Rasim Bulic hätte den Ball in der Nachspielzeit nur ins leere Tor schieben müssen. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg traf aber den Pfosten. Unfassbar! Die Zebras stehen nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Viktoria Köln mit leeren Händen da, weil Rot-Weiss Essen beim SSV Ulm 1846 spät den Siegtreffer erzielte. Die MSV-Fans unter den 30.343 Zuschauern und Zuschauerinnen in der Schauinslandreisen-Arena trugen Trauer!

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Schon am Vormittag war die Spannung in der Stadt mit den Händen zu greifen. Geschätzt 5000 MSV-Anhänger beteiligten sich am Fanmarsch, der auf der Fischerstraße in Wanheimerort begann. Der Heimbereich in der Arena war schon seit über einer Woche ausverkauft.

MSV Duisburg Fans feiern den Aufstieg in die 2. Bundesliga am MSV-Stadion in Duisburg
Duie Fans des MSV Duisburg zeigten beim Marsch zum Stadion ein starkes Zeichen.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

MSV-Trainer Dietmar Hirsch nahm gegenüber dem 0:0 beim FC Erzgebirge Aue drei Änderungen in der Startaufstellung vor. Im Sturm spielte der Ex-Kölner Tyger Lobinger gegen sein Ex-Team. Thilo Töpken saß dafür auf der Bank. Auf dem Flügel erhielt Can Coskun den Vorzug gegenüber Mert Göckan. Tobias Fleckstein kehrte nach seiner Sperre in die Abwehrreihe zurück. Kapitän Alexander Hahn gehörte gar nicht dem Kader an. Der 33-Jährige zog sich im Abschlusstraining am Freitag eine Verletzung im Adduktorenbereich zu.

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Dietmar Hirsch hatte „Vollgas von Beginn an“ versprochen. Der MSV bemühte sich um das schnelle Tor. Das hätte Ben Schlicke in der sechsten Minute nach einem Eckstoß erzielen können. Viktoria-Keeper Arne Schulz fischte den Kopfball des gebürtigen Kölners aber aus dem Winkel. Im Fernduell lag Konkurrent Rot-Weiss Essen zu diesem Zeitpunkt schon mit 1:0 in Führung. Torben Müsel hatte in der zweiten Minute im Auswärtsspiel beim SSV Ulm 1846 getroffen. In der Blitztabelle waren die Zebras nur noch Vierter.

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In der 15. Minute zeigten die Kölner, dass sie nicht nur als Partygäste angereist waren. MSV-Torwart Max Braune lenkte einen Schuss von Simon Handle über die Latte. Nach dem folgenden Eckball wurde es nochmal brenzlig, doch Braune sicherte den Ball. In der 23. Minute kam Tyger Lobinger nach einem Schlag von Tim Kloss gegen den Knöchel im Strafraum zu Fall. Der berechtigte Elfmeterpfiff blieb aus. Lobinger schimpfte. Es half nichts.

3.Liga  MSV Duisburg - Viktoria Köln
MSV-Stürmer Tyger Lobinger (links) ging gegen seinen Ex-Klub leer aus.© FUNKE Foto Services | Jakob Klos

Mittlerweile führte Energie Cottbus beim SSV Jahn Regensburg, dafür stand es in Ulm 1:1. In der 30. Minute scheiterte Can Coskun mit einem 18-Meter-Freistoß am Keeper, das Nachsetzen von Florian Krüger brachte einen Eckball ein. In der 35. Minute schloss Dominik Kother aus spitzem Winkel ab, Torwart Arne Schulz klärte zur Ecke. Eine Minute später kam Tobias Fleckstein kurz vor dem Tor zum Kopfball, setzte ihn aus schwieriger Position neben das Tor. Aus Ulm verlautete mittlerweile: Die Spatzen führten 2:1 gegen Essen.

3.Liga  MSV Duisburg - Viktoria Köln
Die MSV-Fans beeindruckten wieder mit einer starken Choreo.© FUNKE Foto Services | Jakob Klos

In der 41. Minute klärten der Kölner Tim Kloss einen Kopfball von Tobias Fleckstein auf der Linie. In der 45. Minute bewahrte Max Braune die Zebras mit einer starken Parade nach einem Kopfball von Kloss vor einem Rückstand. Die Teams gingen mit einem Remis in die Kabine. In Ulm hatte RWE derweil zum 2:2 ausgeglichen.

Zur zweiten Halbzeit setzte Trainer Dietmar Hirtsch einen frischen Impuls für die Offensive. Auf dem Flügel war nun Conor Noß für Dominik Kother am Ball. In der 50. Minute kam für den MSV die kalte Dusche. Christian Viet stolperte im eigenen Strafraum. Taylan Duman nutzte die Gelegenheit und schlenzte den Ball zum 0:1 ins Netz. Die MSV-Fans sangen nach dem ersten Schock: „Immer weiter!“ Hansa Rostock führte zu diesem Zeitpunkt 2:0 in Saarbrücken. In der Blitztabelle war der MSV nur noch Fünfter.

MSV Duisburg – FC Viktoria Köln 1:1 (0:0)

MSV Duisburg: Braune – Bitter, Fleckstein, Schlicke (57. Sussek) – Jessen (78. Göckan), Bulic, Coskun (72. Symalla) – Krüger (72. Töpken), Viet, Kother (46. Noß) – Lobinger.

FC Viktoria Köln: Schulz – Dietz, Eisenhuth (90. Greger), Kloss – Velasco (62. Tonye), Duman (83. Engelhardt), Wolf, Handle – Münst – Otto, Sachse (83. Sponsel).

Tore: 0:1 Duman (50.), 1:1 Bitter (76.).
Gelbe Karten: Coskun, Bulic (10., gesperrt) – Sachse, Eisenhuth, Greger
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart).
Zuschauer: 30.343.
So geht‘s weiter: MSV Duisburg – SC St. Tönis (Niederheinpokalfinale, Samstag, 23. Mai, 15.30 Uhr, Schauinslandisen-Arena).

In der 57. Minute kam Patrick Sussek für Ben Schlicke ins Team. Dietmar Hirsch erhöhte das Risiko. Die Zebras taten sich schwer. Es lief nicht viel zusammen. Köln verpasste zweimal das 2:0. Erst parierte Max Braune gegen den eingewechselten Yannick Tonye. Wenig später traf David Otto den Pfosten.

In der 72. Minute brachte Dietmar Hirsch Thilo Töpken und Simon Symalla für Florian Krüger und Can Coskun. Die Zebras wurden immer nervöser, zwischenzeitlich kamen einfachste Bälle nicht an. Simon Symalla holte in der 75. Minute die Brechstange raus. Torwart Arne Schulz klärte zur Ecke. Der Eckstoß in der 76. Minute verwandelte die Arena in ein Tollhaus. Joshua Bitter knallte den Ball zum 1:1 ins Netz. Der MSV war wieder im Geschäft.

Die Zebras, bei denen Rasim Bulic seine zehnte Gelbe Karte kassierte, drängten auf den Siegtreffer. Es gab sieben Minuten Nachspielzeit. Masx Braune rettete mit einer Glanzparade gegen Lucas Wolf und verhinderte das 1:2 (90./+1). In der vierten Minute der Nachspielzeit lenkte Torwart Arne Schulz einen Freistoß von Christian Viet zur Ecke. In der siebten Minute hätte Rasim Bulic den Ball aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor schieben müssen. Er traf aber den Pfosten. Jetzt führte Rot-Weiss Essen 3:2. Der MSDV brauchte dieses Tor.

Es fiel nicht mehr. Die Zebras sind gescheitert. Die Fans standen zunächst unter Schock, feierten die Mannschaft dann aber doch schnell mit Gesängen.