Es ist nicht überliefert, ob Spieler von Fußball-Landesligist Arminia Klosterhardt am vergangenen Samstag im Stadion Niederrhein waren und dort beim späten 3:1-Heimsieg von Regionalliga-Spitzenreiter RWO gegen den 1. FC Bocholt Anschauungsunterricht genommen hatten. Jedenfalls schlugen die Spätzünder vom Hans-Wagner-Weg am Sonntagnachmittag selbst mal wieder ungeniert zu – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Durch zwei Tore in der Nachspielzeit setzten sich die Arminen mit 3:1 (0:1) gegen den Duisburger FV 08 durch.

Wenig Akzente in der Offensive

Für die Mannschaft von Marcel Landers war es lange ein richtig schweres Stück Arbeit, den fünften Sieg in der laufenden Spielzeit einzutüten. Im Duell der Aufsteiger wurden die Hausherren in der ersten Hälfte von der mutigen Herangehensweise ihres Gegners auch wohl ein Stück überrumpelt. Die Gäste liefen permanent hoch an und bereiteten der Klosterhardter Abwehr einige Probleme. Die Landers-Elf entschied zwar mehrere wichtige Zweikämpfe für sich, hatte jedoch aufgrund unpräziser Zuspiele zu wenig eigenen Ballbesitz. Arminias Offensive fand daher auch nur marginal statt. Bis auf einen frühen Abschluss von Max Langerbein (7.) wurden die Oberhausener mit dem gegnerischen Strafraum nicht wirklich warm.

Mit 0:1-Rückstand in die Kabine

Da waren die ohnehin giftigen und auf Vortrieb ausgerichteten Duisburger schon wesentlich gefährlicher unterwegs. Allen voran wussten die Nullachter ihre offenkundigen Geschwindigkeitsvorteile auf den Außenbahnen clever einzusetzen. Arminias Torhüter Lucas Goy rettete zweimal ausgezeichnet gegen Koki Okamura (25.) und Ibrahima Sall (43.). Quasi mit dem Pausenpfiff war Goy dann aber doch geschlagen: Erneut brach Sall über rechts durch und bediente mustergültig den lauernden Filip Dimeski – 0:1.

Jan-Niklas Pia mit Doppelpack

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, weil die Duisburger bis dato einfach das bessere Team waren. Die Arminen mussten sich steigern und taten das auch prompt. Den Zuckerpass von Mittelfeld-Strippenzieher Niklas Daunheimer hätte Franck Tehe eigentlich mit dem Ausgleich veredeln müssen. Dessen etwas zu lässiger Abschluss wurde von FV-Keeper Kenneth Christopher Hersey entschärft (51.). Wenig später zielte der aufgerückte Außenverteidiger Jan Niklas Schöer aus guter Position knapp am Kreuzeck vorbei. Der nächste brillante Moment von Daunheimer leitete schließlich das 1:1 ein: Wieder ging’s im Augenweiden-Stil perfekt raus auf Wirbelwind Tehe, der mit Übersicht den einlaufenden Goalgetter Jan-Niklas Pia fand – drin das Ding.

Der erst in der 54. Minute eingewechselte Hasan Aydin erwies seinen Mitspielern einen Bärendienst, als er gegen Schröer an der Außenlinie übermotiviert nachtrat und mit Rot vom Platz flog (78.). Die numerische Überzahl sollte sich in der Schlussphase zunächst kaum bemerkbar machen, weil die Gastgeber nicht klar genug agierten. Bis die Overtime hereinbrach und Tehes pfiffige Vorarbeit Pias zweiten Treffer ebnete (90. + 2). Daunheimer krönte seine starke Leistung schließlich noch höchstpersönlich mit dem 3:1-Endstand (90. + 4).

„Die Jungs haben wieder diesen unbändigen Willen gezeigt. So eine Mentalität hat es aber auch unbedingt gebraucht.“

Marcel Landers

„Die Jungs haben wieder diesen unbändigen Willen gezeigt. So eine Mentalität hat es aber auch unbedingt gebraucht. Die Duisburger haben uns das Leben teilweise extrem schwer gemacht. Man merkt, dass die Mannschaft an Reife dazu gewonnen hat“, resümierte ein glücklicher Arminen-Trainer anschließend.