Die laufende Fußball-Weltmeisterschaft jenseits des Atlantiks hatte am Samstag tatsächlich innovativen Einfluss auf die 100-Jahr-Feier des B-Kreisligisten FC Rot-Weiß Moers. Mehr als 500 Zuschauer waren über den Tag verteilt auf der Ascheanlage Am Jostenhof in Hülsdonk trotz einiger Konkurrenzfeste im Stadtgebiet mit dabei, als die Traditionsmannschaft des MSV Duisburg gegen ein rot-weißes All-Star-Team auflief. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius und angesichts der staubenden Asche gab es in beiden Halbzeiten, die jeweils 35 Minuten dauerten, ein Hydration Break a la WM. „Das war für alle Beteiligten durchaus gesund“, befand Vereinschef Paul Stucki über die zusätzliche Wasseraufnahme.
Unter den 500 Zuschauern sind auch einige Ehemalige von Rot-Weiß Moers
Der durfte mit seinem Helferteam sehr zufrieden mit dem Jubiläumssamstag sein. Der 500 Mitglieder starke Verein, der neben Fußball auch Turnen, Tischtennis und Volleyball anbietet, brachte einiges auf die Beine. Nicht nur die kickenden Nachwuchsteams und eine Tombola mit 900 Losen, bei der unter anderem Trikots der Nationalmannschaft im Topf waren. Es kamen auch einige ehemalige Rot-Weiße zur Platzanlage, um ein wenig in Nostalgie ans eigene frühere aktive Tun zu schwelgen.

Einer war Walter Hastedt. Der baute Anfang der 2000er-Jahre die Bambini bei Rot-Weiß Moers auf. „Da hat Walter natürlich Ehemalige getroffen, denen er im Alter von vier Jahren das Fußballspielen beigebracht hat“, berichtet Paul Stucki. Die Zuschauer brachten zudem einiges an Spendengeld in die Kasse, so dass vermutlich ein vierstelliger Spendenbetrag zusammen gekommen sein dürfte. Unter anderem für krebskranke Kinder, vielleicht auch an die Stammzellenspende-Organisation DKMS. „Wir haben noch nicht ausgezählt. Mal sehen, wie wir das Geld aufteilen“, so Stucki. Der TV Asberg brachte sich übrigens mit einem Blumenstrauß und einer Spende von hundert Euro gesondert ein. „Das war wirklich schön und lobenswert“, so Stucki.

Nach dem 4:2-Erfolg über die Zebra-Oldies, bei dem einige der 30 rot-weißen All Stars aus gesundheitlichen Gründen nur wenigen Minuten auf dem Spielfeld standen, ging es in den besinnlichen Feier-Abend zur benachbarten Freiwilligen Feuerwehr. Bürgermeisterin Julia Zupancic ließ es sich in diesem Rahmen nicht nehmen, eine rot-weiße Ikone zu ehren. Die mittlerweile 90-jährige Gerda Haferkamp ist seit 1965 im Verein. In dieser Zeit hat die Veteranin über sechs Jahrzehnte hinweg zahlreiche Posten bekleidet. Unter anderem als Leiterin des Vereinsheims oder auch als Sozialwartin und Schriftführerin.
Rot-Weiß Moers: Ehemalige Turnerin wird zur Fußballtrainerin
Die ehemalige Turnerin sattelte übrigens einst mit Hilfe ihrer Kinder zur Fußballtrainerin um und betreute anfangs die C-Junioren von Rot-Weiß Moers. Die 90-Jährige ist immer noch fit und sagt gern: „Ich würde im Verein immer mithelfen wollen. Aber mich fragt ja keiner.“


