Ein Schrei der Erleichterung hallte durch das Stadion Niederrhein. Mit 2:1 (2:1) gewann die U19 von Rot Weiß Oberhausen ihr letztes Spiel in der DFB-Nachwuchsliga gegen Spitzenreiter Viktoria Köln und versaute damit nicht nur den Kölnern die Tour, sondern sicherte auch das Spielrecht in der höchsten Klasse. „Ich bin stolz auf die Jungs“, sagt Trainer Mike Terranova. Terranova und Co- Rafael Garcia überraschten schon mit der Aufstellung. Blessing Mulweme beackerte die rechte Schiene, Nico Pinto kam auf der Doppelsechs neben dem wieder einmal bärenstarken Marlon Brill zum Einsatz. Auch Mulweme und Pinto machten ihre Sache in ungewohnter Rolle richtig gut.

Überhaupt machte RWO ein gutes Spiel, Brills Pressing ließ Sergio Terranova früh den Ball gewinnen und schnell abziehen. Sein Versuch in der dritten Minute geriet aber zu zentral. Besser platziert war seine Hereingabe in der 15. Minute. Ex-Kleeblatt David Wyciok im Kasten der Viktoria ließ einen Steilpass aus der Hand rutschen und griff außerhalb des Strafraums nach. Den fälligen Freistoß von der rechten Seite drosch Terranova durch den Sechzehner und am zweiten Pfosten rauschte Andrija Simic zur Führung heran. Gleich im Gegenzug hatte Leonard Dorn die Riesenchance zum Ausgleich, lupfte jedoch neben das Tor.

Hasan Onur bringt die Kleeblätter kurz vor dem Pausenpfiff wieder in Führung

DFB Nachwuchsliga : RWO - Fortuna Köln
Andrija Simic erzielte die zwischenzeitliche 1:0-Führung für die A-Junioren von Rot-Weiß Oberhausen.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Der sollte aber erst in der 40. Minute fallen. Eine hohe Flanke legte Emil Nahmmacher per Kopf quer und Gabriel Ndongi Amisso musste nur noch einschieben. Wichtig war dann jedoch die erneute Führung kurz vor der Pause. Einen weiten Einwurf konnte Viktoria nicht klären, Bacel Kanaan köpfte den Ball zurück ins Getümmel, wo sich Hasan Onur die Kugel schnappte und zum 2:1 vollendete.

Nach der Pause merkte man den Spielern die Bedeutung der Partie deutlich an. Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen und bis auf einen Distanzschuss von Diego Perri sowie einem schwach ausgespielten RWO-Konter über Brill und Ege Varol sowie einer überragenden Verteidigungsaktion von Roosevelt Tambetabi gegen Amisso passierte lange nichts.

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Dann läutete eine Doppelchance von Terranova und Mulweme die letzte Viertelstunde ein, die die Gäste in Unterzahl spielen mussten. Nahmmacher diskutierte erst mit Brill, nach dem dieser ihm den Ball abgenommen hatte, und vergriff sich dann offenbar in der Wortwahl gegen Schiedsrichter Sven Wensing. Terranova (85.) hatte die Entscheidung auf dem Fuß, schloss jedoch zu hektisch ab. Onur fehlte nach schönem Pass von Hassan Mammadli (88.) die Kraft. Die dreiminütige Nachspielzeit wurde dann noch einmal verlängert, weil Wensing eine Tätlichkeit von Perri in seinem Rücken nicht wahrnehmen konnte und stattdessen Perri und Brill beide mit Gelb bedacht wurden. Für Brill war es die Zweite, so dass die Kleeblätter dann in Gleichzahl die letzten hohen Bälle verteidigen mussten. „Klar, kann immer was passieren, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das heute abgeben“, schließt der Linienchef.