Rot-Weiss Essen musste am Samstag eine Reaktion zeigen und hat das auch auf eindrucksvolle Art und Weise getan. Eine Woche nach dem 1:6-Debakel beim VfB Stuttgart II bezwang RWE vor 19.500 Zuschauern an der ausverkauften Hafenstraße den Tabellennachbarn SC Verl mit 1:0 (0:0) und wahrte so seine Chance auf den Aufstieg. Das Tor des Tages für die kämpferisch sehr überzeugenden Gastgeber erzielte Eigengewächs Gianluca Swajkowski in der 50. Spielminute. Optimal verlief der Spieltags aus RWE-Sicht jedoch nicht, denn den Aufstieg haben die Essener am letzten Spieltag nicht in der eigenen Hand.

„Es wird ein wahnsinnig spannender letzter Spieltag“, blickt RWE-Trainer Uwe Koschinat voraus. „Wir sind sehr weit gekommen nach einem schwierigen letzten Jahr. Das ist auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite kann sich jeder vorstellen, da mache ich keinen Hehl draus, dass man als Coach den letzten beiden Spieltagen nachtrauert. Aber das ist jetzt Fakt. Wir müssen gewinnen und schauen, was auf den anderen Sportplätzen passiert.“

firo : 09.05.2026, Fussball, Fußball, 3.Liga, 3.Bundesliga, 
Saison 2025/2026, Dritte Liga
Rot-Weiss Essen - Sportclub Verl SC Verl
Die Hafenstraße bebt: Gianluca Swajkowski bejubelt seinen Treffer gegen Verl.© firo | Jan Fromme

Die Geschichte dieses Spiels war der Auftritt des 21-jährigen Eigengewächses Swajkowski. Koschinat hatte den Sechser, der in den letzten Wochen keine Rolle mehr spielte, überraschend von Beginn an aufgeboten und dieser Schachzug ging voll auf. Das RWE-Talent machte das Zentrum dicht, nervte Verls Top-Scorer Berkan Taz und erzielte in der 50. Minute das umjubelte Siegtor. “Es ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Swajkowski nach dem Spiel bei Magenta Sport. „Das Vertrauen des Trainers habe ich zum Glück zurückgezahlt. Es ist erst mein zweites Tor, einfach unbeschreiblich.“

Rot-Weiss Essen muss weiter auf Schützenhilfe hoffen

Für eine bessere Ausgangslage hat es jedoch nicht gereicht. Energie Cottbus hat im Kampf um den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga nach einem Last-Minute-Sieg alle Trümpfe in der Hand. Das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz gewann am vorletzten Spieltag 2:1 (1:1) gegen den SV Wehen Wiesbaden und festigte Rang zwei. Mit einem Sieg am kommenden Samstag bei Jahn Regensburg wäre die Rückkehr in die zweite Liga perfekt. RWE könnte aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses nur bei einer Niederlage des Wollitz-Teams an den Lausitzern vorbeiziehen.

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Moritz Hannemann (41.) und Tolga Cigerci (89.) trafen nach dem Rückstand druch Lukas Schleimer (37.) für Cottbus, das mit 69 Punkten in das letzte Wochenende der Saison geht. Dahinter liegen Aufsteiger MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen (jeweils 67) im Kampf um den Relegationsplatz gleichauf.

Rot-Weiss Essen muss auf Remis des MSV Duisburg hoffen

RWE gewann nach drei heftigen Pleiten und zeigte eine dringend notwendige Reaktion, die von der Mannschaft erwartet wurde. 3000 RWE-Fans trafen sich schon mehrere Stunden vor dem Anstoß in Borbeck zum Vorsingen. Es sollte alles dafür getan werden, dass RWE noch im Rennen bleibt. Dieses Vorhaben ist geglückt, jetzt muss auch die Konkurrenz mitspielen.

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Einen kleinen Ausrutscher leistete sich am vergangenen Wochenende nur der MSV. Nachbar Duisburg war am Freitag nicht über ein 0:0 bei Erzgebirge Aue hinausgekommen, hat gegenüber RWE vor dem finalen Heimspiel gegen Viktoria Köln als Tabellendritter aber eine um sechs Tore bessere Tordifferenz.

Drei Punkte hinter Platz drei folgt Hansa Rostock nach einem 5:3 (3:1) gegen den VfB Stuttgart II. Somit ist die DFB-Pokal-Teilnahme der Essener noch nicht perfekt. Dazu müsste noch ein Punkt am kommenden Samstag (14 Uhr) beim SSV Ulm her. Für Rot-Weiss Essen wäre das allerdings nur ein Trostpreis.

Rot-Weiss Essen - SC Verl
RWE-Trainer Uwe Koschinat hat die richtigen Schlüsse aus der Stuttgart-Klatsche gezogen.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

Essens Trainer Koschinat konnte sich am Samstag genau wie die Fans über eine sehr erfreuliche Leistung seines Teams freuen. Nach dem Debakel beim VfB hatte er gleich fünf Änderungen in der Startelf vorgenommen. Ben Hüning und Tobias Kraulich rückten in die Innenverteidigung, Gianluca Swajkowski startete überraschend für Ruben Reisig, Ramien Safi kam nach seiner Gelbsperre zurück und vorne verdrängte Jaka Cuber Potocnik 14-Tore-Stürmer Marek Janssen.

Die Umstellungen zahlten sich aus. Essen zeigte ein anderes Gesicht und stellt seinen Trainer zufrieden. „Wir haben in Summe sehr aufmerksam verteidigt und das Schlimmste mit wenigen Ausnahmen verhindern können“, analysierte Koschinat. „Darüber hinaus hatten wir einen überragenden Torwart, der in den wichtigsten Situationen da war. Am Ende war es ein Sieg der Moral und der inneren Stärke. Die Menschen haben gemerkt, dass die Mannschaft bereit war, alles reinzuwerfen und diesen desaströsen Auftritt in Stuttgart vergessen zu machen. Das wurde belohnt durch eine bedingungslose Unterstützung.“

Rot-Weiss Essen schlägt den SC Verl: Der Live-Ticker zum Nachlesen