Beim Mülheimer FC wussten sie schnell: Der Mann hat Potenzial. Als Jeremiaha Maluze im September 2024 zum allerersten Mal in der Oberliga Niederrhein für den MFC auflief, da waren Fans und Trainer direkt überzeugt. 14 Spiele macht Maluze in der Saison, vier Tore gelangen ihm dabei, ehe der heute 20-jährigen Abwehrspieler schon wieder weiterzog: Rot-Weiß Erfurt klopfte an, der große RWE aus Thüringen. Und Maluze ließ sich locken, wechselte aus der Oberliga in die Regionalliga, wurde dort vom rechten Verteidiger zum defensiven Mittelfeldspieler.
„Liebe Rot-Weiß-Fans, ich kann es kaum erwarten und freue mich sehr auf die kommende Reise mit euch. Ich bedanke mich beim Trainerteam und dem Verein für die Chance und das Vertrauen, das Trikot dieses Traditionsvereins tragen zu dürfen, dieses Vertrauen werde ich versuchen mit engagierten und guten Leistungen zurückzahlen. Auf eine erfolgreiche Zeit“, sagte der Ex-Mülheimer damals bei seiner Vorstellung.
Auch Sportdirektor Franz Gerber freute sich natürlich: „Jeremiaha hat sowohl beim SV Straelen als auch beim Mülheimer FC in der Oberliga mit sehr guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und uns von seinen Qualitäten überzeugt. Ein junger Abwehrspieler, der sicherlich wie andere vor ihm von unserem Trainerteam sehr gut ausgebildet wird, um dann den nächsten Schritt in seiner Karriere machen zu können.“
Jeremiaha Maluze wurde nach seinem Abgang aus Mülheim sofort Stammspieler beim FC Rot-Weiß Erfurt
Aus dem angekündigten Schritt wurde schnell ein Vollsprint. Maluze wurde sofort zum Stammspieler. Schnell verlängerte Rot-Weiß Erfurt den Vertrag vorsorglich um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2027. „Jeremiaha hat sich in den letzten Monaten enorm weiterentwickelt und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Mittelfelds geworden. Es ist ein starkes Zeichen, dass er bei uns so schnell Fuß gefasst hat. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft auf ihn zählen zu können“, sagte Erfurts Cheftrainer Fabian Gerber noch im April.

Doch daraus wurde nichts. Der nächste größere Fisch im Becken wurde auf Maluze, der in der abgelaufenen Saison auf 30 Spiele, vier Tore und sieben Assists in der Regionalliga kam, aufmerksam: Eintracht Frankfurt. Vor der Saison 2025/2026 unterschrieb Maluze einen Profivertrag. Über die Ablöse wurde Stillschweigen vereinbart, so wie es in der Branche üblich ist, Erfurt wird sich aus finanzieller Sicht wohl aber gefreut haben. Spielpraxis sammelte Maluze bei der U21 in der Hessenliga, absolvierte in der vergangenen Saison 26 Spiele. Dabei gelangen ihm drei Tore, neun weitere bereitete er vor. Maluze macht somit zunächst einen Schritt zurück, auf Dauer soll es aber zu einem Katapult nach vorne werden. So wie einst für Noel Futkeu, der ebenfalls den Weg über Eintracht Frankfurt II in den Profibereich schaffte.
Nun ist Futkeu weiter nach Elversberg gezogen. Maluze aber blieb und überzeugte den neuen Trainer Adolf Hütter. Schon beim ersten Testspiel der Eintracht gegen den FC Gießen aus der Hessenliga siegte der Bundesligist mit 7:1. Futkeu wurde zur Halbzeit eingewechselt, Maluze stand sogar in der Startelf und legte Younes Ebnoutalib beim 4:0 den Ball perfekt vor. Am ersten Bundesliga-Spieltag dann die Überraschung: Maluze erneut in der Startelf. Das Erstligadebüt ist perfekt, auch wenn Frankfurt sich wohl noch auf dem Transfermarkt umschaut.
Frankfurts Sportdirektor Timmo Hardung glaubte schon bei der Verpflichtung an die Profi-Zukunft des Ex-Mülheimers: „Jeremiaha ist ein hochveranlagter Mittelfeldspieler, der über ein sehr gutes Spielverständnis verfügt, eine starke Physis mitbringt und seine Qualitäten dabei gleichermaßen in der Defensive wie auch in der Offensive einbringen kann. Trotz seines jungen Alters besitzt er die Fähigkeit, ein Spiel zu strukturieren und Verantwortung zu übernehmen. Wir haben Jeremiaha einen klaren Plan aufgezeigt, wie er sich bei uns entwickeln kann. Über die Spielpraxis in der U21 wollen wir ihm perspektivisch den Schritt in den Profibereich ebnen. Damit erhält er die Möglichkeit, diversen positiven Beispielen aus den vergangenen Jahren zu folgen. Wir freuen uns sehr, dass Jeremiaha sich dem Weg von Eintracht Frankfurt anschließt.“
Den nächsten Schritt hat Jeremiah Maluze nun bereits getan.



