Eine Zigarette zum Entspannen und ein Fläschchen Gerstensaft zur Belohnung: SV Budbergs Angreifer Lennart Hahn strahlte auch ein paar Minuten nach dem Schlusspfiff über beide Backen. Der 23-Jährige hatte mit seinem Flachschuss in der fünften Nachspielminute den Gastgebern nicht nur das schwer erkämpfte 2:1 (0:0) gegen den Tabellenvierten Blau-Weiß Mintard gerettet. Der Aufstiegskrimi mit dem SV Scherpenberg (zuvor 12:0 über Rhenania Bottrop) ist nun definitiv auf den letzten Spieltag verschoben. Spitzenreiter Budberg müssen bekanntlich am 31. Mai, dem vorletzten Spieltag, ja spielfrei wegen dem Rückzug des GSV Moers aussetzen. „Es ist schlicht das Größte im Fußball, in solch einem Moment Sekunden vor Schluss zu treffen“, gab Lennart Hahn zu Protokoll.
Budberg und Scherpenberg liefern sich einen Showdown am 7. Juni
Coach Tim Wilke musste erst einmal tief durchschnaufen. „Es ist nicht vorbei, so lange es nicht vorbei ist“, brachte der Trainer einen bekannten Satz aus dem amerikanischen Profisport mit Blick aufs Last-Second-Siegtor und den Aufstiegsfight. Dazu fügte Wilke treffend an: „So wie die Saison bisher verlaufen ist, muss es mit dem Showdown im Juni einfach enden.“ Scherpenberg kann mit zwei Siegen aufsteigen, darf sich aber keinen Patzer erlauben, um am Ende gegen Budberg nicht doch noch den Kürzeren zu ziehen.

Trainer Wilke konnte wieder Linksverteidiger Fynn Eckhardt nach leichter Knieblessur aufbieten und stellte seine Startformation im Vergleich zum 3:1 bei der SG Schönebeck auf vier Positionen um. Gegen die zumeist tief stehende 5-4-1-Formation der Mülheimer Gäste tat sich Budberg von Beginn an schwer, irgendwie offensiv ins Match zu finden. Allein Außenstürmer Florian Mordt hatte zweimal die Führung auf dem Schuh. Der 21-Jährige verzog erst freistehend im Mintarder Strafraum (18.). Dann zog Mordt einen Abpraller von Torjäger Moritz Paul auf zwölf Metern hoch in den Fangzaun.
Blau-Weiß Mintrad trifft per Sonntagsschuss am Samstagabend
Der Tabellenvierte stand hinten solide, brachte aber nach vorn bis zum Pausenpfiff nichts zustande. Marc Anders im SVB-Tor wurde nicht einmal ernsthaft geprüft. Der leichte Langweiler wurde in der zweiten Halbzeit dann aber zum echten Krimi. Was an beiden Teams lag. Mintard traute sich nun mehr und kam durch einen 25-Meter-Strahl von Niklas Nett halbhoch und unhaltbar in die rechte SVB-Torecke zur sehenswerten Führung (60.).

Budberg setzte hiernach alles auf eine Karte, fuhr Angriff auf Angriff. Auch mit dem Risiko auf ein mögliches 0:2. Rund 300 Zuschauer bangten im Nieselregen. Bei den Auswechslungen machte Trainer Tim Wilke alles richtig. Fynn Jansen spielte, wie schon in Schönebeck, auf der linken Seite äußerst agil. Und besorgte in der 84. Minute per Abstauber den Ausgleich. Der ebenfalls eingewechselte Devin Warnke hatte per Kopf eingeleitet.
Wir haben die Leinen spät losgelassen. Im Gegensatz zu den 0:1-Spielen gegen Scherpenberg und Wesel aber nicht zu spät.
Tim Wilke, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Budberg
SV Budberg: Tim Beerenberg mischt beim Siegtor im Strafraum auch mit
In einer spannenden Schlussphase mit mächtigem Budberger Druck und lausig ausgespielten Mintarder Kontern machte sich dann auch der dritte Eingewechselte bezahlt. Tim Beerenberg setzte sich im Gäste-Strafraum gewinnbringend in Szene, Lennart Hahn versenkte den Ball aus halbrechter Strafraumposition flach in der linken Torecke. „Wir haben die Leinen spät losgelassen. Im Gegensatz zu den 0:1-Spielen gegen Scherpenberg und Wesel aber nicht zu spät“, befand ein glücklicher Tim Wilke nach Spielende.
SV Budberg hat nach Pfingsten erst einmal spielfrei
Nach dem Pfingstwochenende haben die Budberger spielfrei, Scherpenberg kann dann mit einem Sieg beim VfB Bottrop (30. Mai, 16 Uhr) nach Punkten mit den Rheinbergern gleichziehen. Am finalen 7. Juni erwartet Scherpenberg den PSV Wesel, der SV Budberg dann Viktoria Goch.
SV Budberg: Anders - Eckhardt (74. Warnke), Laurin Severith, Terfloth, Ueberfeld – Nowak, Hochbaum (90.+1 Häselhoff), Egging, Mordt (59. Jansen, 90.+6 Twardzik) - Hahn, Paul.


