Am Freitagabend steht das wohl prestigeträchtigste Derby in der Fußball-Bezirksliga an. Um 20 Uhr empfängt der SC 20 daheim an der Mellinghofer Straße den Lokalrivalen Schwarz-Weiß Alstaden. Beide Mannschaften verbindet eine intensive Beziehung, zuletzt sorgte im Sommer ein gescheiterter Transfer von SC-Spielmacher Deniz Batman in die Kuhle für Aufsehen. Für die Gastgeber, die bislang hinter ihren Erwartungen zurückbleiben, geht es in erster Linie darum, den Kontakt zur Spitzengruppe nicht zu verlieren. Die Alstadener hingegen brennen auf den ersten Derby-Sieg gegen Blau-Gelb seit Mai 2024.

Damals behielten die Schwarz-Weißen mit 5:1 die Oberhand. Es folgten drei Niederlagen, insbesondere die letzte schmerzt Bilal Fezzani heute noch. Das 2:3 im Pokal-Halbfinale Ende März. „Das war so unnötig“, hadert der 36-Jährige. Der hat übrigens, wie einige seiner Spieler ebenfalls, eine Vergangenheit bei den „Knappen“. Sowohl als Spieler als auch als Trainer. Der behält vor dem Lokalduell jedoch kühlen Kopf. „Bei uns löst das überhaupt keine Emotionen aus. Wir schauen nur auf uns, weniger auf den Gegner und den Schiedsrichter“, so Fezzani, der seinen Mannen in diesem Punkt und generell eine tolle Weiterentwicklung attestiert. Was dem Tabellenfünften noch fehlt, ist Konstanz und defensive Stabilität. War das 3:4 gegen die Homberger Reserve zum Saisonauftakt noch aus der Kategorie unnötig, so glich das derbe 0:7 gegen Sterkrade 06/07 vor gut einer Woche im Pokal eher einer Bodenlandung.

Spielclub-Trainer Erkan Aydin ist sich sicher: „Das Potenzial ist da“

Bei uns löst das überhaupt keine Emotionen aus. Wir schauen nur auf uns, weniger auf den Gegner und den Schiedsrichter.

Bilal Fezzani, SWA-Trainer

Konstanz ist auch das, was Erkan Aydin bei seinen Mannen vermisst. Nach neun Spielen stehen beim SC 20 fünf Siegen bereits drei Niederlagen und ein Remis gegenüber. „Sicher haben wir uns mehr ausgerechnet“, macht Aydin aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Das Potenzial ist da“, zweifelt der Coach des Spielclubs nicht. Woran also liegt es, dass die Blau-Gelben als Tabellenachter ein wenig der Musik hinterherlaufen? „Für mich ist das eine Frage der Einstellung“, legt sich der 47-Jährige fest. Und: „Meine Spieler sollten mal ihre eigenen Leistungen hinterfragen, ob das ihr Anspruch ist.“ Dass der Pokalfinalist noch nicht in Tritt gekommen ist, gefällt Fezzani gar nicht. „Der SC 20 ist wie ein angeschlagener Boxer. Und die sind bekanntlich gefährlich. Ich weiß, dass sie auf dieses Spiel brennen werden.“ Im Falle eines Sieges könnten die Blau-Gelben vorerst mit einem Zähler an Schwarz-Weiß vorbeiziehen.

Während es bei den Hausherren einige personelle Fragezeichen gibt, ersetzt bei den Alstadenern lediglich Julian Günther den verletzten Ersatztorwart Luk Schwardt auf der Bank. So stehen beim Spielclub die Einsätze der angeschlagenen Ralf Thiel, David und Nevio Möllmann sowie Burak Demirci auf der Kippe. Fraglich ist auch Timur Ertural – allerdings aus beruflichen Gründen. Definitiv gegen seinen Fast-Verein fehlen wird Batman, der bekanntlich an einem Muskelfaserriss laboriert.

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Die weiteren Partien in der Bezirksliga, Gruppe 5: SF Hamborn 07 – Sterkrade 06/07 (Freitag, 19.30 Uhr), Fortuna Bottrop – SuS 21 (Sonntag, 15.30 Uhr), GSV Moers – Sterkrade-Nord (Sonntag, 15.30 Uhr). Gruppe 6: SG Essen-Schönebeck – Sterkrade-Nord II (Sonntag, 11 Uhr).