Der VfB Speldorf steht vor einem kompletten Neuaufbau seiner zweiten Mannschaft. Nachdem sich der bisherige Kader geschlossen abgemeldet hat, sucht der Traditionsverein nun über soziale Medien Spieler, Trainer und Betreuer für die Kreisliga B.
„Stand jetzt wird keiner aus der alten zweiten Mannschaft bei uns bleiben“, sagt der Sportliche Leiter Martin Hauffe. Er betont, dass die Entscheidung nicht vom Verein ausgegangen sei. „Das war eher proaktiv von den Spielern, dass sie gesagt haben: Wir gehen alle gemeinsam.“ Für den VfB bietet der radikale Umbruch zugleich die Chance für einen Neuanfang. „Das war eher eine Hobby-Zweite“, sagt Hauffe. „Wir wollen die neue Zweite anders und ein Stück weit professioneller aufbauen.“
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Die Probleme hätten sich laut ihm über Jahre entwickelt. „Das Niveau, auch in der Breite und von der Trainingseinstellung, war nicht ausreichend.“ Zwar habe es einzelne Spieler gegeben, „um die man eine Mannschaft hätte aufbauen können“, insgesamt sei die Entwicklung aber negativ verlaufen. Teilweise hätten nur vier oder fünf Spieler am Training teilgenommen. Ein Trainer habe deshalb im Laufe der Saison aufgehört.
Für Talente aus der eigenen Jugend sei die zweite Mannschaft dadurch zunehmend unattraktiv geworden. Viele Nachwuchsspieler hätten sich stattdessen anderen Mülheimer Vereinen angeschlossen. Künftig soll die Zweite wieder als Bindeglied zwischen Jugend und erster Mannschaft fungieren. „Es soll natürlich Spaß machen, aber wir wollen das Ganze ambitionierter angehen“, so Hauffe.
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Immerhin: Die Trainerfrage ist bereits geklärt. Marcel Richter übernimmt die neu formierte Mannschaft. Der 39-Jährige, zuvor Spieler beim SV Heißen II, hatte sich eigenständig beim VfB gemeldet. „Er weiß, wie schwer die Aufgabe wird, hat aber große Lust darauf“, sagt Hauffe.
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Während viele Teams in Mülheim längst in die Vorbereitung gestartet sind, steht Speldorfs Zweitvertretung noch ganz am Anfang. Gesucht werden im Idealfall 18 bis 20 Spieler, erste Interessenten haben sich bereits gemeldet. „Es wird brutal schwer, jetzt noch Spieler zu bekommen“, sagt Hauffe. Viele Akteure seien bereits bei anderen Vereinen untergekommen. Deshalb richtet sich der Aufruf ausdrücklich auch an vereinslose oder länger pausierende Fußballer. „Grundsätzlich kann sich jeder melden“, sagt Hauffe. Gleichzeitig stellt er klar: „Wir können uns jetzt nicht die Rosinen rauspicken.“

Ob die Mannschaft rechtzeitig zum Saisonstart antreten kann, bleibt offen. „Das wird ein Wettlauf mit der Zeit“, sagt Hauffe. Aufgeben komme für den Verein aber nicht infrage. „Wir wollen mit allem, was wir haben, die Kreisliga B halten.“ Langfristig soll sich die zweite Mannschaft wieder als stabiler Unterbau etablieren – idealerweise in vier bis fünf Jahren in der Kreisliga A.



