Erleichtert? Meik Bodden pustete durch. „Erleichtert bin ich auch, wenn ich zehn Spiele gewonnen habe und dann noch das elfte“, sagte der Trainer von Fußball-Landesligist 1. FC Lintfort. Dennoch war es zweifelsohne ein gutes Gefühl, nach nur einem Punkt aus den beiden ersten Saisonspielen den Fehlstart abgewendet und den ersten Dreier eingefahren zu haben. Das gelang mit dem 4:1 (3:1) gegen den Mülheimer FC 97 letztlich halbwegs souverän.
Halbwegs insofern, dass der Auftakt der Partie so gar nicht nach Meik Boddens Geschmack war: „Es war so, als wären wir in den ersten Minuten noch in der Kabine geblieben.“ Aufmerksamkeit und Zweikampfverhalten erinnerten eher an die schlechte Phase in der Vorwoche, als es in Klosterhardt eine 1:5-Klatsche für die Lintforter setzte. Der Rückstand nach nur sechs Minuten war dann auch folgerichtig: Nach einem Mülheimer Freistoß, der an die Latte klatschte, konnte Harding Beira völlig allein gelassen zur Gästeführung abstauben (6.).
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Diesen Hallo-wach-Effekt schien es aus Sicht der Hausherren allerdings auch gebraucht zu haben. Es spielte ihnen zudem in die Karten, dass sich trotz der Führung nichts am Spielstil des MFC 97 änderte: „Die sind halt immer sehr offensiv, wodurch sich für uns Räume ergaben.“ Das konnte schon nach elf Minuten zum Ausgleich genutzt werden: Nach Vorarbeit von Lukas Meyer und Jonas Haub musste der in die Startelf gerückte Jan Goretzki nur noch einschieben. Auf sein Konto ging auch das 2:1 in der 26. Minute. Nach einem Ballgewinn von Fabio Forster im Mittelfeld kombinierte sich Goretzki mit seinen Angriffspartnern Abdoulaye Sall und Alfred Appiah durch und war letztlich erfolgreich.
Sall trifft zum 3:1
Mit dem Pausenpfiff erhöhte Lintfort dann auf 3:1. Dabei nutzten sie eine Unachtsamkeit in der Mülheimer Defensive, nachdem es rund um eine gelbe Karte Diskussionen gegeben hatte. Abdoulaye Sall bedankte sich dafür herzlich und schoss ein. Die Konsequenz aus diesem Treffer war allerdings keine ruhige zweite Hälfte, weil es der FCL versäumte, die sich nun bietenden weiteren Chancen zu nutzen. Stattdessen fand Mülheim noch einmal zurück ins Spiel und hätte durch den Ex-Lintforter Simon Schwarz zum Anschluss kommen können, doch Jan Roolfs entschärfte dessen starken Distanzschuss.
Alles klar war dann aber in der 79. Minute durch einen von Furkan Baydar verwandelten Handelfmeter, wobei Meik Bodden einräumte, selbst nicht mehr zu verstehen, wann ein solches Delikt bestraft wird oder nicht. Apropos Strafe: Mülheims Adin Hrustic kassierte kurz vor Schluss noch die gelb-rote Karte. Für den FCL geht es am kommenden Sonntag (15 Uhr) bei Viktoria Goch weiter.
FCL: Roolfs – Kogel, Brai, Meyer – Haub (82. Ramic), Forster, Vizuete Mora (63. Baydar), Maas (46. Hoff) – Appiah (72. Marcel Goretzki), Sall, Jan Goretzki (85. Ulrich).



