In der Halbzeit hatte für den PSV Lackhausen alles noch recht freundlich ausgesehen. Doch nach am Ende 94 Fußball-Landesliga-Minuten musste Trainer Björn Assfelder einen gebrauchten Sonntag an der Franzstraße beim 1. FC Lintfort quittieren. Zur 2:4 (1:1)-Pleite gesellten sich noch zwei Verletzte und der schon zehnte PSV-Platzverweis in der Saison. Nico Giese schickte in der Nachspielzeit Shawn Rume in die Bande und kassierte dafür Gelb/Rot.
PSV Lackhausen: Verteidiger Lennart Laader muss passen
„Das war unnötig und nicht gerade schlau. Zehn Platzverweise in 25 Spielen sind eine ziemliche Katastrophe“, merkte der Coach nach der Niederlage an. Dass wenige Minuten zuvor Timo Giese nach einem Sturz unglücklich fiel und mit Verdacht auf Handbruch in die Kabine musste, erhellte die Laune nicht.

Vor dem Anpfiff schon war Coach Assfelder etwas grantelig. Innenverteidiger Lennart Laader musste mit einer offensichtlichen Bauchmuskelzerrung passen. Timo Giese rückte zu Stephan Sanders in die Innenverteidigung, Luis Blaswich machte den Linksverteidiger. Dafür war der eigentlich nicht für die Startelf vorgesehene Max Mahn im Angriff aufgeboten.
Schönes Solo zum 1:0 für den PSV Lackhausen
Der PSV-Torjäger blieb blass. Dafür glänzte sein Offensivpartner Denys Ovsiannikov. Der 20-jährige Ukrainer brachte ein schönes Solo an drei Lintfortern vorbei per Flachschuss in die rechte Torecke ins Ziel. Die Grün-Weißen bestimmten Halbzeit eins, mit böigem Rückenwind allerdings, ziemlich klar. Nach 9:0 Ecken und einigen guten Chancen entsprach der Pausenstand am Ende wahrlich nicht dem Spielverlauf.

Die Lintforter kamen mit der einzigen guten Tormöglichkeit in der 40. Minute tatsächlich zum Ausgleich. Ex-Regionalliga-Spieler Boran Sezen schloss eine Kombination über Carlos Pin und Flankengeber Baha Arslanboga überlegt im Weseler Strafraum zum 1:1 ab. „Wir waren vor der Pause etwas zu verspielt“, merkte PSV-Coach Assfelder an, „und dann hatten wir danach den Wind gegen uns.“
PSV Lackhausen kassiert zwei Gegentore in drei Minuten
Die Natur bremste nun weite Weseler Bälle konsequent aus. Lintfort kam mit einer besseren Körpersprache und mehr Vorwärtsdrang aus der Umkleide. Boran Sezen nutzte einen Stellungsfehler in der Gäste-Abwehr zum 2:1 aus (59.). Das wusste Florian Karwath zwar nur zwei Minuten später mit einem schönen Schlenzer in den linken Torwinkel zwar auszugleichen. Doch Lintfort drückte nun auf die Tube: Binnen drei Minuten schlug zweimal Carlos Pin zu, jeweils auf Vorlagen von Boran Sezen (71./74.).
„Ich hatte extra noch gewarnt, Carlos Pin nicht so viel Spielraum zu geben“, lamentierte PSV-Coach Assfelder. Seine Defensive hatte in der Pause offenbar nicht richtig zugehört.
PSV Lackhausen: Kaiser - Habig, Laader, T. Giese (83. Itodo), Blaswich - Gehrmann, N. Giese, Meis, F. Karwatz - Ovsiannikov, Mahn.


