„Irgendwas ist immer los beim MSV.“ Das kommentiert ein Duisburger Fan unter einem Beitrag zum Rücktritt von Christian Stiefelhagen, Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg. Die Nachricht über seinen Abschied hat die Fans in erster Linie überrascht, wie aus zahlreichen Kommentaren in den sozialen Medien seit gestern deutlich wird. Viele können ihre Wut jedoch nicht zurückhalten – und bangen um die Zukunft des Vereins.

Wöchentlich

MSV Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Spielberichte, Transfergerüchte, Analysen, Interviews: Das Wichtigste zum MSV.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Das weckt böse Erinnerungen an alte Machtspielchen, die den Verein dann aus der Bahn geworfen haben. Hoffentlich bleibt diesmal alles ruhig und der sportliche Bereich wird nicht negativ beeinflusst“, schreibt ein MSV-Fan. Mit der Sorge, dass sich die Unruhen auf die Mannschaft auswirken könnten, steht er nicht allein. Ein User merkt an: „Wenn in der Führung Unruhe ist, überträgt sich das auf alles: Trainer, Spieler, Sponsoren usw. Jetzt will doch jeder wieder mitreden. Das ist echt gar nicht gut, na ja, warten wir es mal ab.“ Der MSV steht aktuell mit 46 Punkten auf Platz zwei der 3. Liga, sportlich läuft es in dieser Saison hervorragend.

Auch interessant

Rücktritt von Stiefelhagen: MSV-Fans stellen sich hinter Preetz

Der Konflikt eskalierte nach Informationen der Redaktion im Kontext der Personalie Uwe Schubert. Der Chef des Nachwuchsleistungszentrums würde – wenn es nach Geschäftsführer Michael Preetz ginge – den Vertrag des 65-Jährigen gerne bis Ende 2027 verlängern. Der Vorstand hat diese Entscheidung jedoch per Gesellschafterbeschluss blockiert. Dieser Auslöser für den Rücktritt sorgt bei den Fans für große Irritationen: „Der Präsident, der die ruhigste Amtszeit aller Präsidenten hatte, schmeißt das Amt wegen einer Kleinigkeit weg? Sorry, dann ist er fehl am Platz! Was hätte er denn erst als Krisenmanager gemacht? Wenn es wirklich um Schuberts Verlängerung und um eine Übergangslösung geht, dann hat Preetz recht!“

Der MSV-Duisburg-Sportchef Michael Preetz würde gerne mit dem Chef des NLZ verlängern – der Vereinsvorstand ist dagegen.
Der MSV-Duisburg-Sportchef Michael Preetz würde gerne mit dem Chef des NLZ verlängern – der Vereinsvorstand ist dagegen.© dpa | Julius Frick

Mehr zum MSV Duisburg

Ein anderer MSV-Fan schreibt: „Wenn es wirklich um Schubert geht, hat Stiefelhagen doch gar nichts damit zu tun. Wenn er sich aus dem sportlichen Bereich nicht raushalten kann, soll er gehen.“ Trotz der vielen wütenden Kommentare gibt es auch zahlreiche Stimmen, die die Arbeit des Vorstandsvorsitzenden würdigen und den Rücktritt als Verlust wahrnehmen. Ein Fan schreibt: „Hintergründe kenne ich nicht, ist aber ein bodenständiger Typ, der sich auch mal mit den ,normalen‘ Fans unterhält. Zudem würde ohne ihn das Clubhaus anders aussehen und es kein Rudelgucken bei MSV-Spielen geben.“

Ein anderer ergänzt: „Stiefelhagen wirkt sehr sympathisch und nah am Fan. Gefühlt der, der die Würstchen am Grill dreht und immer mit dabei ist. Ich glaube, er wäre für einen kleinen Verein perfekt.“ Ob auch die restlichen Vorstandsmitglieder zurücktreten, steht noch nicht fest. Möglich, dass die Reaktionen dann noch heftiger ausfallen. Hoffnung macht jedoch der Topkommentar unter dem Beitrag: „Verspüre da kein Beben, es geht weiter – nur der MSV.“