Es fühlt sich irgendwie so an, als ob reichlich Wut im Bauch auf ein gesundes Selbstvertrauen trifft. Auch am zweiten Spieltag der Handball-Verbandsliga gibt es aus regionaler Sicht einen emotionalen Höhepunkt. Wie am vergangenen Wochenende steht ein Lokalderby auf dem Terminkalender. Wieder mit dabei ist der TV Issum. Genau der Verein, der jüngst als Favorit bei der packenden 20:21-Niederlage beim TuS Lintfort unerwartet ins Straucheln geriet und einen insgesamt enttäuschenden Eindruck hinterließ. Wiedergutmachungspotenziale gibt es demnach reichlich. Mit dem SV Neukirchen erscheint allerdings nicht nur ein alter Rivale, sondern ein Gegner, der selbst nicht anderes als den Derbysieg im Visier hat. Die Blau-Gelben thronen nach dem Auftaktsieg gegen Kirchhellen immerhin von Tabellenspitze. Der Anwurf in der Sporthalle am Vogt-von-Belle-Platz ertönt am Samstag um 18.45 Uhr.
TuS Lintfort rechnet sich etwas aus
HC TV Rhede - TuS Lintfort (Sonntag, 18 Uhr). Die Gäste möchten die Euphorie aus dem Derbysieg gegen Issum nun in Rhede einbringen. Die Gastgeber sind schwer einzuschätzen, befinden sich im Umbruch, haben ihren Kader verjüngt. „Die Stimmung ist gut. Wir rechnen uns auch in Rhede etwas aus“, betont TuS-Kapitän Sebastian Küpper: „Wichtig ist aber, dass wir erneut eine überragende Einstellung in der Deckung finden, mit ausgeprägtem Kampf und nötiger Laufbereitschaft.“ Luis Hellwig und Jannik Schlieper fehlen.
Das Lokalderby wird am Samstag um 18.45 Uhr in der Sporthalle am Vogt-von-Belle-Platz angepfiffen
„Ich erwarte eine deutliche Reaktion meiner Mannschaft“, so die eindringlichen Worte von TVI-Trainer Christian Ginters: „Aber ich bin grundsätzlich guter Dinge, dass wir nicht noch einmal so schwach wie in Lintfort auftreten.“ Issum setzt in erster Linie auf seine bekannte Heimstärke. Dazu ist jedoch eine aggressive, in Phasen sogar körperlich robustere Gangart dringend von Nöten, um sich zum einem das Selbstvertrauen zu holen und zum anderen den Respekt des Gegners. Auf Torwart Jens Holsteg ist im Regelfall sowieso Verlass.

Probleme könnte es allerdings in der Offensive geben. In Lintfort lag es eindeutig an der viel zu laschen Einstellung. Die Mannschaft ließ die nötige Präzision im überwiegend fehlerbehafteten Spielaufbau vermissen. Und noch schlimmer: Die Konzentration sowie die Entschlossenheit beim Abschluss waren mangelhaft. „Wir müssen ganz einfach die Ruhe bewahren“, ergänzt Christian Ginters. „Klar, wir müssen unbedingt unsere Fehlerquote reduzieren, verfügen aber über die Qualitäten, um Neukirchen in Schwierigkeiten zu bringen.“ Mark Zell ist nach seiner Blauen Karte aus dem Derby beim TuS Lintfort gesperrt; die Rote Karte gegen Kollege Philip Ernst war nur eine Matchstrafe. Der Linksaußen ist wieder spielberechtigt.

Bei der Aufstellung des SV Neukirchen fehlen definitiv zwei Namen: Rückraumspieler Marvin Bartnik muss aus beruflichen Gründen passen, Torwart Moritz Ackermann wegen einer privaten Verpflichtung. Ob Vincent Lenz spielt, wird kurzfristig entschieden. Dafür steht die Rückkehr von Spielmacher Michael Casper an. „Wir freuen uns auf dieses Duell, reisen selbstbewusst an. Und natürlich: Wir wollen beide Punkte“, so die Ansage von SVN-Trainer Björn Baar: „Zuversichtlich stimmt mich vor allem unsere Angriffsleistung gegen Kirchhellen. Die Offensive hat einfach gestochen. Der Ball lief schnell durch die eigenen Reihen, die Effizienz war super. Für uns sind 38 Tore wirklich überragend.“
Aber Neukirchen muss an seiner Defensive „schrauben“. „Wir benötigen einfach klare Absprachen und Zuordnungen. Daran gilt es zu arbeiten“, so Björn Baar. „Meiner Meinung nach ist es keine Frage des Könnens, sondern der Einstellung: Will ich mich bewegen, meinen Gegenspieler aktiv angehen oder bleibe ich einfach abwartend am Kreis stehen?“


