0:2, 0:3, 1:4. Die Ausbeute für Fußball-Oberliga-Neuling SV Scherpenberg war in den jüngsten drei Spielen bei Vorjahresvizemeister Ratinger SV 04/19, gegen Regionalliga-Absteiger Wuppertaler SV und beim Tabellenführer Spielvereinigung Schonnebeck naturgemäß dünn. Und doch täuschen die Ergebnisse ein wenig darüber hinweg, dass die Mannen um Trainer Sven Schützek in allen drei Partien ihre Chancen hatten, um dem Spielausgang jeweils eine positivere Wendung zu verleihen. Am Sonntag (15 Uhr, Asberger Straße) im Heimspiel gegen Mitabstiegskonkurrent FC Büderich, der mit sieben Pluszählern direkt hinter den Moerser auf dem vermeintlichen Relegationsrang 15 gelistet ist, sollen am Ende nicht nur warme Worte übrig bleiben.

Beim SV Scherpenberg muss Ömer Akbel passen

„Die Mannschaft ist intern durchaus selbstkritisch, weil ja alle auch beweisen wollen, dass sie in der Oberliga spielen können. Und wenn es am eigenen Limit ist“, betont Coach Schützek. Dem dürfte es gar nicht gelegen kommen, dass in Mittelstürmer Ömer Akbel (grippaler Infekt) einer jener Akteure am Sonntag eher nicht für die Startelf in Frage kommt, der bislang in jeder Beziehung auf Oberliga-Augenhöhe agiert. Im defensiven Mittelfeld ist auch Maximilian Abel nach seinem Mittelhandbruch aus dem Schonnebeck-Match zu ersetzen, so dass es mindestens zwei Wechsel in der Startformation geben wird.

Fussball in Essen
Hofft am Sonntag auf ein Erfolgserlebnis: Angreifer Baha Arslanboga (links) vom SV Scherpenberg, hier gegen den Schonnebecker Simon Skuppin.© FUNKE Foto Services | Michael Gohl

Für die Mittelstürmerposition gibt es mehrere Bewerber. Der kantige und bewegliche Oben Robert Molango beispielsweise. Oder etwa der eleganter dribbelnde Baha Arslanboga, der seit drei Spielen das persönliche Erfolgserlebnis trotz guter Möglichkeiten vermisst. Auch Sommerzugang Dario Gerling ist noch da. Der ehemalige Klever ist bislang aber nicht über Jokerrolle hinaus gekommen. Das Heim-0:0 gegen den TSV Meerbusch war die Ausnahme.

SV Scherpenberg wieder mit Carl Becker

Vermutlich macht Coach Schützek den Akbel-Ersatz auch ein wenig am Gegner fest: Spielt Büderich ein Offensiv-Pressing oder nicht? Nicht mithelfen wird Linksaußen Gabriel Derikx, der sich am Donnerstagabend im Training verletzte und erst einmal pausieren muss. Zurück im Kader ist der junge Innenverteidiger Carl Becker. Außen vor bleibt Ersatzkapitän Emirhan Karaca wegen einer Bänderdehnung im Fußgelenk.

Die Mannschaft ist intern durchaus selbstkritisch, weil alle beweisen wollen, dass sie in der Oberliga spielen können. Und wenn es am eigenen Limit ist.

Sven Schützek, Trainer des Fußball-Oberliga-Neulings SV Scherpenberg

Bislang noch ohne Einsatz ist Neuzugang Kemoh Sacko. Nach überstandener Armverletzung wäre der ehemalige Dingdener und Lowicker Landesligaspieler sicher eine Alternative im Mittelfeld. „Kemoh muss aber wieder mehr trainieren. Ein Mannschaftstraining ist für einen Spieleinsatz durch nichts zu ersetzen“, gibt Trainer Sven Schützek zu bedenken. Am Donnerstagabend jedenfalls war Sacko bei der Übungseinheit in Asberg nicht dabei.

Fußball-Landesliga GSV Moers – SF Lowick
Spielte vor seinem Wechsel zum FC Büderich für den GSV Moers in der Landesliga: Pierre Nowitzki (rechts), der für den VfB Homberg immerhin 81 Spiele in der Regionalliga bestritten hat.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Die Gäste aus Büderich, die in der Historie lange nur in der Bezirksliga gespielt hatten, sind mittlerweile im vierten Oberliga-Jahr aktiv. Zweimal stand das Team der Trainer Torsten Schedler und Sebastian Siebenbach am Ende der Saison sogar in der oberen Tabellenhälfte. Den bisher einzigen Sieg landete Büderich Ende August mit einem 1:0 über den Wuppertaler SV. Beachtlich war vor zwei Wochen auch das 2:2 bei der U23 von Regionalliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf.

Einen alten Bekannten in der Gäste-Elf werden die Zuschauer am Sonntag erspähen. Der ehemalige Homberger Regionalliga-Fußballer Pierre Nowitzki (81 Viertliga-Einsätze) hält die Büdericher Defensive seit vier Spielen zusammen. Nach dem finanzbedingten Aus des GSV Moers war der 33-jährige Nowitzki nach anderthalb Jahren an der Filder Straße nach Büderich gewechselt und trägt dort die ungewöhnliche Rückennummer 39.