Lange konnte sich Rot-Weiss Essen zu den Aufstiegskandidaten der 3. Liga zählen. Und ja, noch ist das große Ziel 2. Bundesliga nicht komplett außer Reichweite für den Revierklub. Der jüngste Trend allerdings spricht klar gegen die Essener.
+++ Gespräche bei RWE laufen: Diese drei Trainer-Szenarien sind möglich +++
Nach dem 0:3 beim VfL Osnabrück und dem 2:3 bei Hansa Rostock würde sich RWE, aktuell Tabellensiebter, mit einer dritten Niederlage in Folge am morgigen Mittwoch gegen Waldhof Mannheim (19 Uhr, Magenta Sport) wohl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschieden. Für Trainer Uwe Koschinat wird es bei einer Niederlage noch ungemütlicher werden. Nun hat der 54-Jährige auf die anhaltende, teils scharfe Kritik reagiert und dabei Einblicke in sein Seelenleben gewährt.
Rot-Weiss Essen: Situation macht Koschinat emotional

„Und ich kann nicht verhehlen, dass die Geschwindigkeit, mit der ich persönlich positiv an der Hafenstraße wahrgenommen wurde, mich emotional schon sehr mitgenommen hat. Das war etwas Großes“, schlug Koschinat auf der Pressekonferenz am Dienstag zunächst einen Bogen zu seinen ersten Monaten in Essen. „Wenn das in die andere Richtung geht – und das gehört zu meinem Job –, dann ist das natürlich im selben Maße emotional.“
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Ob die Wahrnehmung der Öffentlichkeit nun gerecht oder ungerecht ist, sei nicht die Frage. „Selbstverständlich kann man darüber streiten und kann auch total unterschiedliche Ansatzpunkte haben“, meinte Koschinat. „Aber Fakt ist, dass ich aus meiner Sicht eine wirklich außergewöhnlich gute Zusammenarbeit mit dieser Mannschaft habe. Fakt ist, dass wir über einen ganz langen Zeitraum diesen Traum, permanent oben zu sein, immer weiterleben konnten.“
Der Knackpunkt bei Rot-Weiss Essen: Fehlende Stabilität
Seit einigen Wochen allerdings neigt sich die Formkurve der Mannschaft nach unten, zuletzt sogar deutlich. Was muss RWE also schon gegen Mannheim besser machen? „Es ist ganz klar, dass wir uns gegenseitig auf der letzten Linie und in der Position vor der Abwehr deutlich besser absichern müssen“, stellte Koschinat heraus. „Es darf einfach kein Faktor für den Gegner werden, aus einem Ballgewinn mit maximal zwei Pässen hinter unsere Abwehrlinie zu kommen.“ Ganz konkret gehe es um defensive „Stabilität im Zentrum“.

Zudem müsse die Mannschaft „viel schneller in Situationen reagieren, in denen sich ein Ballbesitzwechsel anbahnt“. Gerade in der 3. Liga sei das entscheidend und das Essener „Erfolgsgeheimnis des Jahres 2025“, erinnerte Koschinat. Das gelte auch für offensive Dynamik und Tempo über die Flügel. Handlungsschnelligkeit ist das Stichwort.
Rot-Weiss Essen muss gegen Waldhof Mannheim liefern
Das Frust-Fazit des RWE-Trainers: „Koschinat-Mannschaften zeichnen sich aus über Stabilität, defensive Organisation, unfassbar schnelles Umschalten. Jede Standardsituation ist eine Torchance. Das ist der Spiegel meiner Arbeit. Und das macht mich sauer, dass wir genau über diese Themen gerade reden müssen.“ Ob das auch nach dem Spiel gegen Mannheim so sein wird, bleibt abzuwarten.






