Die Auftritte des TuS Lintfort in der nach wie vor noch jungen Saison 2026/27 bleiben ein sportliches Auf und Ab. Gleichwohl herrscht diesmal eine gewisse Zufriedenheit. Nicht über die erwartbare 31:35 (13:16)-Niederlage beim Top-Klub Bergischer HC. Auch nicht über die damit einhergehenden wenig berauschenden 0:6 Punkte. Vielmehr sind es die positiven Signale mit einer klaren Botschaft, die das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein am Samstagabend aus der Sporthalle Wittkulle in Solingen an die restliche Konkurrenz der 2. Frauenhandball-Bundesliga gesendet hat. Hartnäckig- und Beharrlichkeit sollen sich auszahlen.
Drei Spiele, drei Niederlagen: TuS Lintfort befindet sich im Tabellenkeller
Der TuS Lintfort startete selbstbewusst. Dabei waren weder die notwendigen eigenen personellen Umstellungen, noch der Respekt vor dem hocheingeschätzten Gegner in irgendeiner Weise ein Hemmschuh. Im Gegenteil: Die Gäste präsentierten sich mutig, energiegeladen und lauffreudig, obwohl die zuletzt gut aufgelegte Luisa Bauder aufgrund ihrer Prellung an der Schulter, wie befürchtet, nicht mit dabei war. Jana Miller hingegen stand im Aufgebot. Ihre Knieverletzung ließ einen Einsatz zu. Jede einzelne TuS-Spielerin verbreitete umgehend eine positive Stimmung. Und gerade den Zusammenhalt in der Defensive gilt es dabei zu loben. Kampf war Trumpf, mit hoher Einsatzbereitschaft in den Zweikämpfen. Der BHC ließ sich natürlich nicht einschüchtern, trat in der Offensive aber nicht ganz so cool und abgezockt wie erwartet auf. Dies war mit Sicherheit auch ein Verdienst von TuS-Torsteherin Senanur Gün, die mehrmals mit sehenswerten Paraden die BHC-Angreiferinnen „abkochte“.

Die Folge war, dass der Außenseiter vom linken Niederrhein dem haushohen Favoriten aus dem Bergischen auf Augenhöhe begegnete. Auch die Spielstände sprechen eine eindeutige Sprache (7:6/15.; 11:10/23.). „Wir sind mit einer aggressiven Deckungsarbeit dem BHC-Angriff mutig entgegengetreten“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Es ist uns gelungen, den Gegner über weite Strecken zu stressen.“ Selbst der zuletzt „lahme“ Angriff präsentierte sich diesmal formverbessert. Der Ball lief ordentlich durch die eigenen Reihen. Spielerinnen nutzten zudem regelmäßig die Möglichkeiten zum Durchbruch mit einer insgesamt akzeptablen Trefferquote. Und Bettina Grenz-Klein ergänzt: „Mir hat gefallen, dass wir relativ ruhig geblieben und nicht wie jüngst in Regensburg in sinnlose Hektik verfallen sind. Es waren Kleinigkeiten, die die Mannschaften zur Pause getrennt haben.“
Bettina Grenz-Klein: „Mir hat gefallen, dass wir relativ ruhig geblieben sind“
Lintfort kam voller Motivation zurück aus der Kabine, verkürzte schnell auf 16:18 (34.). Doch dann riss der Spannungsbogen. Die Gastgeberinnen gaben in den folgenden Minuten mit überzeugenden Aktionen den Takt vor, bauten ihren Vorsprung in souveräner Manier ruckzuck auf 24:18 (42.) aus und ließen sich die Spielkontrolle auch nicht mehr entreißen. Lintfort versuchte in der Folgezeit vieles, wie beispielsweise die taktische Variante der 7. Feldspielerinnen. Aber das passende Rezept war nicht dabei. So war es in Summe zu oft die eine „überdrehte Aktion“ zu viel, ein unnötiger technischer Patzer – oder eben ein nicht gut platzierter Wurf. Die TuS-Spielerinnen verloren aber trotzdem nie ihre Kampfkraft und konnten deshalb das eigentlich ungleiche Duell in einem absolut erträglichen Rahmen halten. „Wir müssen manchmal einfach noch schlauer agieren. Doch die Ansätze waren richtig gut, dass stimmt mich zuversichtlich“, so das Fazit von Bettina Grenz-Klein.

TuS Lintfort: Katarina Longo, Senanur Gün, Laura Graef – Mia Hinz 3, Jana Miller, Insa Weisz 4, Jule Bachen 3, Jana Willing 3, Jamila Bouba 1, Tine Hinz 2, Yara Vlaswinkel 1, Leni Gerlach, Svenja Rottwinkel 8/4, Eva Manthei 6.
So geht es weiter: Auf Lintfort wartet nach zwei Auswärtsspielen in Folge nun wieder ein Heimauftritt. Die TuS-Spielerinnen haben am Sonntag, den 20. September, um 16 Uhr, in der Eyller Sporthalle, die Mannschaft des SV Werder Bremen zu Gast. Die Gäste sind nach drei Spielen ebenfalls noch ohne Pluspunkt.


