Das war ein knackiger „Deadline-Day“ für den Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Die Verantwortlichen um Sportchef Chris Schmoldt bestritten einen Verhandlungsmarathon, um die letzten Personalien während der sommerlichen Transferfrist über die Bühne zu bekommen. Nach dem Wechsel von Mittelfeldspieler Jonas Michelbrink zu Fortuna Köln verkündete der MSV knapp fünf Stunden später die Verpflichtung von Stürmer Andy Visser, der zuletzt für Vitesse Arnheim spielte. Um 23 Uhr kam dann noch der „Late-Night-Deal“: Der MSV gab die Verpflichtung von Stürmer Florian Krüger bekannt.
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Florian Krüger war zuletzt der Wunschkandidat der Meidericher. Zum Ende der Transferfrist um 20 Uhr war der Deal bereits fix. Es galt jedoch, noch Formalitäten zu erledigen. Krüger kommt vom belgischen Erstligisten K Beerschoot VA. Der 26-Jährige war zuletzt an den Drittligisten 1. FC Saarbrücken ausgeliehen. Interessant: Die Saarländer hätten Krüger gerne fest verpflichtetet, erklärten aber, dass „das Gesamtpaket kaum zu stemmen“ sei.
Nach Angaben des MSV hat Florian Krüger am Montag seinen Vertrag bei den Belgiern aufgelöst. MSV-Sportchef Chris Schmoldt lässt sich in der Pressemitteilung seines Vereins so zitieren: „Mit Florian bekommen wir einen höherklassig erfahrenen Spieler im allerbesten Alter. Im Sturm ist er variabel einsetzbar, besticht durch viel Fleiß, Einsatz und Siegeswille. Er hat in der Vergangenheit seine Torgefahr schon mehrfach unter Beweis gestellt, zuletzt mit sehr starken Leistungen in Saarbrücken. Wir sind sehr froh, dass wir Flo von unserem Weg überzeugen konnten und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit in Zebrastreifen.“
Trainer Dietmar Hirsch kommt so zu Wort: „Florian hat seine Qualitäten bereits seit Jahren auf Top-Niveau unter Beweis gestellt. Er hat uns in den persönlichen Gesprächen aufgezeigt, dass er sich auch charakterlich in unser Team einfügen wird. Wir haben einen Top-Stürmer im richtigen Alter gesucht, hier passt das Gesamtpaket perfekt.“ Und Florian Krüger sagt in der Mitteilung: „Es ist schön, dass es geklappt hat. Natürlich lässt einen auch aus der Entfernung diese Euphorie, diese tolle Stimmung rund um den Spielverein nicht kalt. Ich habe noch nie hier gespielt und freue mich jetzt riesig auf das erste Spiel mit meinem neuen Team hier an der Wedau.“
Andy Visser kommt als Perspektivspieler zum MSV
Zudem vermeldeten die Meidericher am Montag die Verpflichtung von Andy Visser. Nach dem Lizenzentzug von Vitesse Arnheim war der 20-Jährige ohne Verein gewesen. Der MSV würdigt den Zugang in seiner Pressemitteilung als einen „vielversprechenden jungen Stürmer.“ Demnach ist er nicht der Vollblut-Angreifer, den die Meidericher auf ihre Agenda gesetzt hatten. Chris Schmoldt sagt in der Mitteilung: „Wir haben Andy mehrfach beobachten können, mit seinen 1,93 Meter hat er ein sehr spannendes Stürmerprofil, ist läuferisch viel unterwegs und bringt eine sehr ordentliche Schnelligkeit mit. Und vor allem spielt er mit viel Wille und Ehrgeiz. Wir sehen Potenzial in ihm, sich auf Strecke durchzusetzen und freuen uns, dass er sich für einen Wechsel nach Duisburg entschieden hat.“
Mit Andy bekommen wir einen jungen Stürmer mit viel Entwicklungspotenzial.
Dietmar Hirsch, MSV-Trainer
MSV-Trainer Dietmar Hirsch lässt sich so zitieren: „Mit Andy bekommen wir einen jungen Stürmer mit viel Entwicklungspotenzial. Wir wollen ihn an die 3. Liga heranführen, trotzdem wird er mit seiner körperlichen Robustheit, mit seinem starken linker Fuß und seinem guten Tempo schon jetzt den Konkurrenzkampf vorne befeuern.“ Und der Spieler selbst lässt ausrichten: „Es ist ein schönes Gefühl, hier zu sein, ich freue mich auf den Spielverein, die Fans und die Stadt. Für mich passt es einfach, und ich bin überzeugt, mit dem Wechsel zum MSV auch für meine persönliche Entwicklung den richtigen Schritt zu machen.“ Visser ist letztlich auch froh, nach dem Kollaps von Vitesse Arnheim einen neuen Arbeitgeber gefunden zu haben. Der Angreifer wird bei den Meiderichern mit der Rückennummer 30 auf Torejagd gehen.

Immerhin waren bereits am frühen Nachmittag alle Dinge, die Jonas Michelbrink betreffen, geregelt. Der Mittelfeldspieler wechselt von den Zebras zum Regionalligisten Fortuna Köln. Beim MSV hatte Michelbrink keine Perspektive mehr gehabt. Trainer Dietmar Hirsch hatte ihn lediglich in den Testspielen beim Duisburger SV 1900 und beim SV Wanheim 1900, die vornehmlich Spaßcharakter hatten, eingesetzt. Schon früh in der Vorbereitung wurde klar: Der gebürtige Hannoveraner, der im Sommer 2022 von der U 23 von Hertha BSC zu den Zebras gewechselt war, hat in Duisburg keine Zukunft mehr.

Fortuna Köln freut sich über die Verpflichtung des 24-Jährigen. „Mit der Verpflichtung von Jonas konnten wir einen weiteren Spieler mit Scorerqualitäten unter Vertrag nehmen. Jonas wird unser Offensivspiel in der Zentrale noch flexibler und variabler machen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Saison mit ihm“, zitierte die Fortuna seinen Trainer Matthias Mink in einer Mitteilung. Michelbrink kommt hier so zu Wort: „Ich hoffe, meine Aufstiegserfahrungen aus dem letzten Jahr einbringen zu können.“ Er hat nun die Chance, zweimal in Folge, in die 3. Liga aufzusteigen. Die Fortuna mischt auch in dieser Saison wieder oben mit.
Moritz Montag ging hingegen nicht am Montag. Der Außenverteidiger gilt beim MSV ebenfalls als ein Spieler mit geringer Perspektive und war ähnlich wie Jonas Michelbrink zuletzt außen vor gewesen. Er bleibt bei den Zebras nun aber weiter an Bord.


