Seit Montag trainiert der VfL Bochum im türkischen Belek, wo der Zweitligist im Calista Luxury Resort vom 4. bis zum 11. Januar Quartier bezogen hat. In diesem Text gibt es ein bis zweimal täglich aktualisiert alle wesentlichen News vom Training und Drumherum.
Sonntag, 11. Januar: Sissoko vor Absprung – letzte Einheit in Belek
Eine lockere Einheit nach sechs meist intensiven Tagen samt Testspielsieg stand am Sonntagmorgen im wolkenverhangenen, stürmischen und teils verregneten Belek an. Das beste an dem regenerativen Programm nach dem 2:1 gegen Aachen am Vortag: Verletzt hat sich im Testspiel gegen die Alemannia niemand. Am späten Nachmittag hebt der VfL Bochum ab Richtung Düsseldorf. Nach zwei freien Tagen geht das Training dann am Mittwoch weiter.
Derweil ist mittlerweile der Wechsel von Ibrahima Sissoko, der am Freitag mit Mali beim Afrika-Cup gegen den Senegal im Viertelfinale ausgeschieden war, so gut wie fix. Es geht nur noch um Details wie den Medizincheck. Alle Hintergründe zum Deal gibt es hier.
Samstag, 10. Januar: 2:1-Testspielsieg gegen Aachen
Pünktlich zum Abpfiff des Testspiels gegen Alemannia Aachen pfiff der Wind, schüttete es aus Kannen in Belek. Der VfL Bochum kam noch trockenen Fußes durch die Partie im Calista Sportscenter vor insgesamt rund 100 Zuschauern, die meisten feuerten Aachen an. Bochum gewann mit Mühe, am Ende dank einer starken Bank mit 2:1 nach Treffern von Francis Onyeka und Koji Miyoshi. Alle Infos zum Spiel und was Uwe Rösler dazu sagt, gibt es hier.
Unterdessen bahnt sich der nächste Abgang an: Felix Passlack könnte nach Schottland (Hibernian Edinburgh) wechseln, erfuhr diese Redaktion. Alle Infos dazu: hier.
Freitag, 9. Januar: Alle Mann an Bord beim Training, Rösler „energisch“
Alle dabei: Trainer Uwe Rösler freute sich am Freitagmorgen über einen vollen Trainingsplatz. 27 Profis waren am Ball. Der Coach gab zwei Stunden Vollgas bei viel Sonnenschein, aber auch kühlem stürmischem Wind und „nur“ noch 13 Grad. „Ich musste hochfahren, es etwas energischer machen, das hat gut geklappt“, meinte Rösler, nachdem das Programm tags zuvor dosierter ausfiel und ein Teamabend stattfand. „Wenn du bei so viel Wind auf dem Platz stehst, müssen dich die Spieler auf der anderen Seite auch hören“, meinte Rösler schmunzelnd. Am Samstag steigt das Testspiel gegen Aachen (12 Uhr MESZ, hier gib es alle Infos im Liveticker).
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Immer wieder rief er dazwischen, unterbrach, lobte und meckerte auch. Etwa, als zu Beginn der Ablauf nicht sofort korrekt umgesetzt wurde beim intensiven Zwei-gegen-Zwei auf kleinem Feld. „Hört ihr nicht zu?“, brüllte Rösler. Später standen übers ganze Feld bei elf gegen elf Pressingübungen und Angriffsvarianten von hinten heraus über die Außen an. Sieben Spieler, die teils nur individuell trainierten, absolvierten dann noch eine Extra-Viertelstunde mit Schüssen aufs Tor von Hugo Rölleke. Beobachtet wurden die Spieler dabei erstmals auch von zwei Fans und einem Präsidiumsmitglied.
Bochums Fanvertreter im Präsidium reist auf eigene Kosten nach Belek

Fabian Budde, der Fanvertreter im Präsidium und jahrzehntelanger VfL-Begleiter bei allen Partien im In- und Ausland, reiste am Freitagmorgen auf eigene Kosten an, sozusagen als Privatmann, und buchte eine Unterkunft am Rande von Belek.
Zudem haben zwei treue VfL-Fans die Reise spontan auf sich genommen. Das Ehepaar Marco und Claudia, seit 2004 bei jedem Trainingslager dabei, haben am Donnerstag im Teamhotel eingecheckt. Marco, der in den letzten 20 Jahren kein einziges Heim- und Auswärtsspiel des VfL in der Bundesliga und 2. Liga verpasst hat, und seine Frau strahlten glücklich am Rande des Trainingsplatzes: „Das ist für uns das verspätete Weihnachtsgeschenk.“ Wie das Team reisen sie am Sonntag wieder ab. Marco war vor knapp einem Jahr eine große Nummer im Internet, als ein Video, das ihn mit einer Bratwurst im Mund und hochgehaltenem Schal bei der Grönemeyer-Hymne im Ruhrstadion zeigte, im Netz viral ging.
Donnerstag, 8. Januar: Vogt wieder auf dem Platz, Sissoko reist ab
Einer geht, einer kommt im wolkenverhangenen, aber bis zum Mittag regenfreien Belek: Der neue Stürmer Callum Marshall traf am Mittwochabend in Belek ein und zeigte bei der Vormittagseinheit gleich seine Klasse im Abschluss (Bericht: hier).

Dagegen brach Ibrahim Sissoko das Trainingslager ab. Der Mittelstürmer laboriert an Problemen am Knöchel, flog am Donnerstag Richtung Bochum. Dort soll er näher untersucht werden. Sissoko hatte die Einheit tags zuvor mit Schmerzen offenbar im Bereich des Sprunggelenks abgebrochen, verfolgte das Training nur von der Bank mit Eisbandagen.
Dagegen erwies sich der große Schock-Moment vom Vortag als eher harmlos. Kevin Vogt hatte laut aufgeschrien, als er nach einem Luftduell auf dem Rasen liegen geblieben war. Befürchtung: Bänder kaputt! Sein rechter Knöchel wurde bandagiert. Doch schon am Abend hieß es, sei sei nicht so wild wie spontan befürchtet.
Vogt kehrt zurück: Verteidiger absolviert komplette Trainingseinheit
Tatsächlich konnte der Verteidiger am Donnerstag die komplette Einheit absolvieren. Dies allerdings mit Schmerzen am blau angeschwollenen Fuß. Vogt hielt durch. Er spielte überwiegend sechs gegen sechs mit den weiteren Verteidigern und Sechsern, erneut an der Seite von Philipp Strompf.

Die Angreifer indes machten Torschuss-Übungen, später gab es noch ein paar Standards, Fußball-Tennis, Technik-Übungen. Mit Abstand treffsicherster Mann war Neuzugang Marshall.
Insgesamt beließ es Rösler bei einer lockeren Einheit, die wie gewohnt in Trainingslagern auch etliche Berater verfolgten. Der Coach setzte auch das ursprünglich geplante gemeinsame Programm auf dem Platz am Nachmittag ab. Stattdessen sollen die Spieler individuell im Kraftraum des Hotels arbeiten. Eine vernünftige Einheit wäre draußen auch gar nicht möglich gewesen, denn ab 15 Uhr stürmte und regnete es kräftig in Belek, erstmals seit der VfL-Ankunft.
VfL Bochum fährt Trainingsintensität vor Test gegen Aachen runter
Sein Team, erklärte Rösler am Trainingsplatz in einem kurzen Interview mit einem türkischen TV-Sender, habe das nötige Fitness-Level erreicht. Nach drei kräftezehrenden Tagen soll die Intensität heruntergefahren werden, um am Samstag beim Testspiel gegen Alemannia Aachen (12 Uhr MESZ/Liveticker bei waz.de/vfl) topfit zu sein. Die Partie wird über die normale Spielzeit von 2 mal 45 Minuten gehen, Rösler hatte auf zweimal 60 Minuten gehofft.
Nach dem Krafttraining geht es dann für die Mannschaft am Abend zu einem gemeinschaftlichen Essen außerhalb des Calista Luxury Resorts. Dies sozusagen als Team-Maßnahme, nachdem sich die Mannschaft gegen ein Team-Event am Mittwoch ausgesprochen und stattdessen alleine oder in Gruppen den freien Nachmittag genossen hatte.
Mittwoch, 7. Januar: Kevin Vogt verletzt sich nach einem Luftduell

Elf gegen elf spielten die Bochumer in der bisher längsten Einheit in Belek bei erneut viel Sonnenschein und bis zu 17 Grad. Viermal ging es über jeweils 15 Minuten über den gesamten Platz. Jeweils ein Team attackierte früh, das andere sollte tiefer verteidigen. Immer wieder unterbrach Trainer Uwe Rösler, brüllte: „höher!“. Oder: „tiefer“. Aber auch lautes Lob schallte über die Anlage.
Da alle am Tag zuvor leicht erkrankten oder aus Kraftgründen pausierenden Spieler wie Francis Onyeka und Romario Rösch wieder fit waren, mussten jeweils drei Feldspieler im Wechsel sowie der dritte Torwart Hugo Rölleke aussetzen. Sie absolvierten dann ein Technik-Programm mit Anthony Losilla.
Nur zuschauen konnte nach dem Warm-up mit Abschlüssen Ibrahim Sissoko. Der in Bochum bisher so glücklose Stürmer kühlte seinen linken Knöchel mit Eisbandagen, hockte nur auf der Bank. Sissoko hatte bereits die Einheit am Dienstagnachmittag verpasst. Eine Diagnose steht noch aus.

Kevin Vogt verletzt sich am Knöchel – Untersuchung soll Klarheit bringen
Und ein weiterer Eisbeutel musste her. Denn im dritten Durchgang eilte der VfL-Physiotherapeut auf den Rasen. Der Schockmoment: Nach einer Ecke von Farid Alfa-Ruprecht kam Kevin Vogt nach einem Luftzweikampf mit Noah Loosli wohl unglücklich auf, blieb einige Zeit liegen, wurde umgehend behandelt. Sein rechter Knöchel wurde bandagiert, für Vogt war die Einheit beendet. Auf Socken und mit leicht Schmerz verzerrtem Gesicht, aber bereits ohne Kühlverband ging er später leicht humpelnd zum Bus. Nähere Untersuchungen sollen Aufschluss geben. Eine Diagnose steht aus.
Mehr News und Infos zum VfL Bochum
Der 34-Jährige, der als Königstransfer im Sommer galt und sich nach einer rund dreimonatigen Verletzungspause (kleine OP am Knie) erst seit Dezember dem neuen Trainer Uwe Rösler im Training zeigen konnte, wollte sich in Belek zurückmelden. Der Anspruch vom Klub und ihm selbst: Stammspieler. Beim elf gegen elf bildete er mit Philipp Strompf die Innenverteidigung. Das Duo im anderen Team bildeten Noah Loosli und Erhan Masovic. Die Innenverteidiger spielten durch.
Licht und Schatten bei Sobottka, Koji Miyoshi glänzt
Das galt auch für viele andere wie Marcel Sobottka. Der Probespieler zeigte sich im defensiven Mittelfeldzentrum mit Mats Pannewig und Alessandro Crimaldi sicher im Passspiel und eine gute Antizipation etwa bei der Balleroberung. Besondere Momente hatte er allerdings nicht. Pannewig etwa oder auf der Gegenseite Cajetan Lenz hatten deutlich mehr Spielanteile.
Mikkel Ragneberg, der einmal pausierte, konnte als Linksverteidiger überzeugen, wobei sein Konkurrent Maxi Wittek noch auffälliger agierte, auch ein Tor erzielte. Bester Offensiv-Mann war Koji Miyoshi. Der Japaner wirbelte mit viel Zug, technischer Finesse, Steckpässen und einigen Abschlüssen auf der rechten Angriffsseite, hatte Pech bei einem Lattenknaller. Dagegen fiel Mathis Clairicia, der mangels Alternativen im Gegner-Team von Philipp Hofmann die Sturmspitze bildete, erneut ab.
Kein Team-Event beim VfL Bochum: Rösler erklärt den freien Nachmittag
Am Nachmittag haben die Profis frei. Daher scheuchte Uwe Rösler, der trotz am Ende müde werdender Beine bei etlichen Spielen ein letztlich positives Fazit der fast zweistündigen Einheit zog, die Spieler länger als bisher über den Rasen. Ein Team-Event findet nicht statt. „Wir haben in die Mannschaft reingehört. Sie würden es alle begrüßen, wenn einfach mal jeder machen kann, was er will. Das verstehen wir, weil das Trainings-Programm schon heftig ist seit dem Auftakt in Bochum“, sagte Rösler bereits am Dienstag. So schlenderten bei bedecktem Himmel und angenehmen 18 Grad manche Richtung Strand. Gemeinschaftlich weiter geht es am Donnerstag mit zwei Einheiten um 10 und 16 Uhr, womöglich mit einem neuen Stürmer. Denn der VfL hat Callum Marshall von West Ham United bis zum Saisonende ausgeliehen, wie der Klub am frühen Mittwochnachmittag bestätigte.
Dienstag, 6. Januar: Trainer Rösler ist zufrieden mit intensiver Einheit
Erneut strahlte die Sonne mindestens frühlingshaft über Belek, als der VfL Bochum am Dienstagmorgen seine dritte Einheit im Trainingslager absolvierte. Es war eine intensive Einheit über 1:35 Stunden, die den Profis einiges abverlangte: Manche wirkten hinterher ziemlich platt.
Trainer Uwe Rösler verzichtete auf das geplante elf gegen elf zum Abschluss, setzte stattdessen ein zehnminütiges regeneratives Auslaufen an, weil alle gut mitgezogen hatten. „Die Einheit war gut“, sagte er zufrieden im Gespräch mit den zwei anwesenden Journalisten.

Kleine-Bekel wechselt zu St. Gallen – Onyeka mit Magen-Darm-Problemen
Dabei fehlten zwei der ursprünglich 28 mitgereisten Profis komplett. Verteidiger Colin Kleine-Bekel ist abgereist, er wird an den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen verliehen. Zudem musste Toptalent Francis Onyeka pausieren. Der beste VfL-Torschütze der Saison und nahezu unumstrittene Stammspieler hatte die Einheit am Montagnachmittag bereits mit einem Eisbeutel auf dem linken Knöchel etwas eher beendet. Verletzt ist er aber nicht, er hätte normalerweise wieder mit trainiert, gab Coach Rösler Entwarnung. Der 18-Jährige pausierte wegen Magen-Darm-Problemen, soll laut Rösler am Mittwoch wieder auf dem Platz sein.

Das gilt auch für Romario Rösch. Der Kaderspieler trainierte noch rund eine Stunde mit, schaute dann wegen Magen-Darm-Problemen den Rest der Einheit nur zu. Anders als Felix Passlack, den sein leichtes Unwohlsein nicht davon abhielt, die letzten Laufrunden zu absolvieren, wenn auch in stark gedrosseltem Tempo als Sololäufer abgeschlagen von seiner Gruppe. Dies galt auch für U19-Talent Tom Meyer.
VfL-Training: Wittek und Hofmann geben bei Ausdauereinheit Tempo vor
Denn Rösler setzte am Dienstag auf eine MIschung aus Grundlagen-Ausdauer, Kondition und intensive Spielformen auf kleinem Feld mit vielen Ballkontakten, Sprints, Zweikämpfen. In zwei Gruppen mit jeweils vier, teils dann drei Mann liefen die Profis des VfL im zweiten Teil des Trainings um den Platz, jeweils in die andere Richtung. Während der jeweils vier Minuten spielte der Rest des Teams sieben gegen sieben auf zwei Tore. Erst rannten die Spieler in einem mittleren Tempo, beim zweiten Durchgang sollten sie es langsamer angehen lassen.

Auffallend: Etliche etablierte Kräfte wie etwa Maximilian Wittek (30), der mit den Teenagern Cajetan Lenz und Kacper Koscierski unterwegs war, liefen vorneweg, wirkten mitunter weniger platt als etliche Kollegen. Auch Philipp Hofmann oder Probespieler Marcel Sobottka, beide jenseits der 30, führten ihre Gruppen an, gaben das Tempo vor und sorgten dafür, dass ihre Teammitglieder vom Windschatten profitierten. Aber auch einige Junge imponierten, wie etwa der im Trainingslager laufstarke Alessandro Crimaldi. Technisch ist der 18-Jährige ohnehin ein Versprechen.
Zweite Einheit: Fünf Spieler fehlen wegen Krankheit und Belastungssteuerung
Am Nachmittag gab es dann eine nur gut 45-minütige Erholungs-Einheit mit Wettkampf-Spielen. Auch der Spaß durfte mitspielen. So warfen sich die Spieler der Reihe nach den Ball zum Kopfball vor, der Kopfball-Schütze wechselte anschließend ins Tor. Später standen Flanken mit Abschluss an; mal volley, mal per Kopf.
Dabei fehlten gleich fünf Spieler. Neben Onyeka und Rösch (Magen-Darm-Probleme) pausierten auch Marcel Sobottka, Ibrahim Sissoko und Tom Meyer. Das Trio setzte eweils aus Gründen der Belastungssteuerung aus, während sich Felix Passlack gut erholt zeigte. Und, was typisch für den ehrgeizigen Rechtsverteidiger Passlack ist, gerne motzte, wenn ein Kollege seine meist guten Flanken frei vor dem Tor nicht verwertete.
Deshalb sollte Marcel Sobottka eine Pause einlegen
Der 18-jährige Meyer hing schon am Morgen etwas durch, ebenso wie der bei der Laufübung sichtlich erschöpfte Stürmer Sissoko, was nichts Gutes für die nahe Zukunft verspricht. Bei Sobottka, der am Morgen noch mit vorneweg marschierte, will Trainer Rösler kein Risiko eingehen. Nach einem halben Jahr ohne Profitraining soll der Probespieler nicht verheizt werden, um sich am Samstag beim Testspiel gegen Alemannia Aachen körperlich fit präsentieren zu können.
Montag, 5. Januar: Erstes Training des VfL Bochum - Manche noch „bisschen im Flieger“
Gut zehn Minuten dauert die Busfahrt vom Mannschafshotel des VfL, in dem unter anderem auch hunderte Touristen sowie die Teams von Drittligist SSV Ulm und dem türkischen Erstligisten Kasimpasa aus Istanbul residieren, zum Trainingsplatz des hoteleigenen Sportcenters. Vier Plätze in hervorragendem Zustand gibt es dort, und passend dazu lachte die Sonne bei blauem Himmel und 15 Grad im Schatten.
„Es ist viel besser, hier auf diesem Grün zu trainieren als auf einem unmöglichen Platz in Bochum bei Schnee und Minusgeraden“, sagte Trainer Uwe Rösler zufrieden. „Von daher ist auch die Verletzungsgefahr viel geringer als in Bochum“, so Rösler. „Es lohnt sich, den Aufwand zu machen.“
Alle 28 Bochumer absolvieren die erste Trainingseinheit
Alle mitgereisten 25 Feldspieler und drei Torhüter absolvierten das anderthalbstündige Trainingslager-Warmup mit Passübungen in Wettkampfform sowie einem Spiel auf kleinem Feld mit zwei Teams, in dem ein Team mindestens zehn Ballkontakte erreichen musste für einen Punkt.

Mittendrin: Neuzugang Mikkel Ragneberg und Probespieler Marcel Sobottka, der im Falle eines Abgangs von Ibrahima Sissoko dessen Platz im Kader einnehmen könnte. Ragneberg, der vom norwegischen Erstligisten Kristiansund BK ablösefrei kam und als Linksverteidiger oder linker Schienenspieler eingeplant ist, war bereits bei zwei sehr intensiven Einheiten am Samstag in Bochum dabei, machte einen „sehr guten Eindruck“, so Rösler. Für eine finale Einschätzung sei es aber noch zu früh, was erst Recht für Sobottka gelte. Fit aber sei auch Sobottka, so Rösler.
44 Bochumer in Belek - Test gegen Aachen
28 Spieler bestreiten das kurzfristig geplante Trainingslager des VfL Bochum in Belek, weitere 16 Vereinsmitarbeiter sind vor Ort, in Summe also 44 Bochumer. Anders als üblich sind etwa Geschäftsführer Ilja Kaenzig und das Präsidium nicht vor Ort. Der Staff indes ist weitgehend vertreten: Neben Cheftrainer Uwe Rösler sind alle fünf Co-, Athletik- und Torwarttrainer dabei, ebenso wie der Leiter Performance Lizenz, Simon Zoller. Ein Zeugwart, ein Videoanalyst, ein Leistungsdiagnostiker, drei Physiotherapeuten, der Teammanager sowie zwei Mitarbeiter der Medienabteilung sind ebenfalls in Belek.
Die Agentur Onside kümmert sich um Organisatorisches wie Trainingsplatz-Belegung und das Testspiel am Samstag. Es geht gegen Drittligist Alemannia Aachen auf dem Trainingsgelände, Anpfiff ist um 14 Uhr Ortszeit (12 Uhr deutscher Zeit). Wir tickern die Partie live.
Auch ein paar wenige Fans haben wohl spontan gebucht, beim ersten Training waren sie aber noch nicht vor Ort. Eine Fanbetreuung gibt es diesmal nicht in Belek.
Rundum zufrieden war der Trainer aber nicht mit der ersten Einheit, rief immer mal wieder weniger nette Worte über den Platz, wollte das aber auch nicht überbewerten nach dem langen Anreisetag am Sonntag. „Die erste Einheit war zum Reinkommen, mit vielen Ballberührungen. Ein Teil der Mannschaft hat es super gemacht bei der engen Spielform, andere waren noch ein bisschen im Flieger“, bilanzierte Rösler. „Heute Nachmittag geht es dann richtig los.“
Zweites Training des VfL Bochum: Mehr Zug drin, ein Spieler setzt aus
So kam es auch. In den anderthalb Stunden war bei verschiedenen Spielformen mehr Zug drin. Unter anderem ging es um Abschlüsse, am Ende stand ein Spiel elf gegen elf an. Ein Spieler setzte aus: Colin Kleine-Bekel, der bisher fast nur in der U23 aktiv war und ein Kandidat für eine Leihe ist, arbeitete nur im Kraftraum. Dies aus Gründen der Belastungssteuerung, hieß es vom Klub.
Sonntag, 4. Januar: VfL Bochum landet mit Verspätung
„Happy new year“: Zahlreiche Lampen erleuchteten mit dem Neujahrsgruß den Eingangsbereich vor der imposanten Lobby des Calista Luxury Resort im türkischen Belek, als die Profis des VfL Bochum am Sonntagabend um kurz vor 22 Uhr eintrafen.

Nach dem um etwa eine Stunde verspäteten Abflug im winterlichen Düsseldorf war es bei der Ankunft des Zweitligisten längst dunkel an der türkischen Riviera, wo der nächste Tag zwei Stunden eher beginnt als in Deutschland. Dies aber klimatisch deutlich angenehmer: Der Himmel soll am Montag zwar wie schon am Sonntag bedeckt sein, die Temperatur aber auf bis zu 15 Grad klettern, so die Prognose.
Trainingslager in Belek: Rösler legt Fokus auf harte Einheiten
Und ab diesem Montag will Trainer Uwe Rösler die Annehmlichkeiten des riesigen Fünf-Sterne-Hotels, das optisch, in der Ausstattung und kulinarisch kaum Wünsche offen lässt, als nette Begleiterscheinung sehen. Wichtig, sagte Rösler ja schon beim Trainingsauftakt im verschneiten Bochum am vergangenen Freitag, ist eben immer noch „auffem Platz“.
Auf der Anlage des zum Hotel gehörigen Sportcenters, das rund sieben Kilometer von der Unterkunft am Strand entfernt liegt, bittet Rösler nun bis Freitag zu ein bis zwei Einheiten am Tag. Am Samstag steigt zum Abschluss ein Testspiel, der Gegner ist noch nicht offiziell kommuniziert. Vermutlich geht es gegen Alemannia Aachen, am Montagnachmittag bestätigte dies der VfL Bochum (Anpfiff am 10. Januar: 12 Uhr MESZ). Der Drittligist ist sogar noch einen Tag eher angekommen in Belek und reist wie der VfL erst am Sonntag ab.
VfL Bochum in Belek: Mindestens neun Trainingseinheiten
Los geht es für die Bochumer am Montag um 10 Uhr Ortszeit mit der ersten von mindestens neun Einheiten, gefolgt von einer zweiten um 15.30 Uhr. So plant Rösler auch für den Dienstag und Donnerstag. Am Mittwoch ist noch offen, ob es nach dem 10-Uhr-Training auch nachmittags auf den Platz geht oder ein Team-Event stattfindet. Am Tag vor dem Testspiel (9. Januar) belässt es der Coach bei einer Einheit um 10 Uhr, ebenso wie am Abreisetag.
Drei Torhüter und 25 Feldspieler wollen sich in Belek fit machen und anbieten für die Rückrunde. Nicht mitgereist sind die verletzten Matus Bero, Gerrit Holtmann (Aufbautraining) und Michael Obafemi (Rückenprobleme) sowie Ibrahima Sissoko, der mit Mali das Viertelfinale beim Afrika-Cup erreicht hat.
VfL Bochum im Trainingslager: Meyer will sich zeigen

Dagegen wollen sich der norwegische Neuzugang Mikkel Ragneberg, der als Linksverteidiger Maximilian Wittek herausfordert, und der zurzeit vereinslose Marcel Sobottka zeigen. Sobottka hofft auf eine Chance bei seinem Ex-Trainer Uwe Rösler, der ihn schon in Düsseldorf anderthalb Jahre coachte. Der 31-Jährige hat allerdings aus Verletzungsgründen kein einziges Spiel im Kalenderjahr 2025 bestritten, bestritt sein letztes Pflichtspiel im Dezember 2024. Im Sommer verlängerte die Fortuna seinen Vertrag nach zehn Jahren Vereinstreue nicht mehr.
„Wir können bei besserem Klima mehr Zeit auf dem Platz verbringen in zwei Einheiten, wir können taktische Sachen machen, individueller arbeiten“.
Uwe Rösler, Trainer des VfL Bochum, zum Sinn des kurzfristigen Trainingslagers in Belek
Ebenfalls behaupten wollen sich die einzigen Talente im Trainingslager, die noch keinen Profieinsatz hatten, nämlich Flügelstürmer Alessandro Crimaldi und U19-Mittelfeldstratege Tom Meyer (beide 18). Beide haben beim VfL langfristige Verträge.
Keumo und Akaegbobi sind nicht dabei
Andere hoffnungsvolle Nachwuchsspieler, die schon häufiger bei den Profis trainierten, sind dagegen nicht vor Ort, um die Reisegruppe des wegen des Winterwetters in Bochum ja äußerst kurzfristig anberaumten Trainingslagers nicht aufzublähen – auch aus Kostengründen. So arbeiten etwa Darnell Keumo, Jonathan Akaegbobi und Daniel Hülsenbusch bei U21-Trainer Heiko Butscher. Einige Etablierte indes hoffen, sich wieder ins Blickfeld zu spielen wie die Innenverteidiger Kevin Vogt und Erhan Masovic.
Ballbesitz-Fußball, die Arbeit gegen den Ball, das Umschaltspiel und Standards stehen inhaltlich auf dem Programm, erklärte Rösler vor dem Abflug. Also so ziemlich alles, was Fußball ausmacht. Im Ernstfall umsetzen soll sein Team all das zunächst am 18. Januar, wenn es in der 2. Liga zum Jahres- und Rückrunden-Auftakt gegen den Tabellendritten Darmstadt 98 geht.







