Vor der Partie hatte Sebastian Gunkel gegenüber dieser Redaktion bereits betont: „Es geht darum, eine Reaktion zu zeigen. Wir wollen an die vielen guten Auftritte anknüpfen, die wir schon in dieser Saison hatten.“ Und seine Mannschaft, Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen, sollte im heimischen Stadion Niederrhein gegen die Sportfreunde Siegen tatsächlich der Forderung ihres Trainers (gerade in Halbzeit eins) auch Taten folgen lassen. So gewannen die Kleeblätter ihr Heimspiel unterm Strich verdient mit 3:1 (2:0) und durften sich nicht zuletzt über zwei Traumtore freuen. Aber der Reihe nach.
Im Vergleich zur 0:3-Pleite in Paderborn am Ostersonntag nahm Gunkel zwei Änderungen vor. Für Moritz Stoppelkamp und Illia Poliakov rückten der nach seiner Gelbsperre wieder einsatzbereite Seok-ju Hong und Alexander Mühling in die Anfangsformation. Mühling nahm neben Luca Schlax die Position auf der Doppelsechs ein, während Glody Ngyombo neben Kapitän Michel Niemeyer und Simon Ludwig die defensive Dreierkette bildete. Während Drew Murray aufgrund seiner Roten Karten aus dem Testspiel gegen Viktoria Köln auch gegen Siegen gesperrt fehlte, stand der zuletzt verletzte Pierre Fassnacht wieder im Spieltagskader.
Aus der Distanz und per Hacke: Eric Gueye und Glody Ngyombo treffen traumhaft

Es dauerte sechs Minuten, ehe die Hausherren den ersten nennenswerten Abschluss verzeichnen konnten. Nach Balleroberung von Mühling leitete Schlax die Kugel direkt zum startenden Timur Kesim weiter, dessen Abschluss unter Bedrängnis allerdings das Siegener Gehäuse von Keeper Justin Ospelt nicht ernsthaft in Gefahr brachte. Nur 180 Sekunden später setzte erneut Kesim nach einer Flanke von Eric Gueye das Spielgerät per Kopf dann schon deutlich knapper daneben (9.). RWO blieb am Drücker, wobei Hong bei seiner Schussgelegenheit am starken Ospelt scheiterte, während daraufhin die Abschlüsse von Schlax und Lucas Halangk in höchster Not geblockt wurden (12.).
Nachdem auch die Gäste durch Georfios Mavroudis erstmals RWO-Keeper Kevin Kratzsch zu einer Glanzparade zwangen (23.), klingelte es kurz darauf auf der anderen Seite: Ein Eckball von Michel Niemeyer landete schließlich beim im Rückraum lauernden Gueye, der den Ball direkt nahm und sehenswert aus 18 Metern in die Maschen zum 1:0 setzte (26.). „Ein Traumtor. Den weiß er selber nicht, wie der den getroffen hat“, meinte Siegens Trainer Boris Schommers, während Gunkel mit einem Lächeln entgegnete: „In dem Punkt muss ich dir widersprechen. Der Eric hat schon ein paar sehr tolle Tore in seiner Karriere geschossen. Und das ist eins davon.“ Die Rot-Weißen legten direkt mit dem nächsten Traumtreffer nach: Erneut nach einer Ecke von Niemeyer leitete Kesim per Kopf auf Ngyombo weiter, der per Hacke den Ball über die Linie brachte (32.). Das 2:0 war auch gleichzeitig der Pausenstand.
Turbulenter Start in die zweiten 45 Minuten inklusive Platzverweis für SF Siegen

Kurz nach dem Pausentee sorgte Dustin Willms für neue Spannung im Stadion Niederrhein, als er per Schlenzer den 1:2-Anschlusstreffer erzielte (53.). Die Gäste schienen jetzt Oberwasser zu gewinnen, dezimierten sich aber nur wenige Augenblicke später selbst. Nach Foul an Burinyuy Nyuydine sah Leonhard von Schrötter von Schiedsrichter Lukas Dahmann seine zweite Gelbe Karte und musste somit frühzeitig den Gang Richtung Dusche antreten (55.). RWO nutzte die Überzahl und stellte durch Halangk per Kopf auf Vorlage von Kesim den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (63.). Die Siegener waren zwar daraufhin um eine erneute Antwort bemüht. Die blieb allerdings aus Oberhausener Sicht zum Glück aus, so dass es beim Heimerfolg für RWO blieb.
RW Oberhausen - Sportfreunde Siegen 3:1 (2:0)
RWO: Kratzsch; Niemeyer, Ludwig, Ngyombo, Gueye, Mühling (77. Sieben), Schlax, Halangk, Nyuydine (66. Stoppelkamp), Hong (86. Aourir), Kesim.
SF Siegen: Ospelt; Kammerbauer, Rumpf, Gutsch, von Schrötter, Brock (81. Besong), Mavroudis (65. Ramaj), Oubeyapwa (58. Nabesaka), Willms (81. Pursian), Tokac, Güclü (65. Krämer).
Tore: 1:0 Gueye (26.), 2:0 Ngyombo (32.), 2:1 Willms (53.), 3:1 Halangk (63.).
Gelbe Karten: Ludwig / Brock, Rumpf.
Gelb-Rot: von Schrötter.
Schiedsrichter: Lukas Dahmann.
Zuschauer: 3230.
„Bis zum 3:1 bin ich sehr zufrieden mit unserem Spiel. Danach, mit einem Mann mehr, wünscht man sich natürlich, dass man die eine oder andere Situation besser ausspielt. Ein paar Chancen hatten wir schon, aber wir haben auch viel zugelassen. Also mit Abstrichen in der Endphase können wir dennoch zufrieden sein. Wir haben in diesem Spiel an uns geglaubt und das werden wir auch weiterhin machen“, bilanzierte Gunkel.
Weiter geht es für RWO in der Regionalliga West am kommenden Samstag (14 Uhr) mit dem Gastspiel bei den Sportfreunden Lotte.


