Wie kommt der Pfosten aus dem Ronhof nun an die Wedau? Influencer Piira fragte auf seinem Instagram-Kanal schon am Dienstagabend kurz nach dem Abpfiff des Fußball-Relegationsspiels zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Rot-Weiss Essen bei den Franken nach: „Wie machen wir das? Schickt Ihr uns den Pfosten zu, oder sollen wir den abholen?“ Die Fans des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg gingen nach der 0:2-Niederlage der Essener in den sozialen Medien steil. In der letzten Woche hatten RWE-Fans den „Bulic-Pfosten“ aus der Duisburger Arena gestohlen, nun zerplatzte der Essener Aufstiegstraum in Fürth ebenfalls ausgerechnet am linken Torpfosten (aus Sicht der Schützen).

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Die SpVgg Greuther Fürth, die das Hinspiel an der Hafenstraße am Freitag mit 0:1 verloren hatte, ging in der 29. Minute durch Noel Futkeu in Führung. Hier spielte der linke Torpfosten zum ersten Mal an diesem Abend eine tragende Rolle. Der gebürtige Essener (ausgerechnet) setzte den Ball an den Innenpfosten, von dort fand das Spielgerät den Weg ins Netz. Fürth führte ab der 47. Minute durch Branimir Hrgota mit 2:0. RWE bemühte sich um den Anschluss und die Wende.

In der 81. Minute kam es zu dieser Wahnsinnsszene. Dickson Abiama köpfte den Ball an den linken Pfosten. Doch damit nicht genug: Torben Müsel schaffte es im Anschluss nicht, den Ball aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen. Sein Mittel der Wahl war ein Flugkopfball Richtung Kleeblatt-Torwart Silas Prüfrock. Somit kam viel zusammen: Müsel kann mit MSV-Spieler Rasim Bulic, der gegen Viktoria Köln nahe vor dem Kasten gescheitert war, eine Selbsthilfegruppe gründen. Am Freitag machte der gestohlene Pfosten aus Duisburg auf der Fantribüne an der Hafenstraße noch die Runde. In Fürth wurde der linke Pfosten Essen nun gleich zweimal zum Verhängnis. Karma ist eine Person mit einem schlechten Ruf.

Die MSV-Anhänger haben seit Dienstagabend viel Spaß. Sie sparen nicht mit Häme. Die Fangruppierung Sektion KöPi Hunters Block L schreibt auf ihrer Facebook-Seite: „Ihr wolltet den Pfosten? Ihr habt ihn bekommen – als treuen Begleiter, als verlängerten Arm des Schicksals, als stillen Star dieser Saison. Metall gewordenes Hoffnungskonzept.“ Großer Beliebtheit erfreut sich im Netz auch ein KI-generiertes Bild einer Choreo in der MSV-Fankurve im Duisburger Stadion mit einem Pfosten in einem Auto, verbunden mit den Spruchbändern „RWE – Aus der Traum“ und „Futkeus Glückspfosten in unserem Kofferraum“. Ähnliche Transparente hatten die Essener Fans am Freitag in ihrem Stadion aufgehängt. Auch ein Bild von Rasim Bulic, der den Pfosten in Fürth küsst, ist im Netz aktuell angesagt.

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Da Duisburger und Essener Klassenkameraden bleiben, dürften die Geschichten in der kommenden Saison bei den beiden Derbys eine Fortsetzung finden. Abseits von Häme, Spott und Auseinandersetzungen: Die 3. Liga wird in der kommenden Saison vor allem aus regionaler Sicht hochattraktiv sein. Dazu trägt Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf erheblich bei. Mit Preußen Münster, Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen und den beiden Kölner Klubs Viktoria und Fortuna sind weitere Traditionsvereine dabei. Hinzu kommt der SC Verl – und bis nach Meppen ist es auch nicht so weit. „Das ist ja fast schon eine NRW-Liga“, freut sich MSV-Sportchef Chris Schmoldt über viele Spiele mit Derbycharakter.

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Nach der Relegation ist nun nur noch ein Platz in der Liga frei. Am Donnerstag um 19 Uhr steht das erste Aufstiegsduell zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und den Würzburger Kickers in Sachsen an. Das Rückspiel in Franken steigt am Montag, 1. Juni, um 18.30 Uhr.

GER, Herren, Relegation, Saison 2025-2026, SC Paderborn 07 - VfL Wolfsburg
Ein Ex-Duisburger feiert mit dem SC Paderborn den Bundesliga-Aufstieg: Santiago Castaneda (links) mit Steffen Tigges.© Imago | Ulrich Hufnagel

Die Relegation zwischen 1. und 2. Bundesliga hatte es ebenfalls in sich. Mitten drin war auch ein ehemaliges Zebra. Santiago Castaneda war vor zwei Jahren nach dem Abstieg des MSV in die Regionalliga ablösefrei zum SC Paderborn 07 gewechselt. Der US-Amerikaner feierte am Montag mit seinem Team mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen den VfL Wolfsburg den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

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Beim MSV war Castaneda im Sommer 2023 als Perspektivspieler angetreten, verbuchte aber dann 31 Drittliga-Einsätze. Wenigstens der Mittelfeldspieler sorgte in einer desaströsen Duisburger Saison für ein paar Lichtblicke. Im ersten Zweitliga-Jahr bestritt der heute 21-Jährige 32 und in der abgelaufenen Saison 31 Ligaspiele. Jubeln durfte in Paderborn auch Ruben Solis. Der ehemalige Athletiktrainer des MSV ist in dieser Funktion seit 2024 beim SCP tätig.