Am vergangenen Mittwoch stand für die AG Regionalliga-Reform die fünfte und letzte Tagung an. Das Ergebnis: Die Gruppe erarbeitete zwei Lösungsmodelle. Der zentrale Baustein in beiden Modellen ist gleich: Es sollen zukünftig nur noch vier Regionalligen sein, so dass dann alle Meister direkt aufsteigen können. Aktuell verfügen nur die Meister aus Südwest und West feste Aufstiegsplätze, während die Meister aus Nord, Bayern und dem Osten in zwei von drei Spielzeiten eine Relegation austragen müssen. Um daran etwas zu ändern, hatte sich das Bündnis „Aufstiegsreform“ mit mittlerweile 70 Vereinen gebildet, darunter gehört auch Rot-Weiß Oberhausen.
Lösung Nummer eins ist das Kompassmodell. Es sieht vor, die bisherigen fünf Staffeln auf vier zu reduzieren. Die dann 80 statt 90 Teams sollen mithilfe von KI jährlich so eingeteilt werden, dass die Reisewege möglichst kurz bleiben. Die zweite Variante, das Regionenmodell, sieht dagegen vor, aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln zu bilden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. Dieses Konzept wurde maßgeblich von Verbandsvertretern aus Bayern, dem Westen, Südwesten und Norden vorangetrieben, während zahlreiche Vereinsfunktionäre und Fans das Kompassmodell bevorzugen.
Kompass- oder Regionenmodell? Das sagt RWO-Boss Marcus Uhlig
Das wird also noch etliche Wochen dauern, bis alle Fragen geklärt sind und die Vereine mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen können.
Marcus Uhlig, RWO-Vorstandsvorsitzender
Der nächste Schritt soll nun der sein, dass man den Klubs die beiden Modelle vorstellen will, um ein Meinungsbild zu erhalten, wie die Vereine zu den Vorschlägen stehen. Auf dieser Grundlage sollen anschließend die weiteren Entscheidungsprozesse vorgenommen werden. „Erstmal bin ich froh darüber, dass mit Blick auf diese komplexe Thematik überhaupt ein Ergebnis erzielt wurde, auch wenn es jetzt im Grunde zwei Ergebnisse sind“, sagt RWO-Vorstandsvorsitzender Marcus Uhlig im Gespräch mit dieser Redaktion. Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. Qualifikationssaison wäre in diesem Fall die Spielzeit 2027/2028.
„Das macht auch Sinn, weil die Arbeit ja jetzt erst anfängt. Jetzt müssen beide Modelle erstmal operativ ausgearbeitet werden, sprich Trägerschaften, Spielbetriebs-Orga, Sportgerichtsbarkeit etc. Da stecken also viele organisatorische Fragen dahinter. Und die müssen dann den Vereinen vorgestellt werden, damit sich in einer zweiten Sitzung anschließend final entscheiden können. Das wird – denke ich - noch Wochen dauern, bis alle Fragen geklärt sind und die Vereine mit gutem Gewissen eine Entscheidung treffen können“, berichtet Uhlig.
Zwei Lösungsvorschläge der AG Regionalliga-Reform
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Welches Model der SC Rot-Weiß bevorzugt, daraus macht der Kleeblatt-Boss keinen Hehl. „Wir sind klar für das Kompassmodell, wie im Übrigen ganz viele Vereine und wohl auch die deutliche Mehrheit der Fans. Es soll darum gehen, dass „Produkt 4. Liga“ insgesamt zu professionalisieren und die Lücke zur 3. Liga kleiner zu machen. Deshalb würde ich es für sehr falsch halten, dann ausgerechnet die aktuell wahrscheinlich beste und attraktivste Regionalliga, nämlich die Regionalliga Nordost, zu zerschlagen. Im Übrigen halte ich das für sportpolitisch instinktlos, ganz zu schweigen von den erwartbaren Fan-Protesten im Osten. Es sprechen einfach ganz viele Argumente für das Kompassmodell, weshalb wir als Verein auch ab sofort dafür werben werden, damit sich dieses Modell am Ende durchsetzt.“



