschen uns natürlich auch immer mehr Publikum. Aber wir haben ja auch ein langes Wochenende, an dem immer viele Menschen verreisen.“
Das Gelände hier ist ideal, weil sich die Leute über die ganze Strecke verteilen können.
Helmut Schlee, Zuschauer beim Motocross-Rennen am Eyller Berg in Kamp-Lintfort
Dass in Kamp-Lintfort überhaupt gefahren werden konnte, hatte auch mit der Arbeit der vielen Helfer zu tun. „Wir hatten jetzt die letzten Wochen trockenes Wetter“, erklärt Beyer die Problematik mit dem aufwirbelnden Staub. Deswegen sei die Arbeit der Helfer im Vorfeld umso wichtiger gewesen. Diese haben in den Tagen vor den Rennen die Strecke bewässert. „Alles in allem muss man denen ein großes Kompliment machen, dass sie sich so da hineingehängt haben“, erklärt Beyer. Damit die Motocrossrennen auch langfristig in Kamp-Lintfort eine Zukunft haben, braucht der Verein dringend neue und vor allem junge Mitglieder und Helfer.

Als Sieger der Klasse Pro MX1 durfte sich Damien Knuiman feiern lassen. Der Sieger beider Läufe landete mit fast einer Minute Vorsprung am Ende deutlich vor Hans Vermeiren und Ben Gosepath, welche die Plätze zwei und drei belegten. Der Neukirchen-Vluyner Luca Herwix landete nach Platz sechs im ersten Lauf und Rang sieben im zweiten Lauf im Endergebnis auf Rang sechs
Wir wünschen uns natürlich auch immer mehr Publikum. Aber wir haben ja auch ein langes Wochenende, an dem immer viele Menschen verreisen.
Roland Beyer, Sprecher des Motorclubs Kamp-Lintfort über die Zuschauerzahl
In der Klasse Pro MX2 setzte sich Jakob Zweiacker gegen seine Verfolger Ralf Meuwissen und Philipp Garcke durch. Ron Groneschild vom MCC Neukirchen-Vluyn wurde auf seiner KTM 125 SX Sechster. In der Gästeklasse fuhr Jürgen Küppers mit zwei Siegen allen davon. Der Neukirchen-Vluyner Kevin Herwix wurde hier Dritter.

Aufregung gab es beim letzten Rennen des Tages – bei dem der Seitenwagen. Beim zweiten Lauf kippte ein Gespann in der Zielschleife um und lag mittig auf der Fahrbahn. Die Rennleitung entschied aus Sicherheitsgründen zwei Minuten und zwei Runden vor dem Ende, das Rennen abzubrechen. Sieger der Kategorie wurden die Niederländer Ijen Kops und Robin Könst, die sich unter anderem gegen Lokalmatador Jan Hoormann und seinen Beifahrer durchsetzten, die ebenfalls auf dem Treppchen landeten.


