Am 5. Dezember ist für den Moerser Boxer Sahan Aybay der große Tag. Dann tritt der 31-Jährige bei der WBF-Weltmeisterschaft in der Hauptstadt der Republik Moldau, in Chişinău, in zwölf Runden gegen den stark favorisierten israelischen Kämpfer Yan Zak an. Dieser Kampf wird im israelischen Fernsehen für ein Millionenpublikum live übertragen.
Jahrelange Arbeit: WM-Teilnahme für Aybay nur die Spitze des Eisbergs
Die Teilnahme an einer Box-Weltmeisterschaft hat sich Aybay seine gesamte Karriere über hart erkämpft. 17 seiner 19 Profikämpfe konnte der Moerser für sich entscheiden. „Über die ganzen Jahre habe ich mir mit vielen Wettkämpfen ein hervorragendes Ranking erarbeitet und wurde irgendwann vom Weltverband vorgeschlagen. Im Dezember findet ein einziger Kampf statt, die gesamte Arbeit dafür habe ich vorher gemacht“, sieht Aybay die WM-Teilnahme als Belohnung für seine beeindruckende Laufbahn.
Start der Box-Karriere beim ABC Rheinkamp
Der Moerser startete seine Box-Karriere im Alter von zehn Jahren beim ABC Rheinkamp. Nach weiteren Stationen in Deutschland beim Boxclub Ringfrei Oberhausen und dem Boxzentrum Münster kämpfte Aybay von 2019 bis 2021 professionell für den europäischen Boxverband EBU in Polen und stand bei dem großen Promotion-Unternehmen Tymex Boxing unter Vertrag. Die Coronakrise bremste seine Karriere dann jedoch vorerst aus.

Umso stolzer ist Aybay, im Dezember um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen. „Als Kind hat man nicht gedacht, dass man irgendwann mal um eine WM boxen wird“, blickt der Boxer auf seine Anfänge zurück. Gleichzeitig ist sich Aybay der Schnelllebigkeit des Boxsports bewusst. „Jeder Kampf kann der letzte sein, allein wegen möglichen Verletzungen“, lautet Aybays realistischer Blick auf seine Karriere. Hauptberuflich vom Boxsport leben kann der Moerser nicht. „Als Familienvater habe ich eine Verantwortung und muss da realistisch sein. Aber natürlich kann sich das mit jedem Kampf ändern“, spricht Aybay über die kleine Hoffnung, vielleicht doch noch mit dem Boxen sein Geld zu verdienen.
Neun Kämpfe, neun Siege: Aybay erwartet exzellenter Gegner
Der WM-Kampf kam für Aybay recht unverhofft. Das Promotion-Team seines Gegners schlug Aybay als Gegner vor, nachdem einige mögliche Gegner revidiert wurden. Aybays Gegner Yan Zak ist ein stark aufstrebender Boxer. „Er ist ein verdammt starker Junge, der beste israelische Kämpfer im Cruisergewicht“, weiß Aybay um die Qualität seines Kontrahenten. Zak gewann alle seiner neun professionellen Kämpfe, sieben beendete der „Terminator“ durch K.o., also vorzeitig. In der offiziellen Rangliste des Boxweltverbands ist der Israeli in seiner Gewichtsklasse auf Rang 35. „Das ist für mich eine Riesenbühne, auf der ich auch die Grafenstadt Moers repräsentieren will. Egal, wie der Kampf ausgeht: Ich bin stolz auf mich“, freut sich Aybay auf seinen großen Auftritt im Ring.
Als Familienvater habe ich eine Verantwortung und muss da realistisch sein.
Sahan Aybay, über die Hoffnung, vom Boxen leben zu können
Der Boxer im Supermittelgewicht freut sich auch auf den Aufenthalt in der moldauischen Hauptstadt abseits des Kampfes. „Es ist immer schön, fremde Kulturen und neue Leute kennenzulernen“, berichtet der Grafschafter von den angenehmen Begleiterscheinungen seiner Reisen für den Boxsport. Die Reisekosten für sich und eine Begleitperson werden dem Moerser finanziert. Trotzdem ist er noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren, um sich so professionell wie möglich auf den großen Kampf im Dezember vorbereiten zu können.


