• Rot-Weiss Essen empfing heute in der 3. Liga den Zweitliga-Absteiger SSV Jahn Regensburg und siegte mit 3:2.
  • Nur 14 Sekunden nach Anpfiff erzielte Regensburg dank eines schweren Patzers von Felix Wienand das 1:0.
  • Die Essener erholten sich von dem frühen Schock und stellten auf 3:1 – Regensburg gelang nur noch der Anschluss.

Ein Feuerwerk war es nicht, das Fußball-Drittligist Rot-Weiss Essen seinen Fans am Samstag gegen den SSV Jahn Regensburg anbot, souverän war der 3:2 (1:1)-Sieg gegen den abstiegsgefährdeten Zweitliga-Absteiger auch nicht. Wer es negativ sehen möchte, wird von einem weiteren wenig überzeugenden Auftritt sprechen. Doch wer die Fakten bemüht, hat aktuell die kräftigeren Argumente. Rot-Weiss Essen blieb zum neunten Mal in Folge ungeschlagen, hat die wenigsten Niederlagen auf dem Konto (3), die zweitmeisten Tore (48) und steht als Fünfter nur ein mageres Pünktchen hinter Tabellenführer SC Verl. Das ist zweifellos überzeugend.

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Nach der schwachen Leistung in Aachen hatte sich Rot-Weiss am Samstagnachmittag viel vorgenommen und musste den Ball dann nach 14 Sekunden aus dem eigenen Netz holen. RWE-Torwart Felix Wienand, die Vertretung des verletzten Stammtorhüters Jakob Golz, unterlief ein schwerer technischer Fehler, der zum 0:1 durch Eric Hottmann führte. Ein Schock, von dem sich RWE im Laufe des Spiels erholen konnte. „Das war natürlich ein harter Nackenschlag“, räumte RWE-Trainer Uwe Koschinat ein. „Ich muss allen ein Riesenkompliment machen. Wir haben danach weitergespielt, als ob es dieses 0:1 nicht gegeben hätte. Dann haben wir sehr schnell die Spielkontrolle übernommen.“

Rot-Weiss Essen dreht das Heimspiel nach Wienand-Blackout

Im Spiel nach vorne erzielte die Systemumstellung von der Dreier- auf die Viererkette die erhoffte Wirkung. RWE agierte mit zwei schnellen Flügelspielern sehr druckvoll und drehte die Partie dank der Treffer von Lucas Brumme (34.), Jannik Hofmann (61.) und José-Enrique Rios Alonso (65.). Für Abzüge bei der B-Note sorgte eine schwache Schlussphase. Die Essener ließen die Gäste zurück ins Spiel kommen. John Posselt (75.) verkürzte, Florian Dietz vergab die große Chance zum Ausgleich (90+3). 15 Ecken ließ der Aufstiegskandidat im eigenen Stadion zu, eindeutig zu viel. Rot-Weiss Essen muss sich jeden Punkt in dieser Liga extrem hart erkämpfen, auch an diesem Nachmittag vor über 16.000 Zuschauen im Stadion an der Hafenstraße.

Rot-Weiss Essen - SSV Jahn Regensburg
Torjubel zum 2:1 durch Jannik Hofmann: Rot-Weiss Essen steuert auf einen Heimsieg zu.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

RWE-Trainer Uwe Koschinat ist nicht verborgen geblieben, dass die Erwartungen im Essener Umfeld extrem gestiegen sind. Oben mitspielen reicht vielen Fans offenbar nicht mehr. Koschinat griff dieses Thema nach dem 3:2-Sieg gegen Jahn Regensburg auf. „Man hat das Gefühl, es juckt keinen so richtig, aber ich werde nicht müde, es zu betonen: Mit der Verhinderung des Abstiegs war sofort klar: Jetzt bitte nächstes Jahr aufsteigen“, sagte er im Interview mit Magenta Sport.

Appell von RWE-Trainer Uwe Koschinat: Team hat „wahnsinnige innere Stärke“

Dies ist nach 24 Spieltagen kein unrealistisches Szenario. RWE liefert sich mit sechs anderen Vereinen ein extrem enges Rennen um einen der drei Aufstiegsplätze. Der RWE-Trainer hofft, dass im Endspurt Ruhe im Essener Umfeld einkehrt. Sein emotionaler Appell an die Kritiker: „Unsere Mannschaft ist eine sehr gute Mannschaft, die eine unheimliche innere Stärke hat. Trotzdem werden wir es am Ende nur schaffen, wenn alle dieses Ziel positiv sehen – jeden Spieltag. Wir werden es nicht schaffen, wenn wir uns permanent einem Skeptiker begegnen müssen. Wir kommen mit Sicherheit nicht jede Woche an unsere absolute Leistungsgrenze. Aber als Rot-Weiss Essen, das letztes Jahr mit eineinhalb Beinen in der 4. Liga stand, diese Saison nur dreimal zu verlieren, das muss eine wahnsinnige innere Stärke sein. Man sollte dieser Mannschaft vertrauen, denn man kann ihr nicht absprechen, dass sie alles rausholt und eine wahnsinnige Geschlossenheit hat.“ 

Rot-Weiss Essen gegen Regensburg: Der Ticker zum Nachlesen

Uwe Koschinat hatte zuvor feststellen dürfen, was es bedeutet, Trainer von Rot-Weiss Essen zu sein. Dazu gehören auch die Schattenseiten. Nach dem enttäuschenden Spiel in der Vorwoche bei Alemannia Aachen (3:3) gab es viel Kritik von RWE-Fans und dem gesamten Umfeld, vor allem in Richtung des Trainers. Daran änderte auch eine erfolgreiche Aufholjagd nicht viel, mit der die Essener immerhin einen Punkt retteten.