Der 1. FC Saarbrücken manifestiert aktuell seinen Status als Chaosklub der 3. Liga. Über die Entlassung von Trainer Alois Schwartz und die brisanten Details hatte diese Redaktion bereits ausführlich berichtet. Zudem wurde zeitgleich auch Dimitrios Moutas beurlaubt, den Schwartz vor der Saison als Co-Trainer mitgebracht hatte. Doch damit nicht genug mit dem Stühlerücken – unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen (29. November, 14 Uhr).

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Am Mittwoch wurde der nächste Co-Trainer gefeuert, der Verein trennte sich von Yannic Thiel. Kurios: Nach WAZ-Informationen wollte Schwartz nicht nur Thiel, sondern auch den bei der Mannschaft beliebten Athletiktrainer Max Smith nach dem 1:1-Remis gegen Havelse „rasieren“. Obwohl Schwartz nun nicht mehr im Amt ist, musste Thiel trotzdem zeitversetzt gehen. Der 36-Jährige kam zur Saison 2022/2023 als Wunschkandidat des damaligen Trainers Rüdiger Ziehl zum Verein.

1. FC Saarbrücken: Nächster RWE-Gegner krempelt das komplette Trainerteam um

Neben Max Smith sind einzig Bernd Heemsoth (Co-Trainer) und Torwarttrainer Frank Kackert übriggeblieben. Neu im Team ist Co-Trainer Karsten Specht, der eigentlich als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums arbeitet. Auf ausdrücklichen Wunsch des neuen Cheftrainers Jürgen Luginger wurde er übergangsweise ins Trainerteam integriert.

Der ehemalige Schalker hat nun die Aufgabe, das sinkende Saarbrücker Schiff wieder in sichere Bahnen zu lenken. Das Selbstvertrauen bei den Spielern war zuletzt am Boden. Wie diese Redaktion erfuhr, hatte Schwartz schon lange die Kabine verloren. Das Verhältnis zu Sturmtank Kai Brünker war dabei bereits seit dem Ende der vergangenen Saison stark unterkühlt, andere Spieler folgten in den letzten Wochen.

Große finanzielle Probleme beim 1. FC Saarbrücken

Tiefpunkt war dann das gemeinsame Gespräch der Mannschaft mit FCS-Boss Hartmut Ostermann in der Vorwoche – hinter dem Rücken von Schwartz. Der Tenor: „Mit diesem Trainer geht es nicht mehr weiter.“ Trotzdem hielt der Präsident aus finanziellen Gründen zunächst an Schwartz fest – bis Dienstag. Weil das Budget des Drittligisten komplett ausgereizt ist und sich der Aufsichtsrat klar gegen eine Budgeterhöhung positionierte, war ein Trainerwechsel eigentlich keine Option. Auch deshalb setzt der FCS mit Luginger zunächst auf eine interne Lösung. Entscheidend wird sein, was auf der Ordentlichen Mitgliederversammlung am 08. Januar passiert.

Der neue Saarbrücker Cheftrainer Jürgen Luginger. Eigentlich ist der Ex-Schalker Sportdirektor des FCS.
Der neue Saarbrücker Cheftrainer Jürgen Luginger. Eigentlich ist der Ex-Schalker Sportdirektor des FCS. © FUNKE Foto Services | Stefan Rittershaus

Der 58-jährige Schwartz kam derweil auch im Saarbrücker Umfeld nicht gut an, obwohl seine Statistik in den ersten Monaten durchaus positiv war und er die Mannschaft in der Relegation fast in die 2. Bundesliga führte. In den Sozialen Medien teilte der langjährige und beliebte Stadionsprecher Christoph Tautz nach dem Schwartz-Aus ein Bild mit dem Slogan: „Heut ist so ein schöner Tag! La la la la la.“ Dazu postete er zwei Herzen in Blau und Schwarz – und einen Smiley, der die Hände zusammenfaltet. Mittlerweile ist dieser Post nicht mehr zu sehen, weil die Story bei Facebook nur 24 Stunden verfügbar ist.

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Rot-Weiss Essen: Dämpfer gegen Energie Cottbus - welche Probleme RWE lösen muss
Vonne Hafenstraße - Inside RWE
 

Tautz wird als Stimme des Ludwigsparks beschrieben. Seit 2006 ist der glühende FCS-Fan Stadionsprecher bei seinem Herzensklub. Unabhängig vom großen Chaos im Klub wartet auf Rot-Weiss Essen eine knifflige Aufgabe am Samstag, denn angeschlagene Boxer sind bekanntlich die gefährlichsten. Es wird spannend, welche Reaktion die Mannschaft nach dem Trainer-Beben zeigt.