Die Stimmung ist gekippt an der Essener Hafenstraße. Dies ist nach der enttäuschenden 0:3-Pleite beim VfL Osnabrück nicht mehr von der Hand zu weisen. Es war die erste Niederlage nach neun Spielen ohne Pleite und dennoch wächst die Unzufriedenheit im Umfeld von Rot-Weiss Essen. Im mit 1400 RWE-Fans ausverkauften Gästeblock an der Bremer Brücke wurde gepfiffen und lautstark geschimpft. Auch Beleidigungen fielen in Richtung der Spieler. In einer emotionalen Brandrede hatte RWE-Kapitän Michael Schultz dazu nach dem Spiel Stellung bezogen.

Es brodelt an der Essener Hafenstraße und im Zentrum der Kritik steht Trainer Uwe Koschinat. Nicht wenige Fans fordern einen Wechsel auf der Position des Cheftrainers. Doch ist das tatsächlich gerechtfertigt angesichts der noch vielversprechenden Tabellenkonstellation? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in unserem RWE-Talk „vonne Hafenstraße - Inside RWE“. Die RWE-Reporter Julian Witzel und Martin Herms diskutieren mit Moderatorin Kira Alex und kommen zu dem Entschluss, dass RWE deutlich tiefgründigere Probleme besitzt.
Rot-Weiss Essen: Die Leistungen im Jahr 2026 sind durchwachsen
Klar ist auch, dass die sportliche Entwicklung im Jahr 2026 nicht für das Trainerteam spricht. Durchschnittliche neun Punkte hat RWE in sechs Spielen geholt, die Leistungen waren selten überzeugend. Lediglich im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden (1:1) überzeugte die Mannschaft, in Aachen und Osnabrück spielte RWE extrem schwach. Auch wirkt es so, als habe Koschinat nach 25 Spielen nicht das passende System für seine Mannschaft gefunden. Sehr häufig wird die Taktik überwiegend am Gegner ausgerichtet, so auch in Osnabrück.

Doch aus Sicht unserer RWE-Experten ist die Kritik am Trainer teilweise deutlich überzogen und zu einseitig. Es wird häufig darüber gesprochen, dass Rot-Weiss Essen den besten Kader der Liga habe. Doch stimmt das tatsächlich? „RWE hat gute Einzelspieler, der Kader gibt viele Möglichkeiten her und ist in der Breite sehr stark. Aber es fehlen sowohl defensiv als auch offensiv Unterschiedsspieler. Akteure wie Gindorf, Taz oder Cigerci hat RWE nicht in seinen Reihen“, meint RWE-Reporter Martin Herms.
Rot-Weiss Essen hat hausgemachte Probleme
In diesem Zusammenhang kritisiert er die Personalpolitik der Essener. Der Kader sei nicht ausgewogen, es wurde nicht nach Bedarf eingekauft. Spieler wie Marvin Obuz oder Luca Bazzoli, zwei der Top-Transfers des Sommers, passen offenbar nicht zu den Vorstellungen des Trainers. Über Jannik Mause ganz zu schweigen.

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Die Probleme seien in Sachen Kaderplanung hausgemacht. „Verantwortlich für die Wintertransferphase sind Direktor Profifußball Marcus Steegmann und der Vorstandsvorsitzende Marc-Nicolai Pfeifer“, betont Herms. Und als Mitverantwortlicher in der Kaderplanung müsse Pfeifer auch Teil der Kritik sein. Fünf Transfers haben die Essener im Winter getätigt, drei Spieler wurden abgegeben. Viel zu viel aus Sicht unserer Experten, zumal es RWE nicht gelungen ist, einen Unterschiedsspieler zu verpflichten. Die komplette Analyse zur Lage bei RWE gibt es in unserem RWE-Talk hier bei YouTube. Viel Spaß beim Reinschauen!
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