Beim ersten World Cup der Kanurennsport-Saison im ungarischen Szeged hat die Alstadener Kanutin Caroline Heuser mit Rang drei im A-Finale über 1000 Meter ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Die 19-Jährige vom AKC Oberhausen sicherte sich im Einerkajak die Bronzemedaille – und dass bei ihrem ersten internationalen Auftritt im Erwachsenenbereich.

Nach einer Schulterverletzung war Heuser erst verspätet in die Saison gestartet. Auf ihrer Paradestrecke, auf der sie bereits 2023 Junioren-Weltmeisterin geworden war, gewann sie souverän ihren Vorlauf und zog direkt ins A-Finale ein. Dort wartete allerdings hochkarätige Konkurrenz: Die Oberhausenerin startete auf Bahn fünf zwischen den beiden Ungarinnen Zsoka Csikos und Emese Köhalmi – beide Weltmeisterinnen der vergangenen Jahre.

Caroline Heuser gewinnt bei ihrem Weltcup-Debüt eine Bronzemedaille

Mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Das Feld hier ist absolute Weltklasse – mit Athleten aus Kanurennsport und Kanumarathon.

Caroline Heuser, Kanutin

Von Beginn an hielt Heuser das hohe Tempo mit. Nach einem schnellen Start fand sie früh in ihren gleichmäßigen Rhythmus und behauptete sich im Spitzenfeld. Auf den letzten Metern zündete sie noch einmal den Endspurt und fing die Australierin auf Bahn sieben entscheidend ab. „Das hat richtig Spaß gemacht. Dass die beiden Ungarinnen schnell rausgehen würden, war klar. Ich hatte echt Bedenken, hinter die Bootswelle zu fallen“, sagte Heuser nach dem Rennen. „Es ist schön, wenn es wieder anfängt zu laufen, nachdem man zehn bis zwölf Wochen nur eingeschränkt trainieren konnte.“

Auch auf der 5000-Meter-Langstrecke zeigte die Alstadenerin eine starke Leistung. Auf dem anspruchsvollen Kurs mit sechs Runden und fünf Laufportagen über jeweils rund 100 Meter belegte sie Rang zehn. „Mit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden“, erklärte Heuser. „Das Feld hier ist absolute Weltklasse – mit Athleten aus Kanurennsport und Kanumarathon.“

Ebenfalls stark präsentierte sich Nico Paufler. Der für die KG Essen startende Langstreckenspezialist und AKC-Athlet belegte im Einerkajak über 5000 Meter einen respektablen neunten Platz.

AKC-Nachwuchs bei der Frühjahrsregatta auf dem Baldeneysee im Einsatz

Caroline Heuser
Caroline Heuser, hier mit den beiden Ungarinnen Zsoka Csikos und Emese Köhalmi.© privat | Privat

AKC-Trainer Karsten Heuser sieht in der Langstrecke ohnehin die Zukunft des Sports. „Auf Dauer wird die Langstrecke deutlich an Bedeutung gewinnen“, sagte Heuser. „Für Los Angeles 2028 bleibt das olympische Programm zwar wohl unverändert. Aber es gibt Gerüchte, dass 2032 die Viererkajak-Wettbewerbe über 500 Meter durch ein 5000-Meter-Rennen ersetzt werden könnten.“

Parallel zum Weltcup überzeugte der AKC-Nachwuchs bei der Frühjahrsregatta auf dem Baldeneysee in Essen. Alina Mühle holte über 2000 Meter der Schülerinnen A ebenso Rang zwei in der Landesmeisterschaftswertung wie Lena Zimpel über 5000 Meter der weiblichen Jugend. Gute Platzierungen unter den Top Ten erreichten zudem Joel Leipert, Finja Schoenenberg und Carmen Morawietz. Leipert paddelte über 500 Meter der Schüler A in 2:01 Minuten auf Rang sieben.

Für die AKC-Athleten geht es am kommenden Wochenende direkt weiter. Während Heuser und Paufler Deutschland beim zweiten World Cup in Brandenburg an der Havel vertreten, kämpfen die Nachwuchsfahrer bei den Landes- und Deutschen Meisterschaften im Kanumarathon auf der Ems in Rheine um Medaillen.