Am Ende ist die Rechnung ganz einfach: Wenn man dem Gegner zu viele Geschenke macht, dann hilft es nicht einmal, wenn man im Durchschnitt besser trifft. Die New Basket Oberhausen unterlagen auch im zweiten Auswärtsspiel der Saison und schlagen sich beim 73:77 (40:40) bei den Avides Hurricanes letztlich auch selbst mit insgesamt 28 Ballverlusten und in der entscheidenden Phase auch einer Reihe schlechter Entscheidungen. „Ich hätte das schon gerne gewonnen, es wäre aber vielleicht auch nicht so ganz verdient gewesen“, findet Co-Trainer Helge Eggers.

Dabei ging es bei zuletzt schon gewohnter erster Fünf gut los, Pauline Teßmer traf aus der Ecke für drei schnelle Punkte. Rotenburg bekam dazu drei schnelle Teamfouls, so dass die Gastgeberinnen nach rund fünf Minuten beim Stand von 5:10 die erste Auszeit nehmen mussten. Mit mäßigem Erfolg, schließlich gelang NBO auch in der Folge noch ein 6:0-Lauf, ehe sich Rotenburg über Freiwürfe zurück ins Spiel biss. Talon foulte Destinee Bursch beim Dreier, dann verlor Maja Manten den Ball, Luisa Biegierz foulte plump, verlor im nächsten Spielzug den Ball und Rotenburg war wieder auf 11:16 ran, glich später aus und kam mit 20:18 für NBO deutlich besser in das zweite Viertel, als es aus NBO-Sicht nötig gewesen wäre. Die wiederum trug Sarah Talon in dieser Phase mit einer starken Leistung aus der Mitteldistanz, denn ein spielerischer Bruch war den New Baskets auch im zweiten Viertel noch anzumerken, denn Rotenburg war nun besser drin, drehte die Partie und konnten durch Nabaweeyah McGill sogar auf 30:26 schrauben.

New Basket Oberhausen können sich nicht wirklich absetzen

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Auch NBO half die folgende Auszeit zunächst nicht, Rotenburg legte fünf weitere Punkte nach, war aber wieder früh in Foulproblemen. Zwar ließ NBO an der Freiwurflinie insgesamt noch zu viel liegen, kämpften sie sich aber wieder zurück ins Spiel, sodass es durchaus verdient unentschieden in die Pause ging.  Das immer wieder problematische dritte Viertel konterte NBO mit einer veränderten Fünf. Statt Jarla Müller und Teßmer starteten die Talente Stella Reinike und Tabea Kluss überzeugend mit einem 7:0-Lauf. „Das war schon bewusst“, erklärt Eggers.

Teßmer hatte Foulprobleme und gerade Reinike verdiente sich für einen mutigen Auftritt, nicht nur in der Phase, ein Sonderlob. So richtig absetzen konnte sich die Mannschaft von Nicole Telke allerdings nicht, es ging nun mit kleineren Läufen hin und her, eine gegenseitige Koproduktion von Manten und Reinike stellte erst auf Remis, dann 67:65 mit noch rund sechs zu spielenden Minuten. Von nun an sollte es viel Stückwerk bleiben, in dem sich NBO dennoch mit 73:69 bei 80 verbleibenden Sekunden in eine gute Ausgangslage brachte. Zwei kleinliche Foulpfiffe gegen Kluss in Serie, eins vorne, eins hinten brachte Rotenburg in direkte Schlagdistanz. NBO verzichtete auf die Auszeit und lief in einen Ballverlust, von der bemitleidenswert alleingelassenen Lily Wilke eine halbe Minute vor Schluss, ins 74:73 für die Hurricanes.

NBO: 13 Sekunden vor Ende fällt die Entscheidung zugunsten Avides Hurricanes

Wir hatten mit der Guard-Verteidigung Probleme. Da müssen wir mehr Hilfe geben, die wir heute nicht gegeben haben.

Helge Eggers, NBO-Co-Trainer

Verloren war da immer noch nichts, doch eine schlechte Wurfauswahl von Manten und ihr frustriertes Foul Nummer fünf im Gegenzug gab Rotenburg die Chance zur Entscheidung. Bursch nutzte nur eine von zwei Chancen von der Linie und hielt NBO 17 Sekunden vor Ende bei 75:73 immer noch im Spiel. Reinike sicherte in der langen Folge einer wilden Sequenz den Sprungball, aber weil dann sogar Talon den Ball nach der anschließenden Auszeit verlor (mit ziemlich viel Fuß-Ballkontakt von Luise Linke) und den Fastbreak nur noch per Foul stoppen konnte, fiel die Entscheidung 13 Sekunden vor dem Ende. Die beiden Freiwürfe von Linke besorgten den Endstand. „Wir hatten mit der Guard-Verteidigung Probleme. Da müssen wir mehr Hilfe geben, die wir heute nicht gegeben haben“, fordert Eggers.

NBO: Müller (5), Wilke (3), Talon (31), Teßmer (9), Manten (18); Reinike (5), Hülsmann, Biegierz, Kluss, Eisenhardt (2).