Die 2. Handball-Bundesliga der Frauen klingt nicht nur schön, sondern liest sich auch auf dem Briefkopf neben dem Vereinslogo prächtig. Aber damit der Spielbetrieb erst reibungsfrei über die Bühne geht, müssen Verantwortliche viel Enthusiasmus an den Tag legen und jede Menge Arbeit leisten. Das Zauberwort heißt Sponsorenakquise. Die monetären Voraussetzungen sind die Basis, um überhaupt erst hochklassigen Frauenhandball zu gewährleisten. Beim TuS Lintfort, dem langjährigen Aushängeschild vom linken Niederrhein, ist das nicht anders. Ulrich Klein, 1. Vorsitzender des TuS Lintfort, ist es gelungen, zwei weitere Partner zu gewinnen.

Das Zauberwort heißt Sponsorenakquise

Die Klosterstädterinnen präsentieren deshalb pünktlich zur Saison 2026/27 ihr neues Heimtrikot und gehen ganz neue Wege beim Sponsoring. „Wir freuen uns sehr, dass wir zusätzliche Partner gewinnen konnten, die bereit sind, uns mit namhaften Beträgen zu unterstützen“, erklärt Ulrich Klein: „Wir müssen am Ende der Saison für die Lizenzierung einen Mindestetat von 150.000 Euro allein für den Frauenbereich nachweisen. Deshalb ist es wichtig, unsere wirtschaftliche Basis weiter zu verbreitern.“

Neuzugang Jana Miller ist im neuen Trikot des TuS Lintfort auf dem Weg zum Tor.
Neuzugang Jana Miller (mit Ball) ist im neuen Trikot des TuS Lintfort auf dem Weg zum Tor.© Roland Beyer | Roland Beyer

Und die 150.000 Euro sind nur für das Jahr 2026 zu leisten. Der Mindestetat erhöht sich für 2027 sogar auf 200.000 Euro. Das sind Summen, die der TuS Lintfort erst einmal stemmen muss. Niemand ist so naiv und glaubt, dass die gesamte „Kohle“ ausschließlich in die Spielerinnen fließt. Beim TuS Lintfort geht nach eigener Aussage gut „ein Drittel“ an Gehälter raus. Doch das sind letztendlich Gelder, über die andere Vereine nur müde lächeln. Der Durchschnittsetat der 2. Bundesliga der Frauen beträgt stattliche 435.000 Euro. Top-Vereine knacken gar die Millionengrenze.

2. Bundesliga der Frauen: Der Durchschnittsetat liegt bei 435.000 Euro

Der TuS Lintfort hingegen muss auch in Zukunft jeden Cent zweimal umdrehen. Die Kosten sind vielschichtig, wie beispielsweise: Abgaben an den Verband, Steuern von 19 Prozent, Reisekosten quer durch die gesamte Republik oder die Berufsgenossenschaft. Alles muss bezahlt werden. „Wir können die Gesamtlage gut einschätzen“, betont Ulrich Klein. „Wir wissen, dass wir das Schlusslicht bei den Finanzen sind.“

Wir wissen, dass wir das Schlusslicht bei den Finanzen sind.

Ulrich Klein, 1. Vorsitzender des Frauenhandball-Zweitligisten TuS Lintfort

Doch es wird weitergehen, und der TuS-Vorstand lobt dabei einen Sponsor ganz besonders: Die Sparkasse Duisburg. Das Geldinstitut ist seit mehr als 20 Jahren ein absolut verlässlicher Partner und war deshalb auch zurecht mit seinem Logo stets zentral auf den Trikots präsent. Doch die Sparkasse Duisburg gibt nun ihre exponierte Werbefläche für die neue Saison frei – ohne dabei ihr finanzielles Engagement zu reduzieren. Vorstandsmitglied Marcus Budinger dazu: „Wir stehen fest an der Seite der Handballerinnen des TuS Lintfort. Wenn wir durch eine andere Platzierung unseres Logos dazu beitragen können, zusätzliche Sponsoren und damit weitere finanzielle Mittel für den Verein zu gewinnen, unterstützen wir diesen Weg gern.“

Mannschaftsfoto und Köpfe von Handball-Zweitligist TuS Lintfort
Gibt die Richtung beim TuS Lintfort vor: Ulrich Klein, 1. Vorsitzender des TuS Lintfort.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Neu im „TuS-Boot“ sitzen nun der Malerbetrieb Gordon Mühlenbrock und Best Coins Investment (BCI). Beide Unternehmen engagieren sich mit einem gleich hohen Betrag und werden in der Mitte des Trikots platziert – die Sparkasse Duisburg rückt auf die Seite. Gordon Mühlenbrock, einer der beiden neuen Partner und zudem verantwortlich für das Sponsoring des TuS Lintfort: „Das neue Trikot ist wirklich sehr gelungen. Die Logos kommen hervorragend zu Geltung und auch die Sparkasse Duisburg an der Seite fügt sich sehr gut ins Gesamtbild ein.“

Luisa Bauder ist wieder fit – am 10. Oktober geht es beim HC Rödertal weiter

Übrigens: Die TuS-Spielerinnen befinden sich aktuell in einer spielfreien Zeit – Nationalmannschaft und DHB-Pokal –, trainieren aber. Neuzugang Luisa Bauder ist nach ihrer Schulterverletzung wieder genesen. Für den TuS Lintfort geht es erst am 10. Oktober beim HC Rödertal weiter, einem zeitintensiven und kostspieligen Trip in den fernen Osten Deutschlands.