Nein, heute gibt es wieder keine Nachrichten zu Neuzugängen beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Das liegt nun daran, dass Sportdirektor Chris Schmoldt gar nicht groß am Kader rumschrauben will. Drei bis vier Neuzugänge sind zunächst angedacht. Einer ist bereits da: Max Besuschkow aus Ingolstadt. Kurzum, es ist eh nicht so viel zu verkünden. Die Butter wird dünn aufs Brot gestrichen. Die Zahl der Abgänge ist mit fünf dabei ebenfalls überschaubar. Andere haben da den Rasenmäher aus der Garage geholt. Davon aber später mehr.
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Schmoldt hat noch einen weiteren Grund, warum sich derzeit eher wenig tut. Die WM läuft, und das Turnier in Übersee dient als großes Schaufenster. Mit Wirkung bis in die dritte Klasse. Die Ostsee-Zeitung hat am Dienstag gezählt. Das Ergebnis: Die 20 Klubs in der Liga haben insgesamt etwas mehr als 170 Spieler abgegeben. Nur ein Drittel der Stellen wurden bislang wiederbesetzt. Rot-Weiss Essen zum Beispiel hat 13 Akteure verabschiedet. Erst vier Neuzugänge, davon zwei Umwandlungen von Leihverträgen in Festanstellungen, und die Rückholaktion von Luca Bazzoli aus Ulm findet man bestätigt. Das wird übrigens den Ex-Meidericher Leon Müller betrüben. Er ist mit Bazzoli befreundet und wechselt gerade zum Viertligisten aus der Spatzenstadt.

Wenn es um Abgänge geht, dann liest man durchaus klangvolle Namen: Lars Gindorf, vom Fachmagazin Kicker zum bestbewerteten Spieler der Saison ernannt, verlässt Alemannia Aachen. Gindorf stellte mit 28 Treffern einen neuen Drittliga-Rekord auf, kehrt nach Ende der Leihfrist zurück zu Hannover 96. Aachen verlässt übrigens auch Torhüter Fotios Pseftis. Der Mann zwischen den Pfosten verdarb mit zwei böswillig guten Paraden dem MSV beim 1:3 den scheinbar sicheren Ausgleich. Die Liga muss auch auf den Ästheten Berkan Taz verzichten. Der Mittelfeldmann war die Seele des Spiels beim SC Verl. Taz geht nach Bochum. Der SV Wehen Wiesbaden verliert seinen Kapitän und Torjäger Fatih Kaya an den türkischen Erstligisten Samsunspor.
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Essen verabschiedete Torben Müsel, der im Relegationsspiel das Tor zum 1:2 nicht machte und damit die Chance auf eine Verlängerung verdarb. Müsel selbst steigt auf: Er geht in die Zweite Liga nach Magdeburg. Zudem gibt es Meldungen, dass Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn an RWE-Keeper Golz interessiert sei. Auch das wäre ein herber Verlust. Ex-Zebra Klaus Gjasula, den man als Stütze des Spiels kannte, zieht es aus privaten Gründen zu Hoffenheim II. Vielleicht noch herber ist das Goodbye von Feingeist Kaito Mizuta. Hier ist der neue Verein noch nicht bekannt.

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Klar ist, dass es bei den Zweitliga-Absteigern einen Umbruch geben wird. Bei Fortuna Düsseldorf werden zwölf Abgänge gezählt. Am Dienstag gab Shinta Appelkamp nach elf Jahren bei 1895 seinen Abschied bekannt. Stammtorhüter Florian Kastenmeier (Ziel unbekannt) verlässt ebenfalls den Absteiger, und sein Ersatzmann Marcel Lotka (Energie Cottbus) hat ebenfalls den Spind geräumt. Satoshi Tanaka gelang im Jahr des Niedergangs ein Aufstieg. Der Sechser wird ein Schalker. Dass die Fortuna, bei der auch hinter den Kulissen eifrig Stühle gerückt werden, aufräumt, liegt nahe. Trainer Alexander Ende will einen Neuanfang mit selbst ausgewähltem Personal machen.
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Was die Neuausrichtung des Kaders angeht, so liegt Alemannia Aachen mit 15 Abgängen ganz vorn. Allerdings sind darin acht auslaufende Leihverträge enthalten. Den Leihvertrag mit Mika Schroers haben die Aachener bereits im Frühjahr umgewandelt. Allerdings traf Schroers so zahlreich, dass nun wieder Gerüchte auftauchen, er könne – gegen entsprechende Ablöse – doch noch in die Zweite Liga wechseln.
Was die Einkäufe angeht, ist der 1. FC Saarbrücken mit sieben neuen Namen auf der Gehaltsliste besonders weit. Allerdings verlassen auch 14 Mann den Klub. Die Saarländer müssen einen Umbruch vornehmen. In der vergangenen Saison wurde der FCS mit Aufstiegsambitionen in Verbindung gebracht. Am Ende war man froh, dass der Abstiegskampf ohne das Team stattfand. Das entspricht keinesfalls den Ansprüchen eines Traditionsvereins.
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Auf die Frage nach möglichen Mitbewerbern um den Aufstieg nannte Chris Schmoldt Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster, Saarbrücken und Hansa Rostock. Den SC Verl nannte er nicht: Auch dort gebe es einen Umbruch. Bei 14 Abgängen darf man das sagen. Vom Taz-Wechsel war schon die Rede. Martin Ens und Timur Gayret spielen demnächst beim Neu-Bundesligisten SC Paderborn. Besonders herb: Trainer Tobias Strobl verlässt den Klub und heuert in Wolfsburg an.
Von echten „Königstransfers“ der Konkurrenz war bislang nichts zu lesen. Das kann aber noch kommen. Zum einen, weil sehr viele Kaderplätze nicht besetzt sind und sich in den Ligen über der dritten Klasse noch einiges tun kann. Zum anderen: Die Ostsee-Zeitung schreibt, dass Hansa Rostock mit 8,5 Millionen Euro für den Kader plant. Das ist eine Rekordsumme. Da rollt der Einkaufswagen wie geölt durch den Supermarkt. Mit welcher Stellgröße der MSV plant, verrät der Verein nicht. Diese wird aber deutlich darunter liegen. Kleiner Trost: Geld allein schießt keine Tore. Im Vorjahr hatte der Nachbar aus Essen investiert und blieb dann doch ein Klassenkamerad des MSV.
Ziegner coacht Lok Leipzig
Torsten Ziegner hat einen neuen Verein gefunden. Der Trainer wurde in der Saison 2023/24, an deren Ende der erste Abstieg der Zebras in die Viertklassigkeit stand, nach sechs Spielen ohne Sieg beim MSV Duisburg freigestellt. Nun hat der 1. FC Lokomotive Leipzig, der vor kurzem abermals in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gescheitert war, Ziegner als neuen Coach vorgestellt. „Zwischendurch“ war Ziegner 1003 Tage ohne Verein.







