Alle Augen sind auf Omar gerichtet, der gerade seine ersten Minuten als Dogdeball-Spieler absolviert. Auf dem Parkett der Halle an der Zastrowstraße wirkt er noch entsprechend unsicher. Sein Wurf hätte härter sein können, doch beim Versuch, den Ball zu fangen, rutscht der seinem Gegenüber aus der Hand – Treffer! Es ist der entscheidende Punkt zum Satzgewinn für Omars Mannschaft.

„Daran sieht man, wie anfängerfreundlich der Sport ist. Er kommt hier rein, wir erklären ihm kurz die Regeln und jetzt gewinnt er im Eins-gegen-Eins gegen Einen, der schon ein halbes Jahr dabei ist“, sagt Julian Krusche, der den Sport während eines Auslandsjahrs in England kennen gelernt hat. „Ich wollte es dann unbedingt weiterspielen“, sagt er und fand im Styrumer TV eine neue Heimat.

Ähnlich wie Völkerball: So funktioniert die Sportart Dogdeball

Dort wird „Völkerball 2.0“ seit Kurzem in einer neuen Abteilung gespielt. Gespielt wird sechs gegen sechs und es ist das Ziel, die gegnerischen Spielerinnen und Spieler gezielt abzuwerfen. Wer getroffen ist, hebt die Hand und geht raus. Fängt allerdings die eigene Mannschaft einen Ball, darf der erste Getroffene wieder rein. Stattdessen scheidet der erfolglose Werfer aus.

Styrumer TV bietet Dodgeball an
Wer die Mehrzahl der Bälle hat bekommt beim Dogdeball das Angriffsrecht.© FUNKE Foto Services | Michael Korte

Anders als beim klassischen Völkerball, das viele früher in der Schule gespielt haben, wird mit fünf Bällen gespielt. „Dadurch ist der Taktikanteil höher“, sagt Sofie Simon, die 2024 vom Völkerball zum Dogdeball gewechselt ist. „Es ist großartig und ich bin sofort hängen geblieben.“ Welche Mannschaft die Mehrzahl der Bälle hat, bekommt das Angriffsrecht. „Die besprechen sich dann und man weiß als gegnerisches Team aber nie, wer jetzt am Ende wirklich wirft“, erklärt die Spielerin. Kopftreffer sind erlaubt, weil die Bälle weich genug sind. „Wenn man nah dran ist, dann macht man das nicht, denn man will ja niemandem weh tun“, erklärt Sofie.

Dodgeball in Mülheim: „Wenn ich hier hin komme, dann kann ich meine Arbeit vergessen“

„Man findet ein bisschen den Spaß wieder, den man früher im Schulsport hatte“, findet Julian Krusche. Er arbeitet Vollzeit als Bauingenieur. „Aber wenn ich hier hin komme, dann kann ich meine Arbeit vergessen, abschalten und einfach Spaß haben“, sagt der Dodgeballer.

Noch sucht die Mannschaft des Styrumer TV Verstärkung, um auch im Training regelmäßig sechs gegen sechs spielen zu können. „Ein gutes Training kann man aber auch schon mit acht Leuten machen“, erklärt Trainerin Melanie Käpple, die selbst über einen Verein in Moers zu der Sportart gekommen ist. „Es ist schnell und dynamisch, davon lebt der Sport.“ Und es sei immer unheimlich familiär. „Wenn wir auf Turnieren oder Ligaspielen sind, ist das immer wie ein Klassentreffen“, beschreibt die Trainerin die Atmosphäre.

Mülheimer spielen in niederländischer Liga mit

Demnächst wird ihr Team an einem internationalen Turnier in Brüssel teilnehmen. Einige aus der Mannschaft gehören zudem auch dem Nationalteam an und nehmen Anfang August an der Nordeuropäischen Meisterschaft teil. Weil es in Deutschland noch keinen geregelten Ligabetrieb gibt, nehmen die Mülheimer demnächst wohl an der niederländischen Liga teil. „Die sind da schon etwas besser aufgestellt, es haben sich aber auch in Deutschland mittlerweile einige neue Standorte gegründet“, weiß Melanie Käpple.

Styrumer TV bietet Dodgeball an
Die angreifende Mannschaft überlegt sich gemeinsam die richtige Taktik.© FUNKE Foto Services | Michael Korte

An der Uni Duisburg/Essen bietet der Verein seinen Sport als offiziellen Kurs an und hat darüber schon den ein oder anderen neuen Mitspieler gewinnen können. Trainiert wird immer montags von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Halle an der Zastrowstraße in Styrum.