Es war ein Remis, über das sich wohl nur Fortuna Köln gefreut haben dürfte. Im Nachholspiel des 20. Spieltags trennten sich der Bonner SC und Rot-Weiß Oberhausen am Dienstagabend im Sportpark Nord vor 1423 Zuschauern mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden. Damit haben die Kleeblätter drei Spieltage vor dem Saisonende nun sieben Punkte Rückstand auf den Ligaprimus aus der Domstadt, der wiederum bereits am kommenden Wochenende den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen kann. „Wenn es so kommt, dann hat es Köln auch verdient. Wie haben vorher gesagt, solange es theoretisch möglich ist, werden wir alles versuchen. Das haben wir auch heute getan. Aber klar, die Wahrscheinlichkeit wird immer geringer“, sagte RWO-Trainer Sebastian Gunkel unmittelbar nach Abpfiff.
Im Vergleich zum 2:2 am vergangenen Samstag gegen den Wuppertaler SV musste Gunkel verletzungsbedingt auf Pierre Fassnacht und Phil Sieben in der Startelf verzichten, so dass Moritz Stoppelkamp und Ayman Aourir von Beginn an aufliefen. Überhaupt traten die Kleeblätter in der ehemaligen Bundeshauptstadt bei insgesamt neun Ausfällen quasi mit dem letzten Aufgebot an, saßen doch lediglich fünf Feldspieler auf der Reservebank, darunter mit Hasan Onur, Marlon Brill und Andrija Simic drei U19-Spieler.
Ayman Aourir bringt RWO in Führung, Bonns Haris Meric trifft sehenswert zum Ausgleich

Die defensive Dreierkette bildeten Lucas Halangk auf links, Simon Ludwig zentral und Glody Ngyombo rechts. Während auf der Doppelsechs Luca Schlax und Aourir agierten, bearbeitete Eric Gueye ungewohnt für ihn die rechte und Burinyuy Nyuydine die linke Seite. Das Offensivtrio komplettierten Stoppelkamp, Timur Kesim und Seok-ju Hong. Dabei erwischten die Bonner zunächst den besseren Start und hatten nach drei Minuten die erste Chance, wobei Julijan Popovic den Ball im Strafraum drüber setzte. Nur 60 Sekunden später scheiterte Marcel Damaschek nach einem Freistoß per Kopf an RWO-Schlussmann Kevin Kratzsch.
Doch auch die Gäste zeigten in der Anfangsphase bereits das erste offensive Lebenszeichen. Nach einer Ecke von Stoppelkamp stieg Ludwig, der einzige etatmäßige Innenverteidiger im Kleeblatt-Kader, am höchsten, wobei Bonns Haris Mesic die Kugel noch vor seinem Keeper auf der Linie klären konnte (8.). Danach verflachte die Partie ein wenig, ehe RWO plötzlich in Führung ging. Die Flanke von Stoppelkamp legte Kesim per Kopf ab, wobei Hong den Ball nicht kontrollieren konnte. Stattdessen war es Aourir, der nicht lange fackelte und die Kugel trocken ins untere linke Eck zum 1:0 (26.) versenkte. Allerdings hielt die Führung nicht allzu lange. Dabei war es Mesic, der mit einem sehenswerten Schlenzer aus 22 Metern in den oberen Knick den 1:1-Pausenstand erzielte (31.).
Lucas Cueto mit der Großchance, RWO-Keeper Kevin Kratzsch reagiert stark
Bonner SC - Rot-Weiß Oberhausen 1:1 (1:1)
Bonner SC: Bördner; Keita, Koruk (78. Berg), Pommer (78. Shubin), Cueto (89. Schlößer), Mesic, Bird (67. Kratzer), Damaschek, Peitz, Popovic, Wipperfürth.
RWO: Kratzsch; Halangk, Ludwig, Ngyombo, Nyuydine (78. Poliakov), Schlax, Aourir, Gueye, Stoppelkamp, Kesim, Hong (66. Krohn).
Tore: 0:1 Aourir (26.), 1:1 Mesic (31.).
Gelbe Karten: Popovic / -.
Schiedsrichter: Selim Erk.
Zuschauer: 1423.
Nach Wiederanpfiff hatte Kesim die erste Möglichkeit für die Oberhausener. Doch nach Flanke von Gueye bekam der Angreifer nicht genügend Druck hinter den Kopfball, so dass Bonns Keeper Elias Bördner nicht wirklich gefordert wurde (50.). Deutlich gefährlicher wurde es dann auf der anderen Seite nach einem feinen Steckpass von Popovic auf Lucas Cueto, der plötzlich allein auf Kratzsch zulief. Doch der RWO-Schlussmann machte sich breit und verhinderte so den möglichen Rückstand für sein Team (57.).
In der Schlussphase versuchten beide Teams noch, den Siegtreffer zu erzielen. So war erneut Kesim, der nach Zuspiel von Gueye, auf Höhe des Elfmeterpunkts frei zum Schuss kam, der allerdings knapp neben das Bonner Gehäuse trudelte (83.). Auf der anderen Seite hatte RWO Glück, dass der Versuch von Cueto aus der zweiten Reihe noch entscheidend abgefälscht wurde (84.). Wirklich brenzlich wurde es danach auf beiden Seiten nicht mehr, so dass es unterm Strich beim leistungsgerechten Unentschieden blieb. „Gerade mit den ganzen Ausfällen und der Rotation, können wir mit der Leistung und dem Einsatz zufrieden sein. Aber wenn man die Saison sieht, brauchst du hier natürlich die drei Punkte. Das haben wir leider nicht geschafft“, bilanzierte Gunkel.
Weiter geht es für RWO am kommenden Samstag (14 Uhr) mit dem nächsten Auswärtsspiel bei der U21 des VfL Bochum.


