Pflicht erfüllt. Der MSV Duisburg erreichte am Sonntagmittag das Halbfinale im Fußball-Niederrheinpokal. Der Tabellenführer der Dritten Liga setzte sich vor 3000 Zuschauern im ausverkauften Willy-Lemkens-Sportpark mit 3:0 (2:0) gegen den Fünftligisten SV Sonsbeck erwartungsgemäß durch. Im Halbfinale, das erst am 25. März 2026 gespielt wird, treffen die Zebras auf den Sieger der Partie Rot-Weiß Oberhausen gegen den 1. FC Bocholt. In jedem Fall ist der MSV der einzige verbleibende Drittligist im Wettbewerb. In der Liga geht es für die Zebras am kommenden Freitag bei Hoffenheim II weiter. MSV-Trainer Dietmar Hirsch zog ebenso entspannt wie gelassen seine Bilanz: „Wir haben uns das genauso vorgestellt. Wir haben die Aufgabe angenommen, wie wir es mussten. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und verdient gewonnen.“

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Trainier Dietmar Hirsch hatte im Video vor dem Viertelfinale von „einem extrem wichtigen Pflichtspiel“ gesprochen. Die Startelf bestätigte: Das hatte der Coach nicht einfach nur dahergesagt. Selbst auf den sonst üblichen Torwartwechsel verzichtete Hirsch. Max Braune stand wie in der Liga zwischen den Pfosten. Ali Hahn (Schulterblessur) durfte sich schonen, erlaubte Ben Schlicke Praxisminuten und Rasim Bulic, die Kapitänsbinde zu tragen. Leon Müller ersetzte Christian Viet. Der Wechsel deutete an: Der Trainer setzt auf den lange verletzten Müller. Im Sturm bekam Florian Krüger eine weitere Chance, sich als torgefährlicher Mittelstürmer zu zeigen.

Conor Noß sorgte mit dem 2:0 für klare Verhältnisse.
Conor Noß sorgte mit dem 2:0 für klare Verhältnisse.© FUNKE Foto Services | Jakob Klos

Fast 40 Minuten dachte man „Naja“. Krüger lief so mit und zeigte technisches Können, ohne wirklich zu einem Abschluss zu kommen. Aber dann: Nach einem Zuspiel von Conor Noß nahm der Mittelstürmer den Ball am Elfmeterpunkt mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich flott und traf mit Wucht zum 1:0. Keine drei Minuten später eilte Krüger durch die Schnittstelle, verzichtete aber auf einen Abschluss, sondern wartete, bis Conor Noß freie Schussbahn hatte. Mit zwei starken Aktionen hatte der MSV die Fronten geklärt. Favoriten und Spitzenteams machen das so. Krüger war bester Mann beim Zebra.

SV Sonsbeck – MSV Duisburg 0:3 (0:2)

Sonsbeck: Fauseweh (84. Mehmedovic)– Martens, Philipp Elspaß, Schoofs, Leurs – Pokora, de Stefano (58. Janßen), Güngor (69. Somodi), Krajac (86. Christoph Elspaß) – Binn (80. Sahintürk), Keisers.

MSV: Braune – Bitter, Fleckstein (73. Jessen), Schlicke, Coskun – Göckan (59. Dittgen), Bulic (63. Tugbenyo), Müller, Sussek (59. Meuer) – Noß (63. Töpken), Krüger.

Tore: 0:1 Krüger (40.), 0:2 Noß (43.), 0:3 Sussek (54., Foulelfmeter).

Schiedsrichter: Rajkovski (Remscheid).

Gelbe Karte: Fauseweh.

Zuschauer: 3000.

Zuvor hatten die Meidericher lange auf den Beton geklopft. Schnell war deshalb der Zusatznutzen der Partie zu erkennen. Es geht den Meiderichern vor allem um den Pokalgewinn, der zur Teilnahme an der lukrativen ersten Pokalrunde berechtigt. Im Nebenerwerb konnte das Team üben, wie man eine dicht gestaffelte Abwehr knackt. Nach dem furiosen Start in die Liga neigen mehr und mehr Gegner dazu, den MSV mal machen zu lassen und nicht in die Falle des Umschaltspiels zu tappen.

Wir haben die Aufgabe angenommen, wie wir es mussten.

Dietmar Hirsch, MSV-Trainer

Sonsbecks Trainer Heinrich Losing, ein guter Bekannter von Hirsch, folgte ebenfalls diesem Plan. Lange mit Erfolg. Der MSV suchte über die Flügel den Weg nach vorn und in den Strafraum. Joshua Bitter war der Mann im Scheinwerferlicht. Immer wieder flankte der Rechtsverteidiger und kam auch selbst – wenn auch nicht sonderlich präzise – zum Abschluss. Das sah ganz hübsch aus, konnte die mitgereisten Fans an einem grauen November-Sonntag aber kaum erwärmen.

Patrick Sussek (rechts), der hier Ruben-Joan Martens enteilt, machte mit dem 3:0 alles klar.
Patrick Sussek (rechts), der hier Ruben-Joan Martens enteilt, machte mit dem 3:0 alles klar.© FUNKE Foto Services | Jakob Klos

Zudem zeigte sich, dass die MSV-Abwehr selbst gegen den Tabellenfünfzehnten der Oberliga durchaus Wackelkontakte hatte. Einmal jubelten die Fans aus Sonsbeck bereits. Der abgefälschte Schuss von Philip Pokora setzte auf dem Netz auf. Braune hätte keine Chance gehabt. In der zweiten Halbzeit musste der Keeper in einer Situation sein ganzes Können zeigen. Linus Krajac kam aus bester Position frei zum Abschluss. Braune wischte den Ball mit einer Hand zur Ecke. Der Konter im Gegenzug bescherte die Entscheidung. Conor Noß lief frei durch, wurde von Torwart Jan Fauseweh im Strafraum niedergerungen. Patrick Sussek beseitigte per Elfmeter alle Restzweifel.

Das sah auch MSV-Coach Didi Hirsch so und richtete seinen Blick auf das nächste Punktspiel. Noß, Bulic, Sussek und Göckan hatten nach einer Stunde genug geleistet. Thilo Töpken, Jesse Tugbenyo, Steffen Meuer und Max Dittgen kamen zu ihren Einsatzprämien und 30 Praxisminuten. Später rückte Niklas Jessen für Tobias Fleckstein ein. Der junge Jessen wird sich gefreut haben, endlich mal wieder Pflichtspielrasen unter die Stollenschuhe zu bekommen. Inzwischen hatte auch Sonsbeck verstanden, dass man sich ganz auf die Meisterschaft konzentrieren kann. Das Spiel ging irgendwie einfach nur zu Ende, nimmt man mal aus, dass Steffen Meuer aus bester Kopfball-Position das 4:0 hätte erzielen müssen.