Was für ein turbulenter Halloween-Abend im Stadion am Zoo! Trotz Unterzahl und zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand gewann Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen das Gastspiel beim Wuppertaler SV mit 3:2 (0:0). Den Siegtreffer in der Nachspielzeit erzielte Lucas Halangk. Aber der Reihe nach.
Im Vergleich zum 1:1 gegen die Sportfreunde Lotte am vergangenen Wochenende nahm RWO-Trainer Sebastian Gunkel drei Änderungen in der Startelf vor. Für Ayman Aourir und Burinyuy Nyuydine rückten (durchaus überraschend) Elias Demirarslan und Moritz Stoppelkamp in die Anfangsformation. Stoppelkamp hatte nach überstandener Verletzung/Erkrankung die vergangenen vier Pflichtspiele über die komplette Spieldauer nur auf der Bank gesessen. Zuletzt von Beginn war der 38-jährige Routinier im Heimspiel gegen die SSVg Velbert am 24. August (Endstand: 0:0) aufgelaufen. Kurzfristig musste zudem Pierre Fassnacht passen, der sich beim Aufwärmen verletzte, so dass Michel Niemeyer seinen Platz in der defensiven Dreierkette einnahm.
RWO beim Wuppertaler SV: Muntere Anfangsphase im Stadion am Zoo
Nach vier Minuten erspielten sich die Kleeblätter die erste nennenswerte Offensivaktion. Per Doppelpass zwischen Stoppelkamp und Demirarslan schloss Letztgenannter aus rund 18 Meter ab, wobei der Abschluss des 24-Jährigen eher einem Rückpass als einem Torabschluss ähnelte. 60 Sekunden später leistete sich Michel Niemeyer einen Ballverlust, so dass Levin Müller Tempo aufnahm und den Ball in die Mitte spielte. Dort stand allerdings Glody Ngyombo goldrichtig, der den vielversprechenden Angriff der Hausherren unterbinden konnte.
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Kurz darauf konnte sich auch Kevin Kratzsch erstmals auszeichnen. Nach einer Ecke kam Dominic-Maximilian Duncan aus 20 Metern zum Abschluss, wobei der RWO-Keeper per Faustabwehr den Schuss entschärfte (11.). Ebenfalls nach einem Eckball durch Eric Gueye war es Stürmer Seok-ju Hong, der nicht lange fackelte und per Direktabnahme das runde Leder allerdings übers Wuppertaler Gehäuse setzte (16.).
Vincent Schaub versucht es aus rund 40 Metern, doch Kevin Kratzsch ist auf dem Posten
In Minute 33 ließ sich dann RWO-Kapitän Nico Klaß im Spielaufbau auf Höhe des Mittelkreises das Spielgerät von Vincent Schaub abknüpfen. Der Wuppertaler versuchte es dann aus knapp 40 Metern. Doch zum Glück aus Oberhausener Sicht war der zurück sprintende Kratzsch erneut auf dem Posten und konnte den Treffer noch so eben verhindern. Kurz darauf kombinierten sich die Rot-Weißen gut nach vorne. Auf Zuspiel von Stoppelkamp versuchte Gueye den Ball statt in die Mitte zum mitgelaufenen Demirarslan ins lange Eck zu dreschen. Der Schuss blieb letztlich aber ohne Erfolg (40.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff konnte Kratzsch noch den Flatterball von Jeremy Aydogan wegfausten, so dass es mit einem 0:0 in die Pause ging (45.).
Kurz nach dem Seitenwechsel dann die Führung für die Kleeblätter. Nach Zuspiel des frisch eingewechselten Burinyuy Nyuydine prüfte Hong den WSV-Keeper Ngemba Luyambula. Der konnte den Ball nur nach vorn abwehren, so dass Stoppelkamp keine Mühe hatte, zum 1:0 für die Gäste einzuschieben (49.). Die Wuppertaler brauchten eine Weile, um sich von dem Rückstand zu erholen. Dabei bewies WSV-Trainer Sebastian Tyrala ein goldenes Händchen, war es doch ausgerechnet der bereits in Halbzeit eins eingewechselte Daiki Kamo, der den Ausgleich markierte (70.). Und es kam noch bitterer für die Rot-Weißen: nach Foul von Simon Ludwig an Schaub zeigte Schiedsrichter Luca Marx auf den Elfmeterpunkt. Während Ludwig die Rote Karte sah, verwandelte Ronay Arabaci den Strafstoß zum 2:1 (76.).
RWO in Unterzahl: Luca Schlax erzielt per Kopfball den Ausgleich
Doch die Rot-Weißen zeigten trotz der Unterzahl unglaubliche Nehmerqualitäten. Nach einer feinen Flanke von Eric Gueye landete der Ball bei Luca Schlax, wobei der Oberhausener Sechser (wenn überhaupt) nur minimal die Kugel berührte. Letztlich war es eigentlich Wuppertals Toshiaki Miyamoto, der per Eigentor das 2:2 besorgte (87.) Dennoch wurde der Treffer letztlich Schlax zugeschrieben.
Und es kam noch besser für die Oberhausener: nach einer sensationellen Rettungsgrätsche von Nico Klaß schalteten die Kleeblätter direkt im Anschluss blitzschnell um, an dessen Ende Lucas Halangk auf Pass von Ilia Poliakov den Ball über die Linie drückte und den 3:2-Siegtreffer in der letzten Minute der Nachspielzeit erzielte. Der Rest war ein einziger großer Jubel in rot-weiß.
Weiter geht es für RWO am kommenden Sonntag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die U23 des VfL Bochum.
Wuppertaler SV gegen RW Oberhausen: So haben sie gespielt
WSV: Luyambula; Miyamoto, Rebronja, Dervisevic, Duncan (63. Arabaci), Aydogan (63. Oostwoud), Schaub (77. Arambasic), Hartmann, Müller, Bielitza, Kleiner (27. Kamo).
RWO: Kratzsch; Niemeyer (87. Poliakov), Klaß, Ludwig, Gueye, Schlax, Ngyombo, Halangk, Demirarslan (46. Nyuydine), Stoppelkamp (58. Mühling), Hong (82. Schepp).
Tore: 0:1 Stoppelkamp (49.), 1:1 Karno (70.), 2:1 Bouzraa (76., Foulelfmeter), 2:2 Schlax (87.), 2:3 Halangk (90.+5).
Gelbe Karten: Kamo, Arabaci, Rebronja Halangk, Schlax.
Rote Karte: Ludwig.
Schiedsrichter: Luca Marx.
Zuschauer: 2436.



