Leichtathletik

41. Hamminkelner Citylauf: Johnstone überragt mit Fabelzeit

Die Meute startet: Mittendrin der spätere Sieger Nikki Johnstone.

Die Meute startet: Mittendrin der spätere Sieger Nikki Johnstone.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Bei hohen Temperaturen läuft Nikki Johnstone die zweitbeste Zeit jemals. Auch ein Bundesliga-Schiedsrichter ist am Start.

Der Zweite war noch gar nicht im Ziel, da gab Nikki Johnstone dem kleinen Fiete schon Tipps für den anstehenden Bambini-Lauf. „Hier kommen so viele Leute zum Anfeuern an die Strecke, da mache ich das gerne – vor allem, weil ich ja selbst Lehrer bin“, sagte Johnstone im Zielbereich des 41. Hamminkelner Citylaufs.

Der 35-Jährige stand da im vollgeschwitzten gelben Leibchen mit blauer Hose und war nach seiner Fabelzeit schnell wieder bei Atem. 31 Minuten und 34 Sekunden benötigte der in Düsseldorf lebende Schotte für zehn Kilometer: 24 Sekunden über seinem persönlichen Rekord, in der prallen Sonne mit Temperaturen, die in der Mittagszeit gut und gerne über 30 Grad gelegen hatten.

Für Johnstone kein Problem: „Nur auf das kalte Getränk im Ziel freut man sich ein bisschen mehr.“ Er habe an vielen heißen Sommertagen trainiert, war also gut auf das Wetter in Hamminkeln vorbereitet. Seine Zeit sprach dafür, und der Abstand auf die Verfolger. Luca Fröhling (35 Minuten) und Florian Falkenthal (36 Minuten/beide LV Marathon Kleve) kamen deutlich nach dem Solisten aus Schottland ins Ziel. „Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit“, sagte Johnstone. „Vielleicht wäre es mit dem ein oder anderen Mitstreiter vorne noch schneller gewesen, weil man sich hätte gegenseitig pushen können.“

Darüber hätte sich bestimmt auch Thomas Wingerath sehr gefreut. Bei Johnstones Zwischenzeiten macht der Mitorganisator des Hamminkelner SV große Augen. Den Schnitt von drei Kilometern pro Minute konnte der spätere Sieger aber nicht aufrecht erhalten. Bei der Hitze nicht überraschend. „Die dritte, aber vor allem die vierte Runde wird heute richtig anstrengend“, erzählte Wingerath kurz nach dem Startschuss des Hauptlaufes um kurz nach 11 Uhr. „Wegen der Temperaturen haben wir allen vorher noch mal deutlich gemacht: Übertreibt es nicht, heute steht der Spaß im Vordergrund.“ Nikki Johnstone kombinierte beides.

Bis zum späten Samstagabend wurde an der Raiffeisenstraße noch auf einer Baustelle gewerkelt, damit der Lauf überhaupt gestartet werden konnte. „Ein großes Kompliment an die Baufirma und die Stadtverwaltung. Es ist alles wunderbar“, sagte Wingerath, der wie erwartet knapp 1400 Starts verzeichnete. „Viel voller darf es auch gar nicht werden, da sonst unsere familiäre Atmosphäre verloren ginge.“

Wasser über den Kopf

Carina Fierek vom TuS Xanten hat sich gesteigert. Die 36-jährige Weselerin war zum zweiten Mal in Hamminkeln am Start. Nach Rang zwei über fünf Kilometer gewann sie nun über die doppelte Distanz in einer Zeit knapp unter 40 Minuten (39:41). „Bei dem Wetter geht das in Ordnung. Die Zuschauer waren super und die Strecke mit den vier Runden sehr schnell“, sagte sie im Ziel. Wichtig sei, viel zu trinken, auch bei den Verpflegungsposten an der Strecke. „Entweder trinken oder das Wasser über den Kopf schütten“, lautete ihre Devise. Nach dem Rennen ist für sie vor dem Rennen. Am Mittwoch geht es für sie zur Deutschen Polizeimeisterschaft in Göttingen. Dort ist sie über 5000 Meter am Start.

Schiri am Start

Bastian Nitz vom TV Voerde hatten derweil zwei Rennen an einem Tag. Nach Rang drei über fünf Kilometer wurde er im Hauptlauf Achter. Und damit zwei Plätze hinter Marcel Pelgrim aus Bocholt. Auch für ihn war es nicht der einzige sportliche Einsatz an diesem Wochenende: Am Samstagabend assistierte er noch Schiedsrichter Marco Fritz an der Seitenlinie des Fußball-Bundesligaspiels zwischen Schalke 04 und Bayern München (0:3).

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