Für den GSV Moers endet auch die Frauenfußball-Saison im Fiasko. Erst wurde die dritte Mannschaft abgemeldet, dann das zweite Team aus dem Verkehr gezogen. Am Sonntagmittag schließlich kämpften dann noch verbliebene acht Spielerinnen in der Regionalliga, immerhin die dritthöchste Spielklasse Deutschlands, ein verzweifeltes letztes Gefecht. Torfrau Tanja Soentjens sowie den Feldspielerinnen Ceylin Kurt, Iona Miyake, Lea Bukvasevic, Elona Sadiku, Laura Kleinwegen, Anna-Lena Gellesch und der früh nach einem Kopftreffer verletzten Sharifa Jaffari gebührte größter Respekt. Die Gelb-Schwarzen spielten beim 0:16 (0:5) gegen die Bundesliga-Reserve von SGS Essen die Saison eisern bis zum Schlusspfiff.
GSV Moers veröffentlicht Trainer-Trennung während des Spiels
Trainer Eckart Schuster bedankte sich an der Bank bei seinen treuen Mädels und verließ dann umgehend die Anlage an der Filder Straße. Aus gutem Grund. Als das Spiel in der Schlussphase noch lief, veröffentlichte der GSV über seinen Instagram-Account die Nachricht, dass sich der Verein vom Cheftrainer trennt. Nach „gemeinsamen Gesprächen“, wie es in der Mitteilung heißt. „Mit mir hat darüber niemand gesprochen. Und ich müsste ja zumindest erster Ansprechpartner sein, wenn es um die Trainerposition geht. Egal, wie dann eine Entscheidung ausfällt“, erklärte Schuster am Sonntag kurz nach Schlusspfiff gegenüber der Redaktion vor Ort. Dabei mochte der ehemaligen Trainer des MSV Duisburg das Verhalten des Fußballvorstandes aber öffentlich besser nicht werten.

Zum gesundheitlich offenbar angeschlagenen Frauenfußball-Abteilungsleiter Martin Walz hatte Schuster nach eigener Aussage noch am Donnerstag Kontakt. Offenbar stand da nicht fest, dass sich der Verein nach immerhin sieben kompletten Spielzeiten von seinem Cheftrainer trennt. Zuletzt hatte der GSV kaum noch eine vollzählige Elf zu den Regionalliga-Spielen aufbieten können. Schuster: „Die Frauenfußballabteilung beim GSV ist unter diesen Bedingungen doch tot.“
GSV Moers soll auf der Suche nach einem Trainer-Nachfolger sein
Die Vermutung liegt nahe, dass der GSV bald sein Banner „Gräfinnen-Schmiede“ vom Balkon des Klubhauses abhängen wird. Allerdings versichern die Grafschafter in der Instagram-Erklärung „neue Akzente zu setzen und die sportliche Ausrichtung anzupassen“. Die Suche nach einem neuen Trainer laufe auf Hochtouren, heißt es weiter. Und der Fokus soll auf der eigenen Jugend liegen. Ob das für einen Start des Absteigers in die Niederrheinliga qualitativ reicht? Beim GSV bleibt es, positiv geschrieben, spannend.


