Vor genau einem Jahr, ebenfalls an Halloween, feierte Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen beim Wuppertaler SV einen 3:2-Sieg in letzter Sekunde. Nun, ebenfalls am Tag vor Allerheiligen, gelang den Kleeblätter erneut ein Auswärtserfolg, auch wenn es dieses Mal nicht ganz so dramatisch zuging. Mit dem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg beim Kellerkind SC Wiedenbrück feierte RWO den wettbewerbsübergreifend dritten Erfolg hintereinander und baute gleichzeitig die Tabellenführung auf drei Punkte aus, da zeitgleich die U23 von Borussia Dortmund das Topspiel gegen den FC Gütersloh mit 0:1 verlor. Sorgen bereitet derweil allerdings RWO-Stürmer Timur Kesim, der sich an der rechten Schulter verletzte und ausgewechselt werden musste.

Im Vergleich zum 3:0-Heimsieg vergangene Woche gegen die SG Wattenscheid nahm RWO-Trainer Sebastian Gunkel eine Änderung vor. Für den verletzten Arda Süne rückte Burinyuy Nyuydine in die Startelf. Der 21-Jährige war am Freitagnachmitttag beim Abschlusstraining ohne Gegnereinwirkung mit dem linken Fuß umgeknickt. Eine genaue Diagnose steht allerdings noch aus. Krankheitsbedingt ebenfalls nicht zur Verfügung stand Travis de Jong. Bei den Gastgebern standen derweil mit Sebastian Mai und Leon Kayser gleich zwei Ex-Kleeblätter in der Anfangsformation.

Nils Winter hat die erste Chance des Spiels, Timur Kesim verletzt sich an der Schulter

Regionalliga West: SC Wiedenbrück - Rot-Weiß Oberhausen
Joel Vega Zambrano erzielte in Wiedenbrück den Treffer des Tages.© FUNKE Foto Services | Micha Korb

Nach sieben Minuten konnten die Rot-Weißen den ersten Abschluss der Partie verzeichnen. Nils Winter hatte über die rechte Seite etwas Platz und prüfte mit einem strammen Flachschuss den SCW-Keeper Marcel Hölscher, der die Kugel aber noch aus dem Eck fischen konnte. Bei der anschließenden Ecke durch Joel Vega Zambrano landete der Ball auf Umwegen bei Tim Böhmer, der diesen aber aus zwölf Metern übers Tor setzte. Nachdem sich kurze Zeit später erstmals RWO-Schlussmann Nicolas Glaus gegen Niklas Tuppeck auszeichnen konnte (12.), fiel im Anschluss Timur Kesim nach einem Foulspiel unglücklich auf die rechte Schulter. Nach längerer Behandlungspause konnte der Top-Torschütze der Oberhausener aber zunächst weiterspielen, auch wenn er sichtbar weiterhin große Probleme hatte (17.).

Während der Freistoß von Kerem Yalcin aus 18 Metern noch leicht abgefälscht wurde (18.) und der Distanzversuch von Luca Schlax ebenfalls vorbeiging (21.), wäre durch den anschließenden Schlenzer von Vega Zambrano um ein Haar der Führungstreffer für die Gäste gefallen. Der Offensivmann hatte über rechts nach innen gezogen und den Ball im Anschluss an die Latte gesetzt (26.). 120 Sekunden später dann die Großchance für die Wiedenbrücker: Tuppeck hatte RWO-Kapitän Nico Klaß auf Höhe der Mittellinie den Ball abgeluchst und lief daraufhin allein auf Glaus zu. Doch im Eins-gegen-Eins machte sich der Kleeblatt-Schlussmann breit und verhinderte per Brustabwehr so den möglichen Einschlag (28.).

RWO: Timur Kesim muss verletzt raus, Alexander Mühling kommt in die Partie

Auch interessant

Kurze Zeit später signalisierte dann Kesim, dass es für ihn nicht weitergehen kann. „Du spielst gegen einen tiefen Block, die Zwischenräume sind nicht so groß und du versuchst dann über die Außen und über die Spielverlagerung zu kommen. Leider ist uns dann mit Memo ein Zielspieler weggefallen. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist. Es war aber auf jeden Fall die absolut richtige Entscheidung, ihn rauszunehmen“, so Gunkel. Für den Angreifer kam Alexander Mühling ins Spiel und übernahm neben Yalcin die Rolle auf der Doppelsechs. Derweil rückte Schlax nach vorne auf die linke Seite des Offensivtrios, während Nyuydine quasi den Kesim-Part übernahm. Trotz des Ausfalls ihres Goalgetters blieb RWO bis zum Pausenpfiff das aktivere Team. Da allerdings auch die Volleyabnahme von Schlax nicht seinen Weg ins Ziel fand (36.), ging es mit der Nullnummer in die Kabinen.

Auch nach der Pause blieb es ein ähnliches Bild, wobei die Geduld der Rot-Weißen nach knapp einer Stunde endlich belohnt wurde. Auf engstem Raum steckte Nils Winter, der sich zuvor gegen gleich zwei Gegenspieler durchgetankt hatte, im genau richtigen Moment das Spielgerät auf Vega Zambrano durch, der sehenswert aus der Drehung das Ding mit seinem linken Fuß in den oberen Knick zum 1:0-Führungstreffer setzte (59.). Im Anschluss verpassten es die Gäste, konsequenter auf die endgültige Entscheidung zu gehen. Doch da Wiedenbrücks Verteidiger Tim Geller in der 91. Minute die beste Möglichkeit zum Ausgleich denkbar knapp verpasste, blieb es letztlich beim verdienten Auswärtserfolg der Kleeblätter.

SC Wiedenbrück - RW Oberhausen 0:1 (0:0)

SC Wiedenbrück: Hölscher; Geller, Amedick, Toia (81. Seiler), Kondziella, Kroll, Krüger (59. Tuma), Ritter, Mai (81. Yilamz), Tuppeck (71. Aydinel), Kayser (71. Kaptan).
RWO: Glaus; Böhmer, Klaß, Fassnacht, Winter (71. Atty), Kerem, Schlax (84. Meyer), Donkor (71. Halangk), Vega Zambrano, Nyuydine, Kesim (33. Mühling).
Tore: 0:1 Vega Zambrano (59.).
Gelbe Karten: Geller, Toia, Mai, Yilmaz / Fassnacht, Yalcin, Nyuydine.
Schiedsrichter: Lukas Dahmann.
Zuschauer: 771.

„Du brauchst in so einem Spiel eben viel Geduld. Die haben wir gehabt und irgendwann machst du eben dein Tor, auch wenn Wiedenbrück um jeden Ball und Punkt kämpft. Ich bin jetzt in meiner dritten Saison in Oberhausen und weiß deshalb genau, wie schwer es ist, hier zu spielen“, bilanzierte Gunkel. „Das ist dann auch schwierig, das so zu verteidigen. Aber auch da haben wir gezeigt, dass wir das können und haben den Sieg letztlich über die Ziellinie gebracht.“

Weiter geht es für RWO am kommenden Samstag (14 Uhr) im Stadion Niederrhein gegen die U23 von Borussia Dortmund.